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Mittwoch, 17. Dezember 2014

Sascha Lobo: Latenznazi & PEGIDA


Mit Pegida kommt ein neuer politischer Bürgertypus auf die Bühne - der unbewusst Rechtsextreme oder Latenznazi.

Also Leute, die rechtsextreme Positionen vertreten, ohne zu wissen oder wissen zu wollen, dass sie rechtsextrem sind. Und deren Vorahnung, ihre Haltung könnte problematisch sein, eben nicht dazu führt, die Haltung zu überdenken, sondern sich vorauseilend durch bloße Behauptung zu distanzieren. Ohne aus den eigenen Worten auch nur die geringsten Konsequenzen zu ziehen. Man erklärt, für das Asylrecht zu sein, aber verdammt zugleich Asylanten. Genau diese Realitätsverdrängung ist ein Grund zu größter Besorgnis, dahinter steht ein Problem bestürzenden Ausmaßes.

Aus dem eigenen Gelaber keine Konsequenzen ziehen

Denn nicht die Dummheit ist das hervorstechende Merkmal der Pegida-Anhänger, sondern das hermetische Weltbild und die damit einhergehende Abkopplung von jeder Kausalität. Solche Leute wollen sich von nervigen Fakten nicht ihre gefühlte Wahrheit verderben lassen. Deshalb ist es folgerichtig, dass die Proteste gegen Islamisierung in Dresden stattfinden, wo es einen kaum mehr messbarem Anteil muslimischer Einwohner gibt.

Pegida ist ein Symptom für die deutsche Gesellschaft, und der Blick in die Köpfe der Protagonisten im Internet hilft, das Symptom einzuordnen. Justizminister Heiko Maas hat hundertprozentig recht damit, dass Pegida eine "Schande für Deutschland" ist. Allerdings keine überraschende. Mit Pegida geht eine Saat auf, die seit vielen Jahrzehnten in Deutschland gesät wurde, auch in Westdeutschland. Denn gerade was Ausländerfeindlichkeit angeht, ist die Entkopplung der eigenen, lautstark erklärten Haltung von den daraus folgenden Taten Standard.
[Einschub S!NEDi: siehe beispielsweise diese Machwerke von Thilo Sarrazin und Eva Hermann - und dieses Sprachrohr: KOPP-Verlag ...: eben kurz gesagt: Aus dem eigenen Gelaber außer Honorare keine Konsequenzen ziehen ...]
Das politische Gelaber, dass Deutschland ein "weltoffenes und gastfreundliches Land" sei, quoll aus Hunderten Mündern in Tausende Mikrofone, während auch durch die politischen Beschlüsse deutscher Regierungen an Europas abgeriegelten Grenzen Tausende zerschellten oder ertranken. Politische Stunts wie die "Ausländer-Maut" oder der alltägliche, absurde, menschenverachtende Umgang mit Flüchtlingen sind der ständige Beweis, dass der gleiche Mechanismus wie bei Pegida funktioniert, auch ohne dumm oder ungebildet oder Nazi zu sein: aus dem eigenen Gelaber keinerlei Konsequenzen zu ziehen. Wir haben uns in einer Gesellschaft der Realitäts- und Ressentimentverleugnung eingerichtet, und Pegida ist die unappetitliche Folge davon.

tl;drPegida ist ein Symptom für die jahrzehntelange Verleugnung von Ressentiments quer durch die Gesellschaft.
aus: Kolumne SPIEGEL.de 

Gedicht & Bild: Orbswalzer-Boogie

S!NEDi|photography


wenn die silhouetten verschwimmen
dann tränen die augen
mit ein-/zweimal wimpernklappern
ist es dann nicht mehr getan

freud und leid - auch zwiebelsaft
dreht diese tränenkanäle auf
manchmal ganz plötzlich
wie aus heiterem himmel

es beißt auf den pupillen
blinzeln ist angesagt
wenn ich recht seh' - 
oft schon tränenerstickt

durch den schleier
mit dem weichzeichener
ineinanderfließendes tanzen:
die orbs - die eyeballs

soweit erst einmal
wenn sie verstehen
was ich meine - ich nehm
jetzt ein tempo und wisch

sinedi 

UNICEF-FOTOS DES JAHRES | 2014

UNICEF
Fotos des Jahres 2014

Kinder ausländischer Väter auf den Philippinen: Stigmatisiert und ausgegrenzt. Insa Hagemann und Stefan Finger haben die Lage dieser Kinder in einer behutsamen Fotoreportage festgehalten.(Quelle: dpa)

Ihre Väter aus dem Westen wollten nur billigen Sex, ihre philippinischen Mütter gelten als Huren - es ist ein brutales Schicksal, das die deutschen Fotografen Insa Hagemann und Stefan Finger auf den Philippinen dokumentierten. UNICEF zeichnete sie nun mit dem Preis "Foto des Jahres" aus. 

Das Foto zeigt spielende Kinder, eine eigentlich unbeschwerte Szene. Doch im Hintergrund steht ein Mädchen, offenbar ausgeschlossen von den anderen. Ihre helle Haut und ihre blonden Haare unterscheiden sie von den philippinischen Nachbarskindern.

Die vielleicht Zweijährige ist Tochter eines ausländischen Vaters, der auf den Philippinen für wenig Geld oder das Versprechen eines besseren Lebens Sex kaufte. Das Schicksal der zurückgelassenen Kinder steht im Mittelpunkt des diesjährigen Fotopreises von UNICEF. Das Kinderhilfswerk ehrte die deutschen Fotografen Insa Hagemann und Stefan Finger für ihre Reportage auf den Philippinen.

"Doppeltes Stigma"

Viele Frauen und Mädchen auf den Philippinen sähen sich gezwungen, reichen Männern aus Australien, Europa oder Amerika ihren Körper anzubieten, sagte der Jury-Vorsitzende Klaus Honnef bei der Preisverleihung in Berlin. Oftmals erhofften sie sich ein Leben in einem reicheren Land.

Doch in aller Regel verschwinden die Männer nach kurzer Zeit wieder, kümmern sich später nicht um die Kinder. Diese Kinder litten dann unter einem doppelten Stigma, so Honnef. Durch ihr anderes Aussehen würden sie ausgeschlossen und zudem für Kinder einer Prostituierten gehalten - oftmals zu Unrecht.

Zur Person

Hagemann/Finger
Stefan Finger und Insa Cathérine Hagemann, beide Jahrgang 1983, lernten sich während des Fotografiestudiums an der FH Hannover kennen. Sie arbeiten als freie Journalisten. Für ihr Projekt "Wanna have love?! Auswirkungen des Sextourismus auf den Philippinen" reisten sie im April 2014 nach Südostasien.
(SPIEGEL.de)




Auch zweiter Preis geht an deutschen Fotografen

Der Preis wurde dieses Jahr zum 15. Mal verliehen. In den vergangenen beiden Jahren zeigte das Siegerbild die Schrecken des syrischen Bürgerkriegs. Die Gewalt im Nahen Osten spiegelt sich auch in diesem Jahr in den Siegerfotos wider: 





Mit dem zweiten Platz wurde der deutsche Fotograf Christian Werner für eine Reportage über das Schicksal jesidischer Flüchtlinge im Nordirak geehrt. 



Der dritte Platz ging an den Südafrikaner Brent Stirton, der zwei indische Mädchen porträtierte, die mit einer einfachen, für ihre Eltern aber trotzdem unbezahlbaren Augen-Operation von der angeborenen Blindheit befreit wurden.

Den Foto-Preis vergibt das UN-Kinderhilfswerk gemeinsam mit der Zeitschrift "Geo". 

Neben den drei Fotos zeichnete die Jury sechs weitere Reportagen mit ehrenvollen Erwähnungen aus. Sie zeigen in diesem Jahr unter anderem Opfer von Genitalverstümmelung, Kinderarmut in Spanien und den Schönheitswahn auf US-amerikanischen Wettbewerben, zu denen oft junge Mädchen von ihren Eltern geschickt werden. Für den diesjährigen Wettbewerb hatten 78 von Experten nominierte Fotografen aus 23 Ländern insgesamt 968 Bilder eingereicht.

16.12.2014, Quelle: dpa, epd - zdf-heute.de

Dienstag, 16. Dezember 2014

Dresden: PEGIDA und die sieben Geißlein ... - Wahrheit und Märchen ...


www.sagen.at



"Da lief der Wolf zu einem Bäcker und sprach: "Ich habe mich an Fuß gestoßen, streich mir Teig darüber!" Und als ihm der Bäcker die Pfote bestrichen hatte, lief er zum Müller und sprach: "Streu' mir weißes Mehl auf meine Pfote!" Der Müller dachte: "Der Wolf will einen betrügen", und weigerte sich, aber der Wolf sprach: "Wenn du es nicht tust, so fresse ich dich!" Da fürchtete sich der Müller und machte ihm die Pfote weiß. Ja so sind die Menschen..."
(aus dem Grimm-Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein ...)







So ähnlich wie im Märchen muss das gewesen sein, als sich PEGIDA formierte und sich das eigentlich tiefbraune Fell nun mit Weiß übertünchte: Der braune Sumpf, die AfD- und Nichtwähler, die Desinteressierten und die Berufsnörgler, die nach eigenem Empfinden Zu-kurz-Gekommenen, die Ver- und die Entwöhnten: sie alle lassen sich ihre Pfoten einschmieren, mit diesem künstlichen "PEGIDA"-Mehl, was immer das auch sein mag: Aufgeschmiertes mit Streu gezuckert - die meisten wissen es gar nicht, die da montags mit"spazieren" in Dresden - sie laufen mit, weil sie vor Langeweile nicht wissen, was sie anderes machen könnten: eigentlich recht satt und vollgedröhnt und tumb und dumpf - und da Dynamo montags nicht spielt - und "die da oben" die Dynamo-"Fans" im Februar schon wieder für ein Heimspiel wegen ein paar Leuchtraketen aussperren wollen ... - gegen "das alles" muss man doch mal endlich was unternehmen - da muss man sich zeigen - inkognito versteht sich - in der Menge ganz anonym "untertauchen" - denn nur die "Masse" zählt - wie beim Nichtwählen - wie beim Herum- und Abhängen  ... - einfach so ...: Keinerlei Verantwortung übernehmen - für nichts und wieder nichts ... - dumpf und leer - und mit dem Wolf - mit den Wölfen mitheulen - und hinterher legt man sich mit viel zu vielen Wackersteinen im Bauch ins Bett - und zählt die Stunden bis zum nächsten Montagsspaziergang - damit endlich mal wieder etwas "los" ist - und hoffentlich fällt man dabei nicht in den nächsten "Brunnen" - wenn man sich der Parole bedient: "Wir sind das Volk" ... - nee, ihr seid nur ein paar Übersättigte und Ausgefranste - nicht mehr und nicht weniger ...

Denn: "Als der Wolf endlich ausgeschlafen hatte, machte er sich auf die Beine, und weil ihm die Steine im Magen so großen Durst erregten, wollte er zu einem Brunnen und trinken. Als er anfing zu gehen und sich hin und her zu bewegen, stießen die Steine in seinem Bauch aneinander und rappelten. Da rief er: 
"Was rumpelt und pumpelt 
In meinem Bauch herum? 
Ich meinte, es wären sechs Geißlein, 
So sind's lauter Wackerstein'!" 
Und als er an den Brunnen kam und sich über das Wasser bückte und trinken wollte, da zogen ihn die schweren Steine hinein, und er musste jämmerlich ersaufen. Als die sieben Geißlein das sahen, kamen sie herbeigelaufen, riefen laut: "Der Wolf ist tot! Der Wolf ist tot!" und tanzten mit ihrer Mutter vor Freude um den Brunnen herum."

wikimedia.org


Montag, 15. Dezember 2014

sinedi | lyrik - da könnt ich namen nennen ...

S!NEDi: seit an seit







ich versteh nicht so ganz
wo ihr bleibt
wenn ja - wenn -

da sind gerüche
unter den fingerkuppen
frisch und tiefgründig

letztlich unter den 
fingernägeln: entfaltend
vorüberhuschend

da liegt die programmzeitung
offen: ... da könnte ich
namen nennen ....

da stauch ich die lider
über die viel zu trocknen pupillen
da sterben nicht-

sess-hafte beim innehalten
vorübergehend 
abtauchen - schnauze halten - 

hin und wieder sollt man
sollt man - zerknittern
aber niemand - hält sich dran
fällt dann - wenn zeit ist  ...

Samstag, 13. Dezember 2014

TOM WAITS: SOMEWHERE | IRGENDWO | SL!DESHOW nach einem Foto von Taslima Akhter



SL!DE|SHOW nach einem Foto
von Taslima Akhter
zu einem Fabrikeinsturz in 
Bangladesh am 24.04.2013

__________________________ 
Music: Leonard Bernstein
Gesangstexte: Stephen Sondheim

 WEST SIDE STORY
SOMEWHERE
______________________________________
TOM WAITS

Deutscher Text


Es gibt einen Platz für uns
Irgendwo ein Platz für uns
Ruhe und Open-Air-
Wartet auf uns
Irgendwo

Es gibt eine Zeit für uns

Einige Tage eine Zeit für uns
Zeit zu Zweit
Und die Zeit zu ersparen
Zeit zu lernen
Zeit zu kümmern
Eines Tages

Irgendwo

Wir finden eine neue Art zu leben

Wir werden einen Weg finden zu vergeben

Irgendwo

Es gibt einen Platz für uns

Ein Ort und Zeit für uns
Halte meine Hand
Und wir sind auf halbem Wege
Halte meine Hand
Und ich werde dich dorthin bringen
Irgendwie
Eines Tages
Irgendwo

Freitag, 12. Dezember 2014

Waltzing Matilda & Waltzing Matilda & Waltzing Matilda | Wolfgang Ambros | Rod Stewart | Tom Waits


WOLFGANG AMBROS SINGT WAITS: tom traubert's blues (waltzing matilda) - zu einer Slideshow mit PhotoGraphics by SiNEDi/Eddy

Wer Tom Waits covert, wandert auf schmalem Grat. Des Meisters Melodien sind derart eingängig, dass man meinen könnte, das sei schon die halbe Miete. Andererseits sagt Waits selber, schöne Melodien seien dazu da, sie auf zu kratzen und gegen sie zu arbeiten. Wolfgang Ambros sieht das anders: "Waits hat ein Talent, dass man als genial bezeichnen muss; schreibt unglaublich geniale Musik, die er aber letztlich nur rudimentär aufbereitet und irgendwie hinkotzt. Ich denke einmal, dass das seine Intention ist und dass ich letztlich das gemacht habe, was er sich wahrscheinlich gewünscht hat: Dass jemand hergeht und seine Kotzbrocken zu dem formt, zu dem sie eigentlich gedacht sind." 

http://www.laut.de/Wolfgang-Ambros/Nach-Mir-Die-Sinnflut-Ambros-Singt-Waits-(Album)

http://nunchic.blogspot.com/2012/02/rod-stewart-waltzing-matilda-tom.html



Song hier anclicken (Lautsprecher-Symbol)

Tom Traubert's Blues (Matilda)
Wolfgang Ambros

Es is ned der Mond schuld,
dass i des jetzt erduld
i kriag nur wos i verdien.
I siech di morgen
Sog, kannst ma ned borg´n
A bissl wos, daß i irgendwer bin.
Wei i tanz heut an Walzer
mit der Matilda,
sie tanzt mit mir - und sie tanzt a mit dir.

I bin a unschuldig´s Opfer
und die Stroß´n san finster
die Soldaten, sie redn ned mit mir
kana koan englisch
und es is alles furchtbar
i bin nass und i kann nix dafür:
Dass i tanz heut an Walzer
mit der Matilda
sie tanzt mit mir - und sie tanzt a mit dir.

Die Hund belln, a Taxi kommt
Und bringt a Menge
von dem wos mi stärker mocht
I hob di gebeten, mi zu erstech´n
I bin auf die Knie gfalln
und du host nur glocht.
Dein Dolch host versteckt
und i hob mi erschreckt
so geg´n des Licht in der Nocht
Und wir tanz´n an Walzer
mit der Matilda
wir tanzen mit ihr - und sie tanzt a mit dir.

I hob sie geküsst
und i hob es gebüßt
und selbst der Spielautomat versteht
die Messerstecher
die Hur´n und die Pächter
sie olle wissen
worum es geht.
Sie tanzen an Walzer
mit der Matilda
sie tanzt mit an jedem
sie tanzt a mit dir.

I brauch ka Mitleid
denn Flüchtlinge wiss´n
die Straßen san ned für Träumer da
die Geister verkaufen
Erinnerung und sie
schleppen ihr Netz
und sie fangen dich, wo
du tanzt mit Matilda
tanzt mit Matilda
sie tanzt mit dir
und sie tanzt a mit mir.

Frog an Matrosen,
an Gefängniswächter,
sie wiss´n wie du und i,
dass die Matilda
ned wül, dass´ an jed´n g´hört,
sie bringt nur den um,
der´s wirklich wül ...
Und i tanz an Walzer mit der Matilda
sie tanzt mit mir
Und sie tanzt a mit dir.

Mei Koffer is old
und mei Rechnung is lang zold
in dem Hotel wo i bin.
Meine Wunden san offen
und i kann nur mehr hoffen,
weil im Bluat auf mein Hemd
is vül Whiskey drin
Guade Nocht Straß´nkehrer
Mistkübelausleerer
und Matilda, du waßt wo i bin.


ROD STEWART: waltzing matilda 
zu einer Slideshow mit PhotoGraphics by SiNEDi/Eddy


Song hier anclicken: Lautsprecher-Symbol



Waltzing Matilda ist in der Urfassung Australiens bekanntestes Volkslied und wurde oft als offizielle Nationalhymne vorgeschlagen. Der Text wurde im Jahre 1895 vom australischen Dichter Banjo Paterson geschrieben, der sich in Australien aufgrund seiner zahlreichen anderen Gedichte großer Beliebtheit erfreut.



Das Lied erzählt die Geschichte eines Tagelöhners/Landstreichers, der an einem einem Wasserloch unter einem Eukalyptusbaum sein Lager aufgeschlagen hat. Er fängt ein herumstreunendes widerspenstiges, schwer zu scherendes Schaf, und ertränkt sich lieber selbst, als seine Freiheit durch eine Festnahme durch die Polizei zu verlieren. 

Waltzing Matilda hat nichts mit Walzer tanzen zu tun. Vielmehr geht das Wort Waltzing auf das Wort "Walz - auf die Walz gehen" zurück, und Matilda bezeichnet im engeren Sinn die aufgerollte Schlafdecke ("Tucker Bag"), den im 19. Jahrhundert in Australien üblichen Umhängebeutel mit allen lebenswichtigen Utensilien der Tramps im australischen Outback. 

Waltzing Matilda ist Australian English und meint soviel wie: eine weite Wegstrecke mitgehen - unzertrennlich sein - das Einzige, was einem geblieben ist ... 

Wahrscheinlich in Kenntnis dieser Geschichte um das Lied und der Symbolsprache des Begriffs "Waltzing Matilda" hat der US-Sänger Tom Waits das Lied mit eigenen Texten in Tom Traubert's Blues (Four Sheets To The Wind In Copenhagen) kombiniert. 

Waits war fasziniert von den Vertretern der Beat Generation und ihrer Literatur. Er beschäftigte sich mit den Texten von Jack Kerouac, Allen Ginsberg und Delmore Schwartz. Inspiriert von der Rhythmik der Beatliteratur begann er seine ersten Lieder zu schreiben. Nach eigener Aussage ersetzte er dazu anfangs nur Stellen in Originaltexten bestehender Lieder durch Obszönitäten. 

Mit "Waltzing Matilda" ist vielleicht so etwas wie die unerreichbare Sehnsucht nach Liebe, Sicherheit und Geborgenheit in diesem ewigen "Krieg der Straße" gemeint. Wie eine klammernde unzertrennliche Frau zieht diese Sehnsucht, dieses Suchen nach Zu-Frieden-heit mit, mit dem Leben auf den Straßen, den tödlichen Bedrohungen in den Lebensauseinandersetzungen zwischen den Gangs, den Clans, den Banden, den Vierteln, den Nationen insgesamt ..., die wie eine australische "Waltzing Matilda" im Sinne der Urfassung während der rastlosen Walz und des ziellosen Umhertreibens an seinem Halse hängt, seine Schlafdecke ist, die mit ihm durch Dick und Dünn geht, unzertrennlich von ihm - wie vielleicht eine treue Ehefrau - und eben das Einzige ist, was man hat, was einem geblieben ist ... 

Rod Stewart griff diese Version auf und machte daraus einen Welthit.

(Literatur: WIKIPEDIA - Posts zu einschlägigen Youtube-Videos ...) 

Tom Waits - Tom Traubert's Blues (Four Sheets to the Wind in Copenhagen) - Waltzing Matilda





Deutscher Text:

Sturzbesoffen und kaputt, und diesmal kann der Vollmond nix dafür - 
na ja, ich wollt´s ja so, und das ist jetzt eben die Quittung.
Also bis morgen dann - das heißt, Frank, kannst du mir vielleicht zwei Dollar pumpen?
Wegen Waltzing Matilda, du weißt schon, wenn´s wieder mit Sack und Pack in den Krieg geht - schließlich tanzen wir ja beide unseren Walzer mit Matilda...

Ich habe mich als unschuldiges Opfer in einer Sackgasse verrannt,
die ganzen Soldaten hier gehen mir auf den Geist,
kein Schwein spricht Englisch, alles ist kaputt,
und mein letztes bisschen Kraft ist gerade am Absaufen -
von wegen Waltzing Matilda...

Bellende Hunde, ein wartendes Taxi - super, das ist genau das, was mir jetzt weiterhilft!
Ich hab dich angefleht, du sollst doch einfach zustechen, und du hast mir sogar schon das Hemd aufgerissen.
Jetzt knie ich immer noch da, völlig benebelt von diesem Old Bushmills-Fusel, und ich sehe im Gegenlicht deine Silhouette, wie sie den Dolch wieder einsteckt - sieht aus, als würdest du ihn dir selber in die Brust rammen.
Also weiter mit Waltzing Matilda...

Als ich sie geküsst habe, habe ich mein Christophorus-Medaillon verloren - das sollte mich doch eigentlich beschützen...
Nun, dieser elende Spielautomat, du weißt schon, dieser einarmige Bandit, wird schon wissen, wo es hingekommen ist.
Der verquere Chinese mit dem abgebrühten Blick,
auch die Mädels von der Striptease-Show -
sie alle tanzen nach der Pfeife von Matilda...

Nein, ich will kein Mitleid.
Die Flüchtlinge erzählen, dass es sich draußen auf den Straßen derzeit schlecht träumt, stattdessen gibt´s Mord und Totschlag am laufenden Meter.
Und der Geist, der Erinnerungen verkauft, will auch dabeisein, wenn Matilda loslegt...

Frag einen x-beliebigen Matrosen, meinetwegen auch einen Knastschlüssel oder die Veteranen im Rollstuhl:
Matilda gehört auf die Anklagebank, sie hat Hunderte auf dem Gewissen.
Aber wohin du auch gehst, sie bleibt dir auf den Fersen, unsere Waltzing Matilda...

Ein ramponierter alter Koffer in einem schäbigen Hotel am Arsch der Welt, eine Wunde, die nie verheilt.
Nee, Matilda ist keine parfümierte Primadonna,
eher ein altes Hemd voller Blut- und Whiskeyflecken.
Also dann gute Nacht, ihr Straßenkehrer, ihr Nachtwächter und Laternenanzünder.
Und auch dir für heute gute Nacht, Matilda - du gottverdammter, beschissener Krieg...

Christian Pfarr - swr.de




USA-Folter | no comment

Foltermethoden auf beschmutzter US-Flagge
FOLTERBERICHT

Bericht enthüllt brutale Foltermethoden der CIA

Rohe Gewalt und kaum Erkenntnisse: In den USA ist der Senatsbericht über die CIA-Verhörmethoden veröffentlicht worden. Demnach hat der Dienst die Regierung getäuscht.

Die Verhörtechniken der CIA in Geheimgefängnissen waren wesentlich brutaler als bisher angenommen und haben kaum Erkenntnisse gebracht. Das belegt der bisher umfassendste Bericht über umstrittene Verhörmethoden nach den Anschlägen vom 11. September 2001, der nun veröffentlicht worden ist. Der sogenannte Folterbericht bestätigt, dass der US-Geheimdienst Terrorverdächtige quälte, um Informationen von ihnen zu erhalten. Die Rede ist von "brutalen Verhörtechniken" des Geheimdienstes. Auch sollen mehr Gefangene in geheimen CIA-Gefängnissen festgehalten worden sein, als bisher bekannt.

In dem Bericht, einer Zusammenfassung eines insgesamt 6.700 Seiten umfassenden Dossiers, das immer noch der Geheimhaltung unterliegt, werden insgesamt 119 Gefangene der CIA aufgeführt. Bei mindestens 39 seien "erweiterte Verhörmethoden" angewandt worden. In 17 Fällen sei nicht einmal das Hauptquartier des US-Geheimdienstes informiert worden.

Aber auch das Weiße Haus, Abgeordnete und die Öffentlichkeit seien über das Ausmaß der Praktiken und deren Effektivität getäuscht worden, heißt es weiter. So habe der US-Geheimdienst bewusst ungenaue und sogar falsche Informationen weitergegeben. Weiter heißt es, diese Methoden hätten praktisch keine Erkenntnisse gebracht und seien über das hinausgegangen, was der damalige Präsident George W. Bush genehmigt habe.

Bis zu 180 Stunden Schlafentzug

Die Verhörtechniken seien auch von zwei externen Psychologen entwickelt worden. Kritiker seien ins Abseits gedrängt und Verstöße intern nur selten geahndet worden.

Der Bericht beschreibt einige der brutalen Verhörmethoden der CIA-Agenten: Die Gefangenen mussten teils bis zu 180 Stunden Schlafentzug, Schläge, Zwangsbäder in Eiswasser und Scheinhinrichtungen erleiden. Mehrfach wurde sogenanntes Waterboarding, simuliertes Ertrinken, angewendet. Hungerstreikende seien ohne medizinische Notwendigkeit rektal ernährt worden, heißt es in dem Bericht.

CIA verteidigt Vorgehen

Die verschärften Verhörmethoden des US-Geheimdienstes CIA hätten die Werte der USA beschmutzt, sagte US-Senatorin Dianne Feinstein zur Veröffentlichung des Berichts. Nach landläufiger Meinung handele es sich bei diesen Techniken um Folter. Die CIA habe die Regierung ungenügend und falsch über die tatsächlichen Verhörmethoden informiert. US-Präsident Barack Obama sagte, das Vorgehen der CIA habe dem Ansehen der USA in der Welt geschadet und nicht der nationalen Sicherheit gedient. Er werde als Präsident alles tun, "dass wir nie mehr auf diese Methoden zurückgreifen", hieß es in einer schriftlichen Erklärung.

Die CIA teilte in einer ersten Erklärung mit, das eigene Vorgehen habe sehr wohl Anschlagspläne vereitelt, die Festnahme von Terrorverdächtigen ermöglicht und "Leben gerettet". CIA-Direktor John Brennan räumte allerdings auch ein, dass das Verhörprogramm "Mängel hatte und die Behörde Fehler gemacht hat".

Warnung vor Anschlägen in US-Einrichtungen

Der Untersuchungsbericht war monatelang zurückgehalten worden. Gestritten wurde vor allem darüber, welche Teile geschwärzt werden müssen. Zahlreiche Republikaner hatten davor gewarnt, den Report publik zu machen. Namhafte Parteivertreter, darunter der frühere Vizepräsident Dick Cheney, verteidigten die von ihnen als "harsche Verhörmethoden" bezeichneten Praktiken als notwendig für den Schutz des Landes. Der prominente republikanische Senator John McCain distanzierte sich dagegen von den Methoden und sprach von Folter.

Bereits vor der Veröffentlichung hatte das Weiße Haus vor einem erhöhten Anschlagsrisiko für US-Einrichtungen weltweit gewarnt. Dem Nachrichtensender CNN zufolge wurden mehrere Tausend Marine-Infanteristen in Alarmbereitschaft versetzt. Sie sollen sich zum Schutz von Botschaften und anderen US-Einrichtungen in Afrika und im Nahen Osten bereithalten. US-Medien zufolge drängte US-Außenminister John Kerry die Ausschussvorsitzende Dianne Feinstein noch am Freitag in einem Telefonat zu einer erneuten Verschiebung, weil die Veröffentlichung neue Gewalt im Nahen Osten auslösen und das Leben von verschleppten US-Bürgern gefährden könnte.

Die USA hatten nach den Anschlägen 2001 ein weltweites System aufgebaut, um mutmaßliche Anhänger des Al-Kaida-Netzwerks zu verhören. Obama bezeichnete das Vorgehen als Folter und beendete das Programm nach seinem Amtsantritt im Januar 2009.

Quelle: ZEIT.de 

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Ein Staat, 
  • der Kriege beginnt ohne UN-Mandat,
  • der die Todesstrafe in vielen Bundesstaaten zulässt,
  • der mit der NSA und deren illegalen Abzapfmethoden die Bundeskanzlerin und viele Millionen Bürger belauscht und Dossiers erstellt,
  • und der solche Foltermethoden zugelassen hat und zulässt ...
  • und der sich weiterhin als moralisch höchststehender Welt-Polizist präsentiert ...
Ich muss mir einen Kommentar hierzu verkneifen: Das macht einfach nur sprachlos und kurzatmig und führt mich, dem diese USA von Kindesbeinen an immer als leuchtendes Vorbild "ein-|ge|stars&stripes|t" wurde, selbst in ein "inneres Waterboarding" - da bleibt mir einfach die Luft weg - und ich kann nicht mal mehr nach ihr japsen ... - ich drohe in soviel "Scheiße"*) einfach zu ertrinken ...
 *) US-Politiker Cheney, der frühere US-Vizepräsident unter George Bush, über das CIA-Folterpapier: "Der Bericht ist voller Scheiße" ... Man hätte vorher wenigstens mit ihm sprechen sollen ...

Letzter Augenaufschlag beim "Waterboarding"


Als Waterboarding wird eine Foltermethode des simulierten Ertränkens bezeichnet. Beim Opfer wird durch Ausnutzen des Würgereflexes physiologisch der Eindruck unmittelbar drohenden Ertrinkens hervorgerufen, indem durch ein Tuch über Mund und Nase, das ständig mit Wasser übergossen wird, der Atemwiderstand stark erhöht wird. Durch das Fixieren des Folteropfers in einer Position, in der sich der Kopf tiefer befindet als der restliche Körper, soll das Eindringen von Wasser in die Lungen und ein darauffolgendes tatsächliches Ertrinken verhindert werden. Waterboarding wird als Trauma wahrgenommen. Je nach der allgemeinen psychischen Stabilität des Opfers kann es zu schweren bis irreversiblen traumareaktiven Erkrankungen kommen.
Waterboarding gehört zu den Foltermethoden, die üblicherweise keine körperlichen Spuren hinterlassen (Weiße Folter), aber zu längerdauernden oder bleibenden psychischen Störungen führen können. Nachträgliche Beweise am Gefolterten selbst sind im Fall des Waterboardings daher nur selten zu erbringen.
Ursprüngliche Berichte behaupteten, dass der Widerstand der meisten Opfer in weniger als einer Minute breche. Dabei handelte es sich um Fehlinformationen, die aus der CIA an Medien weitergegeben wurden. Tatsächlich muss Waterboarding hierzu vielfach und gehäuft hintereinander eingesetzt werden. (WIKIPEDIA)





LICHTGRENZE | WORT DES JAHRES 2014 | impuls für die woche -157



"Lichtgrenze" ist Wort des Jahres 2014

"Lichtgrenze" ist das Wort des Jahres 2014. Die Berliner Lichtinstallation zum 9. November erinnere an die Freude des Mauerfalls vor 25 Jahren, begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ihre Wahl.

Die Sprachexperten in Wiesbaden wählen jeweils ein Wort, das in ihrer Sicht das ablaufende Jahr geprägt hat. 2013 entschieden sie sich für "GroKo" (große Koalition). Für 2014 wurde das Wort des Jahres aus mehr als 2300 Vorschlägen ausgewählt.

Auf Platz zwei ihrer Zehnerliste setzte die GfdS die "Schwarze 0". Auf Platz drei steht "Götzseidank" als Erinnerung an das WM-Siegtor von Mario Götze.

tagesschau.de




















Da geht einem das Licht auf: LICHTGRENZE als Wort des Jahres - ich denke mal, da hat die Berlin-Fremdenverkehrs-Marketing mitgemischt, damit es dazu kam ... Aber sei's drum - Wo manchem das Licht aufgeht - da zeichnet sich damit auch innerlich oft die Lichtgrenze ab - eben die Grenze zum Schatten:
  • WO VIEL LICHT IST - DA IST AUCH VIEL SCHATTEN ... sagt ja ein alter Sinnspruch ...
Also - als Urheber des Sprichwortes gilt Goethe, er lässt seinen Götz von Berlichingen sagen: »Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.« (Erster Akt – Jagsthausen. Götzens Burg/Götz) Götz spricht gerade mit seinem Sohn, die beiden haben sich lange nicht gesehen, der Sohn, Karl, will seinem Vater beweisen, was er alles gelernt hat, aber als sein Vater ihn fragt, ob er den Herrn von Berlichingen kennt, da weiß der Sohn keine Antwort, und als der Vater den Sohn fragt, warum er seinen Apfel gebraten essen will und nicht roh, sagt dieser, dass es ihm so besser schmecke. Als dann Adelbert von Weislingen, den Götz gefangen hält, um ihn zu manipulieren, eintritt und sagt: »Glückliches Kind! das kein Übel kennt, als wenn die Suppe lang ausbleibt. Gott laß’ euch viel Freud am Knaben erleben, Berlichingen«, antwortet Götz: »Wo viel Licht ist, ist starker Schatten – doch war mir’s willkommen.«

Und bei den physikalischen Gegebenheiten hat Goethe selbst in seiner Farbenlehre über den Schatten geschrieben: »Ein Schatten, von der Sonne auf eine weiße Fläche geworfen, gibt uns keine Empfindung von Farbe, solange die Sonne in ihrer völligen Kraft wirkt. Er scheint schwarz oder, wenn ein Gegenlicht hinzu dringen kann, schwächer, halberhellt, grau. Zu den farbigen Schatten gehören zwei Bedingungen, erstlich, dass das wirksame Licht auf irgend eine Art die weiße Fläche färbe, zweitens, dass ein Gegenlicht den geworfenen Schatten auf einen gewissen Grad erleuchte.«

Tatsächlich aber ist es ja so: Einen Schatten gibt es nur, wenn die Lichtquelle so stark ist, dass außerhalb des Schattens noch eine Lichtreflexion wahrgenommen werden kann. Sterne leuchten zum Beispiel so schwach, dass sie keinen sichtbaren Schatten erzeugen.

Was sagte Goethe angeblich, als er starb? »Mehr Licht!« Der Mann wusste Bescheid. Und nur "böse Zungen" behaupten, dieses von Goethe überlieferte »Mehr Licht!« sei in Wahrheit der Satz in schwächelnder hessischer Mundart: »Mir ist schlecht!« von Goethe auf dem Sterbebett gewesen ...
  • Die Lichtgrenze in der Bibel
Und deshalb stimmt das Sprichwort auf allen Ebenen, und es stimmt auch diese Bibelstelle bei Hiob 14:2-3

»Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.«

Licht & Schatten - Licht & Dunkelheit - das sind feste Metaphern in der Bibel - also genau der Schnittpunkt - ebenfalls andauernd die Beschreibung einer Lichtgrenze ...

Denn weitere biblische Textstellen zur Lichtgrenze sind zum Beispiel:

Hiob 24:13-17
Jene sind abtrünnig geworden vom Licht und kennen seinen Weg nicht und kehren nicht wieder zu seiner Straße.…

Johannes 1:4-5
... In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht begriffen.

Matthäus 5:15
Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind.

Johannes 3:19
Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.

Johannes 12:36-40
Glaubet an das Licht, dieweil ihr es habt, auf dass ihr des Lichtes Kinder seid.…

Apostelgeschichte 26:18
... aufzutun ihre Augen, dass sie sich bekehren von der Finsternis zu dem Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, zu empfangen Vergebung der Sünden und das Erbe samt denen, die geheiligt werden durch den Glauben an mich.

Und auch wir angeblich so nüchternen und gottferneren Menschen heutzutage spüren in unserem "Gewissen" eben jene innere Lichtgrenze, wenn das "Gute" - das Lichte - verlassen wird - und wir in den inneren Schatten, in die Dunkelheit, eintauchen ...: vom Guten ins Schlechte Gewissen gleiten ...
  • Die Lichtgrenze in der Psychologie von C.G. Jung
Die Psychologie beschreibt die Lichtgrenze  mit dem wichtigsten Archetypen, dem "Schatten", als eine unbewusste Grundassoziation in der Analytischen Psychologie von Carl Gustav Jung. Der Begriff steht mit der weit verbreiteten Vorstellung eines persönlichen Schattens in Beziehung.

(Umganssprachlich heißt es ja auch: "Der und der hat doch echt nen Schatten" ...).

Der "Schatten" im Jungschen Denkgebäude stellt das Gegenstück zum Archetyp der Persona dar und steht daher für die negativen, sozial unerwünschten und daher unterdrückten Züge der Persönlichkeit, für jenen Teil des „Ich“, der wegen gesellschaftsfeindlicher Tendenzen in das Unbewusste abgeschoben wird. Seine Entwicklung beginnt bereits in den ersten Lebensjahren des Menschen infolge der von der Umwelt an das Individuum herangetragenen Anforderungen, Erwartungen, Ge- und Verbote, die nur einen Teil der Persönlichkeit zur Entfaltung kommen lassen. Der Schatten wächst parallel zur Persona, gleichsam als deren „Negativ“. Eine gewisse Parallele besteht zum Freudschen Begriff des Es, das im Gegensatz zu Ich und Überich ebenfalls die unbewussten Teile der Persönlichkeit repräsentiert.

Zunächst wird der eigene Schatten gewöhnlich negiert oder aber auf Personen und Objekte außerhalb des eigenen Ichs projiziert.
  • Die Auseinandersezung mit der innerpsychischen Lichtgrenze
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schatten, seine Integration in die Gesamtpersönlichkeit, zählt nach Jung indes zu den zentralen Aufgaben des menschlichen Reifeprozesses und stellt einen unabdingbaren Schritt auf dem Weg zur Ganzwerdung (Individuation) dar. 

Als vorwiegend moralisches Problem fordert sie vom Individuum beträchtliche seelische Anpassungsleistungen. Häufig ist sie auch Gegenstand der Psychoanalyse. Auf einer alltäglicheren Ebene entspricht diesem auch die bekannte Wendung „über seinen Schatten springen“ oder eben „einen Schatten haben“.

In Träumen, Mythen und Erzählungen tritt der Archetyp des Schattens häufig als Fremder, als Feind, als Rivale oder allgemein als eine dem Träumer bzw. Protagonisten negativ gesinnte Person auf. In aller Regel gehört sie dem gleichen Geschlecht an wie er selbst, unterscheidet sich von ihm aber häufig etwa durch Hautfarbe oder Nationalität. Meist geht von der Figur etwas Bedrohliches, ein Misstrauen oder etwas Furchterregendes aus. Nicht selten kommt es auch zu einem Kampf des Träumers mit der Figur, was der genannten Auseinandersetzung des Menschen mit seinem Schatten entspricht.

Auch in der Mythologie sowie in Werken der Kunst und Literatur wurde der Archetyp des Schattens vielfach verarbeitet. Bekanntes Beispiel ist Mr. Hyde, die negative, verbrecherische Seite des tugendhaften Arztes Dr. Jekyll in Robert Louis Stevensons gleichnamiger Erzählung. In Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ bannt ein Maler den Schatten des Protagonisten Dorian Gray in ein Gemälde, das künftig die Spuren seines wilden Lebenswandels widerspiegeln wird, während er selbst unverändert jung und schön bleibt.

Weltweit ist in Märchen und Sagen das Motiv des Ritters anzutreffen, der einen Drachen besiegen muss, um die Hand einer Jungfrau, Prinzessin oder dergleichen zu gewinnen. Soweit der Drache hier nicht als Mutterarchetyp gedeutet wird, wird er meist als Ausprägung des Archetyps des Schattens aufgefasst, der insbesondere der Erweckung der Anima und damit der Aufnahme von Liebesbeziehungen im Wege steht. Die Tötung des Drachen steht insofern allegorisch für die erfolgreiche Auseinandersetzung mit dem Schatten. Auch der älteste niedergeschriebene Mythos, das Gilgamesch-Epos, enthält in der Auseinandersetzung des Helden mit seinem tierhaften Blutsbruder einen Abriss der Schattenproblematik.

Nach ihrer Verdrängung in das Unbewusste entfalten die negativen Züge der eigenen Persönlichkeit meist erhebliche Dynamik und Wirksamkeit. Sie bricht sich nach Jung zum einen in entsprechenden (Alb-)Träumen des Betreffenden Bahn. Wenn die Integration des Schattens unterbleibt, kann es auch zu seiner Projektion auf andere Personen oder Gruppen, kommen. 

Auf diese Weise entstehen unter anderem Vorurteile, aber auch das bekannte „Sündenbock“-Syndrom und Phänomene wie Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus oder auch Homophobie. Auch die Idee des Teufels wird mitunter mit der Projektion des Schattens nach außen erklärt. Die Projektion des Schattens nach außen ist auch Teil des psychiatrischen Krankheitsbildes der Paranoia.

Historisch wurde dieser Prozess mitunter zu politischen Zwecken gezielt herbeigeführt, um etwa die Kriegslust gegenüber anderen Völkern anzustacheln.

Also: Lichtgrenze ist doch ein schillernd erleuchtendes Wort des Jahres - gerade in diesen Adventstagen: Und die ganze Adventszeit ist eigentlich genau diese Lichtgrenze - die in der Heiligen Nacht bei totaler Dunkelheit und Sternenfunkeln urplötzlich mit der Geburt eines Kindes in einem abgelegenen Stall in gleißendes Licht tritt ...

Unter Verwendung von Gedanken aus WIKIPEDIA, DIE ZEIT 










Donnerstag, 11. Dezember 2014

Leonard Cohen - hier zum x-ten Male: HALLELUJAH ...

please click on the speaker-icon ...

Hallelujah Songtext 
Übersetzung

Ich hab gehört, es gäbe da so einen geheimen Akkord,
den David damals spielte und an dem Gott auch Gefallen fand.
Aber du interessierst dich nicht für Musik, oder?
Das Ganze geht so: F-Dur, G-Dur, A-Moll, F-Dur,
und damit komponierte der verwirrte König das Halleluja.

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

Dein Glaube war stark, aber du brauchtest einen Beweis,
dann sahst du sie auf dem Dach baden und ihre Schönheit
zusammen mit dem Mondlicht haben dich einfach überwältigt.
Sie fesselte dich an einen Küchenstuhl,
zerstörte deine Krone und schnitt dir die Haare ab.
Und entlockte deinen Lippen ein Halleluja.

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

Baby, ich war schon mal hier.
Ich kenne dieses Zimmer, ich bin schon auf diesem Fussboden gelaufen.
Ich habe immer allein gelebt, bis ich dich kennenlernte.
Ja, ich habe deine Flagge auf dem Marmorbogen gesehen,
Aber Liebe hat doch nichts mit einemTriumpfzug zu tun.
Sie ist nur ein kaltes und total zerstörtes Halleluja.

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

Du sagst, ich würde vergeblich den Namen Gottes in den Mund nehmen,
dabei kenne ich seinen Namen nicht einmal.
Aber wenn es denn so ist, welche Bedeutung hätte das denn für dich?
In jedem Wort strahlt ein gewisser Lichterglanz,
es macht also keinen Unterschied welches du nun gehört hast:
Das heilige oder das zerbrochene Halleluja.

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

Ich habe mein Bestes gegeben. Ich weiß, es war nicht viel.
Ich war unfähig zu fühlen, und darum habe ich Kontakt gesucht.
Ich sage die Wahrheit, ich bin nicht gekommen um dir was vorzumachen.
Und auch wenn alles schief gelaufen ist, stehe ich vor dem Musik-Gott mit nichts auf meiner Zunge als Halleluja.

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

Hallelujah

LEONARD COHEN: Live-Version
Deutsche Übersetzung

Baby, ich war schon mal hier.

Ich kenne dieses Zimmer, ich bin schon auf diesem Fussboden gelaufen.
Ich habe immer allein gelebt, bis ich dich kennenlernte.
Ja, ich habe deine Flagge auf dem Marmorbogen gesehen,
Aber Liebe hat doch nichts mit einem Triumphzug zu tun.
Sie ist nur ein kaltes und total zerstörtes Halleluja.

Es gab mal eine Zeit, da hast du mir gesagt,

was dich im Innersten bewegt.
Aber jetzt hältst du alles vor mir verborgen, oder?

Aber ich weiß noch, wie ich in dich hineingekrochen bin,

Und die heilige Taube war dabei auch mit im Spiel.
Und jeder Atemzug von uns war ein kleines Halleluja.

Mag sein, dass es da einen Gott gibt.

Aber alles was ich von der Liebe gelernt habe,
ist jeden sofort niederzuschießen, der dich mir ausspannen will.

Aber das was du heute Nacht hier hörst soll kein Klagelied sein,

und auch nicht das Siegerlächeln von jemandem, der glaubt das Licht gesehen zu haben.
Nein, es ist nur ein kaltes und sehr einsames Halleluja.


Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.