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Dienstag, 30. Juni 2015

Überwachung - wir lieben sie: Der Graphiker und Videokünstler Alexander Lehmann



Heute möchte ich Ihnen den Graphiker und Videokünstler Alexander Lehmann (*1984) vorstellen, der mit einfachen klar gegliederten didaktischen Mitteln und Aussagen - dafür aber mit höchstem graphischen Niveau - den Zustand unserer komplizierten Cyber-Welt abbildet, erklärt und vor den Gefahren warnt ...



Alexander Lehmann
mediaconventionberlin.com
Alexander Lehmann 

(* 1984) ist ein deutscher Graphiker und Videokünstler, der durch das politische Webvideo Du bist Terrorist bekannt wurde.

Alexander Lehmann schloss 2005 seine Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten ab. Anschließend studierte er Virtual Design an der Fachhochschule Kaiserslautern. Lehmann arbeitete an der Produktion der kanadischen Produktion District 9 mit. Seitdem ist er als freier Filmemacher und Autor tätig. Er lebt heute in Köln.

Für seine Produktionen benutzt er 3ds Max und verschiedene Compositing-Programme. Für seine ersten Filme verwendete er fünf Computer zum Rendern. Lehmann arbeitet mit dem Sprecher Ernst Walter Siemon und Tontechnikern zusammen.

Sein erstes Video, Du bist Terrorist, das Alexander Lehmann im Mai 2009 zunächst auf einer dafür eingerichteten Website veröffentlichte, wurde bei mehreren Filmfestivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet. Ende 2009 folgte Rette deine Freiheit. Im Juli 2010 wurde mit Willkommen bei Facebook ein weiteres Video von ihm auf der Website der NDR-Satire-Sendung Extra3 veröffentlicht. Das Video kritisiert den Umgang der Internetplattform Facebook mit den Daten seiner Nutzer.

Alle diese Videos lizenzierte Alexander Lehmann unter einer Creative Commons-Lizenz, die die Weiternutzung unter bestimmten Bedingungen gestattet. Als das Video Du bist Terrorist sowie weitere Webvideos von Mario Sixtus nach einer Aufforderung der GVU dennoch von der Videoplattform vimeo gelöscht wurden, wurde dies in Blogs und bald auch Presseberichten kritisiert.

September 2010 folgte das Video Buugle weiß alles - über dich, ebenfalls auf der Website von Extra3. Ende September zeigte Extra3 unter dem Titel „Spieletipp: Gesundheitsreform“ einen Beitrag, der die Gesundheitsreform von Philipp Rösler im Stile eines Gesellschaftsspiels darstellte.

2011 erschien das Video "Tipps für afrikanische Flüchtlinge", in dem unter anderem die Grenzschutzagentur Frontex thematisiert wird.

Seit Oktober 2010 produziert Lehmann im Auftrag des ZDF die Animationen für „Uebermorgen.TV“. Im Januar 2011 erschien in Zusammenarbeit mit Extra3 das Video Toll: Der neue Perso.

Filmografie - u.a.

2009: Du bist Terrorist

2009: Rette deine Freiheit
2010: Willkommen bei Facebook
2010: Buugle weiß alles - über dich
2010: Spieletipp: Gesundheitsreform
2010: Lobbyismus für Dummies
2011: Toll: Der neue Perso
2011: Unternehmensmanager 2011
2011: Liebe Afrikaner (Tipps für afrikanische Flüchtlinge)
2011: Deutsche Atomkonzerne
2011: Das Netzwerk
2012: MOGiS und Freunde - Info-Spot
2012: KMW Leopard 2 A7+
2013: Telekom - Netz der Zukunft
2014: Wir Lieben Überwachung
2015: Netzneutralität tötet

WIKIPEDIA



http://www.alexanderlehmann.net/
https://www.youtube.com/user/alexanderlehmann

Montag, 29. Juni 2015

Elfmeter für Griechenland .... - in der 87. Minute ????????????????






Natürlich haben alle Regierungen der Welt das Recht, fragwürdige Entscheidungen ihrer Regierungspolitik mit einem Referendum "für" oder "dagegen" absegnen zu lassen - so auch Griechenland und Herr Tsipras und Herr Varoufakis - alles gar keine Frage ...

Und ich wäre der Letzte (lesen Sie dazu meinen Blog mit den einschlägigen Posts), der da insgesamt nicht auf der Seite der Griechen stünde und dessen Herz links - aber am rechten Fleck - schlägt ...

Aber: Augen zu - und durch - so läuft das hier nicht - denn "bei Geld hört die Gemütlichkeit ja bekanntlich auf" - sagt der Volksmund - womit dieser Volksmund ja schon so etwas von echt Recht hat ...:

Was Herr Tsipras da nun veranstaltet - müde und durchzockt - und ohne jede Reaktionsfähigkeit mehr - nach einer Art "Gehirnwäsche", die ihm die übrigen 18 €URO-Staats-Delegationen "verpasst" hatten: ist einfach nur dilettantisch, unprofessionell, und ganz ganz schlechtes Handwerk und Timing ...

Natürlich hat  Tsipras Recht - und ich teile das mit ihm - wenn er einen ausbleibenden "Schuldenerlass" mokiert - und wenn er auf ein Aufschieben der nächsten Raten gesetzt hatte - aber damit wäre zwar kurz- bis vielleicht doch mittelfristig endlich die "Kuh vom Eis" - aber grundständig gelöst hätte sich damit noch gar nichts ...

Was da Angie und ihr treuer Vasall, der gute 25-%-Gabriel, vor sich hin blubbern - nun - das soll sich  - wie immer - für uns anhören - "bei aller gebotenen Solidarität mit dem griechischen Volk" - wie "hehres Gewört" - wie "glasklare" Konsequenz - und - wie die Sozialdemokraten das gerne formulieren - wie "harte Kante zeigen" - wie "bis hierher und nicht weiter" - aber es fühlt sich an wie die nackten Schaufensterpuppen beim pleitegegangenen Karstadtkonzern - die immer noch stereotyp wie eingefroren bis in alle Ewigkeit mutig weitergrinsen - und ihre Händchen model-haft in einer Art Ballettgestik zierend leicht storchenschnabelähnlich mit gespreizten Fingern gekonnt nach oben spreizen ... 



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Und das ist für mich ungefähr so - wie wenn ich ein Fan wäre - von - sagen wir mal - Borussia Dortmund - und im DFB-Pokal-Endspiel in Berlin stünde es 3 Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit 2:1 für den Finalgegner Bayern München - und plötzlich und völlig ausgelaugt und am Ende aller sich innerlich kaum noch aufbäumenden Kräfte erinnere sich das eindeutig feldüberlegene Dortmund an einen nicht gegebenen Elfmeter in der 45.+3. Spielminute, als Alabi den aufgerückten Schmelzer - sehr schwer erkennbar - aber hinterrücks - ca. 4 cm hinter der Strafraumlinie so gut wie sowas von bös gefoult haben soll - (die Zeitlupen-Aufnahmen, die während der Halbzeit-Pause gezeigt werden, bestätigen das wohl ...) - und plötzlich - wie auf ein Kommando des Trainers hin - es steht immer noch 2:1 für München  - halten alle Dortmunder in der mittlerweile 87. Spielminute inne ...  - oder war es schon die 88./89. Minute ??? ............................................................
............................. und marschieren dann "wegen der erlittenen Schmach am äußersten Ende der ersten Halbzeit" schnurstracks - ohne jeden Schlusspfiff - oder sonstwas - einfach - irgendwie trotz allem sportlich-solidarisch - ab in die Kabinen ...: Und das ist dann: Spielabbruch - Verhandlung vor dem Sportgericht - 6 Wochen Sperre - 4 Punkte Abzug in der nächsten Saison von Anfang an ... und eine Trainerentlassung wird obendrein diskutiert - und - und und ... aber eigentlich - insgesamt - ist das alles - jawohl: alles - "überflüssig wie ein Kropf" ...

P.S. Doch vielleicht bin ich mit diesen Zeilen auch nur der Propaganda-Dauerberieselung erlegen, der wir in Deutschland ja in allen Medien - jetzt erst recht - ausgesetzt sind ...  - Hoffentlich lässt sich der "wahre" Sachverhalt dann vor dem Obersten Europäischen Gericht klären - was Herr Varoufakis ja angkündigt hat ... - allerdings: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) ist so neutral ja vielleicht nicht - bei dem Verhältnis von 18:1 in der Währungsunion - Und wie heißt es folgerichtig doch im Volksmund: "Wes Brot ich ess - des Lied ich sing...".





ERD-CHARTA wird 15 ...



Aus der Präambel der ERD-CHARTA 
Die Erde, unsere Heimat 
Die Menschheit ist Teil eines sich ständig fortentwickelnden Universums. Unsere Heimat Erde bietet Lebensraum für eine einzigartige und vielfältige Gemeinschaft von Lebewesen. Naturgewalten machen das Dasein zu einem herausfordernden und ungewissen Ereignis, doch die Erde bietet gleichzeitig alle wesentlichen Voraussetzungen für die Entwicklung des Lebens. Die Selbstheilungskräfte der Gemeinschaft allen Lebens und das Wohlergehen der Menschheit hängen davon ab, ob es uns gelingt, eine gesunde Biosphäre zu bewahren mit all ihren ökologischen Systemen, dem Artenreichtum ihrer Pflanzen und Tiere, fruchtbaren Böden, reinen Gewässern und sauberer Luft. Die globale Umwelt mit ihren endlichen Ressourcen ist der gemeinsamen Sorge aller Völker anvertraut. Die Lebensfähigkeit, Vielfalt und Schönheit der Erde zu schützen, ist eine heilige Pflicht.



Am 29.06.2000 - heute vor 15 Jahren - fand die feierliche Veröffentlichung der endgültigen Version der ERD-CHARTA im Friedenspalais in Den Haag (Niederlande) statt.

Die ERD-CHARTA (Link) versteht sich als eine inspirierende Vision für eine zukunfsfähige und gerechte - "gute" - Welt und soll als völkerrechtlich verbindlicher Vertrag von der internationalen Staatengemeinschaft ratifiziert werden.

Weitere Infos, Anregungen und Texte - Unterzeichnungsmöglichkeiten - unbedingt hier clicken


Idee zu diesem Post aus: "weltverbunden leben" 2015 | Reich-Gottes-Impulse für jeden Tag, Eintrag für den 29.06.2015 - S. 130 ...

CHINAREIS


IN CHINA KIPPT NICHT NUR DER BERÜHMTE SACK REIS UM ...



Field|Art - Land|Art: DPA - SPIEGEL.de-Fotostrecke


Natur, Musik, Frieden: Mit ihren Naturwerken malen die Bauern ihre Gebete und Segenswünsche.

Sonntag, 28. Juni 2015

gedicht & bild: das licht hat dir ins auge gemacht ...

S!NEDi | das licht hat dir ins auge gemacht ... - 2015

das licht hat dir ins auge gemacht
geblendete tiefe
scheintod die nacht 
augapfel aber - fällt weit nicht vom stamm
rollt übers eck -
da liegt der apfel im dreck 
ganz tief ins gewissen
trifft dich sein strahl
direkt beim wein - heut ist's herrenmahl ... 

sinedi

Arbeiter in Griechenlands Weinbergen ....

Rembrandt: Skizze zu "Arbeiter im Weinberg" - Quelle: wegwahrheitleben.wordpress.com



Das "Reich" Gottes ist in der folgenden Geschichte mit der Wirklichkeit eines Menschen, und zwar eines Grundbesitzers, zu vergleichen. Er ging gleich am frühen Morgen los, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. Nachdem er mit den Arbeitern einen Denar für den Tag vereinbart hatte, schickte er sie in den Weinberg. Und als er um die dritte Stunde hinging, sah er andere arbeitslos auf dem Markt stehen. Auch zu ihnen sagte er: ›Geht auch ihr in den Weinberg, und ich werde euch geben, was recht ist.‹ Und sie gingen da hin. Um die sechste und neunte Stunde ging er wieder hin und tat dasselbe.
Als er um die elfte Stunde hinkam, fand er andere dort stehen und sagt zu ihnen: ›Warum steht ihr hier den ganzen Tag arbeitslos?‹ Sie antworten ihm: ›Weil niemand uns eingestellt hat.‹ Er sagt zu ihnen: ›Geht auch ihr in den Weinberg.‹ Als es Abend geworden war, sagt der Weinbergbesitzer zu seinem Aufseher: ›Rufe die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn aus. Fange bei den letzten an, bis zu den ersten.‹

nach einem Foto von blog zwoelberich.de

So kamen die von der elften Stunde und erhielten je einen Denar. Als die ersten kamen, meinten sie, dass sie mehr bekommen würden. Doch auch sie erhielten je einen Denar. Sie nahmen ihn und beschimpften den Grundbesitzer: ›Diese letzten da haben eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir doch die Last des Tages und die Hitze aushalten mussten.‹ Er sagte zu einem von ihnen: ›Mein Lieber, ich tue dir kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm, was dir gehört, und geh! Ich will nämlich diesem letzten dasselbe geben wie dir.
Oder ist es etwa nicht erlaubt, mit meinem Eigentum zu machen, was ich will? Bist du etwa neidisch, weil ich gütig bin?«

(Vers 16: Vergleicht! Die Letzten werden die Ersten sein und die Ersten die Letzten.«)

Matthäus 20, 1-15/16 (nach BigS)

nach einem Foto von bordeaux.com


Das Gleichnis erzählt von der Art von Gerechtigkeit, die dem Reich-Gottes-Charakter der Welt gemäß ist. Sie ist nicht leistungs-, sondern bedürfnisbezogen. Alle bekommen, was sie zum Leben brauchen, nicht mehr, aber auch nicht weniger, unabhängig vom Maß ihrer Arbeit. Jesus interpretiert das Wort „gerecht“ im Sinn des Reiches Gottes um, indem er es mit dem Adjektiv „gut“ gleichsetzt. Es handelt sich hier nicht um eine Art Predigt über das gütige Wesen Gottes, die die realen Zustände auf der Welt nicht berührt. Im Gegenteil: Diese Geschichte geht ganz selbstverständlich davon aus, dass die ökonomischen Verhältnisse dem Wesen des Reiches Gottes zu entsprechen haben, in der nicht Leistung und Leistungsfähigkeit, sondern die Bedürfnisse des Menschen alleiniger und alles bestimmender Maßstab sind. Diese aber sind weitgehend gleich. Deshalb bilden Menschen im Reich Gottes immer eine egalitäre Gesellschaft. - Der folgende Vers 16, der Jesus fälschlicherweise und seine Botschaft verfälschend in den Mund gelegt worden ist („So werden die Letzten Erste und die Ersten Letzte sein.“) missversteht das Gleichnis völlig: Es geht nicht um die Umkehrung der Reihenfolge (bei der Auszahlung des Lohnes hat sie rein erzähltechnische Gründe), sondern um die Gleichheit, es geht nicht um die Zukunft bzw. das Jüngste Gericht, sondern um die Gegenwart.

(Pfarrer Claus Petersen - im "Weltverbunden leben"-Kalender 2015 | Reich-Gottes-Impulse für jeden Tag - Sonntag 28. Juni | S.129/130)

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Dies ist das rechte Gleichnis Jesu für die Probleme unserer Zeit - auch zum allgegenwärtigen €uro-Knete-Streit mit Griechenland: Die sogenannten "christlichen" Parteien bzw. Regierungen in €uropa sind bereits von "der Wirtschaft" und "den Märkten" so korrumpiert, dass sie diese Art von der tatsächlichen "Gerechtigkeit", von der Jesus aus dem "Reich" Gottes in diesem Gleichnis berichtet, gar nicht mehr auf dem Schirm haben: eben nicht leistungs-, sondern in erster Linie bedarfsbezogen zu denken: Was braucht der Mensch ??? - auch der griechische Mensch ... der mit uns über die €U und der Währungsunion im Solidaritätsverbund und Beistandspakt lebt - und die Bedarfe eines jeden Griechen sind den Bedarfen der Menschen des übrigen €uropas gleich oder ähnlich ... Es geht um die Menschen dort - und nicht um die Banken - um Zinsen - um Schulden - ums Zocken um das liebe Geld ... Es geht nicht um die fort- und festgeschriebene Leistung und die Effizienzen in Griechenland - von der das gesamte nichtgriechische Ausland anscheinend besser weiß, wie es dort zu laufen hat - es geht um das, was die Griechen - was alle Menschen an und für sich zum Leben benötigen - um nicht mehr - aber auch nicht weniger ...
Unbedingt hier clicken ... 
Griechen€uro


S!NNTAGSMALER: Kreuzkirche Sennestadt aus 1,5 km Entfernung

S!NEDi | S!nntagsmaler: Kreuzkirche in Sennestadt: Sichtachse aus ca. 1,5 km Entfernung

Kunst kann ... - DIE WELT IST BLAU

Kunst kann nicht modern sein. Kunst ist urewig. Egon Schiele | DIE WELT mit BLAU-Kunstbeilage vom 27.06.2015




Samstag, 27. Juni 2015

Stuhlgang - aber richtig - Giulia Enders und ihr "Darm"-Buch ...



Der Darm fasziniert

700 Zuhörer lauschen Bestseller-Autorin Giulia Enders

VON BJÖRN LEISTEN | NW



Sie hat über ein Tabuthema geschrieben. Prompt landete sie mit ihrem Buch auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Giulia Enders' Werk "Darm mit Charme" war die Überraschung in der Sachbuchszene 2014. Und das Interesse hält an: Enders widmete sich ihrem Thema im Bielefelder Cinemaxx vor ausverkauftem Haus.

Mit einfachen Zeichnungen und ungeschönter Sprache erklärt die Mikrobiologin, wie der Darm funktioniert und warum er so wichtig für den Menschen ist. "Wir unterschätzen unseren Darm", sagte Enders, während sie über dieses komplexe Organ sprach. Als sie sich zum ersten Mal an das Thema wagte, sei sie selbst überrascht gewesen, dass der Darm viel mehr zu bieten hatte als erwartet.


Da wären beispielsweise die Schließmuskeln am Ende des Darms. Die meisten Menschen wüssten nur vom hinteren Muskel, den sie auch selbst kontrollieren können. Kurz davor befinde sich jedoch noch ein weiterer Muskel, der kontrolliert, welche Substanzen - ob fest, flüssig oder gasförmig - durchgelassen werden.

Auch die vielleicht peinlichste aller Fragen, "Wie kacke ich richtig?", beantwortete die Medizinstudentin. Die klassische Sitzweise vieler Menschen sei falsch. "Gelegentlich muss man seine Gewohnheiten hinterfragen. Auch die, ob man richtig auf dem Klo sitzt." Man solle seinen Stuhlgang nicht etwa wie auf einem Stuhl erledigen, sondern vielmehr in der Hocke sitzen, um sich zu erleichtern. Erst dadurch werde der Weg frei vom Darm bis zum Ende.

Ihr drittes Thema begeistert Giulia Enders selbst am meisten: Bakterien. Die junge Mikrobiologin räumte mit den Vorurteilen auf, dass alle Bakterien schädlich für uns Menschen seien. "In Wahrheit sind über 95 Prozent der Bakterien, mit denen wir täglich in Kontakt geraten, gut für uns."

Regelmäßige, akribisch durchgeführte Desinfektionen seien überhaupt nicht notwendig, um sich der Gefahr von Krankheiten zu widersetzen. Meist reiche bereits Wasser mit einem einzigen Tropfen Putzmittel, um alltäglichen Dreck zu beseitigen, so Giulia Enders.

In einer Gesprächsrunde hatten die 700 Besucher im Kinosaal die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Enders standen dabei drei Chefärzte des Bielefelder Klinikums zur Seite.

Das gewaltige Interesse an ihrem Thema hatte die 25-jährige Enders schon auf dem Weg nach Bielefeld im Zug zu spüren bekommen. Sie reagierte darauf, indem sie einfach mal ihr Buch verschenkte.

Text: © 2015 Neue Westfälische - 03 - Bielefeld Süd, Freitag 26. Juni 2015

Freitag, 26. Juni 2015

Griechenland-"Krise": Propaganda - aber richtig ...

Berichterstattung über Griechenland


Merkels Propagandamaschinerie



Seit Jahren ist "Rettung" das Wort, das viele Journalisten benutzen, um die Geschichte der derzeitigen aber eigentlich fast schon seit 5 Jahren permanent andauernden €uro-Krise um Griechenland zu erzählen: Mit einem Wort wird etabliert, wer etwas tut und wer nichts tut, wer aktiv ist und wer passiv, wer am Abgrund steht und wer mit der helfenden Hand herbeieilt.

selbsterklärend | S!NEDi|Brandstätte


Mit einem Wort werden Schuld und Abhängigkeit hergestellt, mit einem Wort werden Dankbarkeit und Versagen festgelegt, mit einem Wort wird moralisch gerichtet - die Analyse kommt nicht mehr hinterher, wenn erst mal die emotionale Ebene erreicht ist.

Der Retter ist ja im Recht, das suggeriert dieses Wort, er ist im Besitz der Wahrheit, er hat das Gute auf seiner Seite, er handelt aus höheren Motiven - "Rettung" ist deshalb ein Wort, das im Politischen an sich oder im politischen Journalismus als solchem nichts verloren hat, denn es verschleiert die Motive und Interessen, aus denen Politik besteht.

Ich habe zum Beispiel noch keine Schlagzeile gelesen, die lautete: "Merkel rettet die Banken" - dabei wäre auch das eine sehr plausible Verkürzung dessen, was in Europa spätestens seit 2010 passiert ist.

Und auch diese Schlagzeile fehlt noch: "EU und IWF planen Staatsstreich in Griechenland". Dabei kann man die Eurokrise durchaus so zusammenfassen: Wenn es darum geht, Griechenland in die Knie zu zwingen, und so wird das immer intoniert, nimmt man ein mögliches Scheitern der griechischen Regierung gern in Kauf.

Primär wird der Kapitalismus gerettet

"Es ist ein erstaunliches Spektakel", schreibt etwa Ambrose Evans-Pritchard, ein "Burke-Konservativer", wie er sich selbst nennt, kein Linker - die Europäische Zentralbank und der IWF, meint er, würden "wie rasend auf eine gewählte Regierung einprügeln, die nicht das tut, was sie wollen".

Auch Jürgen Habermas hat in dieser Woche noch mal auf das grundlegende Demokratiedefizit der EU hingewiesen - es werden in Griechenland nicht die europäischen Werte oder die demokratischen Ideale oder gar die griechischen Bürger "gerettet", es wird primär ein Kapitalismus gerettet, der Stabilität und Sicherheit braucht.

Die Europäische Zentralbank hat schon mal vorgemacht, wie das geht, sie schickte im August 2011 geheime Briefe an die spanische und italienische Regierung, in denen sie Änderungen an Gesetzen verlangte und damit in die inneren Angelegenheiten dieser Länder eingriff.

Merkwürdigerweise findet man Texte mit solchen Information aber vor allem in amerikanischen und englischen Medien - der durchschnittliche deutsche Leitartikler findet eh, dass die Griechen - gegen jeden ökonomischen Sachverstand - noch mehr sparen müssen, sieben fette Jahre seien genug.

Dass die EU damit ihr Wohlstandsversprechen bricht, eine der wesentlichen Grundlagen und Existenzberechtigung überhaupt der EU, dass es also aufseiten der EU ein deutliches Versagen gibt, das angesprochen werden sollte, das fehlt in der Geschichte von der "Rettung" Griechenlands.

Politikberichterstattung im Geist der Seifenoper

Stattdessen wird immer wieder neu auf den Showdown hingeschrieben, was nur die Krisenrhetorik der "Retter" bedient, die den permanenten Notstand brauchen, um ihre drastischen Maßnahmen zu legitimieren - der Journalismus engagiert sich in einer Eskalationsdramaturgie, die in der Atemlosigkeit keinen Platz zum Nachdenken lässt.

Und gleichzeitig wird im "Tagesspiegel" über Schäubles blaue Augen geschrieben, die nicht lügen können, und in der "Welt" über die Ehefrau, die Tsipras erst zu dem Sturkopf gemacht hat, der er aus deutscher Sicht sein muss - es ist eine Politikberichterstattung im Geist der Seifenoper, die letztlich nur dazu dient, die zugrunde liegenden ökonomischen Probleme zu verhüllen.

Komplizenschaft zwischen Politik und Medien

"Alles Lügen?", fragt die "Zeit" in ihrer Titelgeschichte von dieser Woche, eine selbstkritische Reflexion über den Druck auf die Medien in den letzten Jahren und auf die Fehler, die gemacht wurden - Irakkrieg 2003 und Finanzkrise 2008 sind zwei Beispiele, aber "nun haben die Redaktionen aus ihren Fehlern gelernt".

Aber ist nicht die Griechenland-Berichterstattung genauso ein Beispiel dafür, wie manipulativ und einseitig ein Journalismus agiert, der vor allem von deutschen Interessen handelt und eine deutsche Sicht der Dinge verbreitet, die weit entfernt ist von dem, was in anderen europäischen Ländern geschrieben und gedacht wird?

So sieht das jedenfalls Ambrose Evans-Pritchard, der im britischen "Telegraph" die griechische Schuldenkrise zum "Irakkrieg der Finanzen" erklärt - er meint damit auch die Komplizenschaft zwischen Politik und Medien, die in der vergangenen Woche einen "Bank-Run" regelrecht beschworen hätten.

"Die bewusste und intelligente Manipulation des kollektiven Verhaltens und der Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft", schreibt Edward Bernays. "Es ist eine unsichtbare Regierung, die diesen verborgenen gesellschaftlichen Mechanismus manipuliert, sie ist die eigentliche Herrschaftsmacht in unserem Land."

Es ist eine Regierung, die niemand gewählt hat und die niemand kontrolliert.

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Joseph Goebbels war ja offiziell - so hieß das vor 75 Jahre - der "NS-Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda": Durch die Verbindung von demagogischer Rhetorik, planvoll choreographierten Massenveranstaltungen und effektiver Nutzung moderner Technik für Propagandazwecke, insbesondere den Einsatz von Film und Radio, gelang es ihm, weite Teile des deutschen Volkes für den Nationalsozialismus zu indoktrinieren sowie Juden und Kommunisten zu diffamieren. 

Heutzutage läuft das sicherlich subtiler ab - und die Propaganda-Anteile der Regierungs"verlautbarungen" werden besser verschleiert und verbrämt - heutzutage gilt es,  eine "marktkonforme Turbokapitalismus-Demokratur" zu indoktrinieren:
Aber heutzutage kann man ja auch wieder mit einer ganz bestimmten Handvoll von großen Medienhäusern rechnen, die der Kanzlerin beispringen und ihr "Krisen-Sprech" auch teilen und rhetorisch weiter transportieren - bis in die "offiziellen" Nachrichtensendungen ins BRD-TV hinein ...

Aber wir haben ja gerade an nur einem Beispiel gelernt, wie z.B. das Wörtchen "Rettung" gern kreiert und benutzt und weitergereicht wird, um "unser aller Angie" als Retterin unserer Konten, unserer Renten, unseres Fleißes und unserer deutschen Emsigkeit und eigentlich der gesamten abendländischen Kultur darzustellen ...

Dieses von den Griechen verlangte "Sich-zu-Tode-Sparen" ist eine politisch propagandawirksame erzwungene "Anorexia nervosa" (= eine oft tödlich verlaufende Magersucht ...). Und dazu wird dann Merkel gern zur "eisernen Lady" hochstilisiert - die jedoch in diesem Zusammenhang fast wie eine schwarzbelederte Domina wirkt, die die Wurst mal hinhält, um sie im rechten Augenblick vor dem Varoufakis-Schnapp wieder wegzuziehen - die den Durchblick behält, komme da - was da wolle ... - und da kann sie auch schon mal ihre Fachminister und Regierungsbeamten den schäbigen Rest der Details erledigen lassen, nach all dem "Trubel" und den "finalen" Finanzpoker-Ereignissen um diese sturköpfigen und "unerwachsenen" (Mme Lagarde) Griechen in dieser Woche - Angela hat's geschafft - sie ist einfach nur zu bewundern - mit welch "kühlem Kopf" sie die Situationen meistert - und wie sie am Rande der allerschwierigsten Verhandlungen ganz im Sinne vom unchristlichen alttestamentlichen "Auge um Auge - Zahn um Zahn" mit Tsipras und Renzi noch Zeit findet, locker zu scherzen ... - einfach nur phänomenal ...

Und doch: In Wirklichkeit laufen solche "Verhandlungen" (egal ob €uro-Krise oder Tarif- und Schlichtungsverhandlungen hierzulande ...) fast immer nach dem gleichen Propaganda-Drehbuch ab: "Schwierigste Nachtsitzungen" - Vertagungen auf das "Wochenende" - ja - und das täuscht dann unermüdliches Ringen in nationaler Verantwortung und unbequeme Überstunden der Politik ("Tag & Nacht zu jeder Zeit...") vor - und dann ein Ergebnis - mit dem keine Seite zufrieden sein wird - aber wenigstens ein Ergebnis - das ist immer dabei so sicher wie das "Amen" in der Kirche...

In Wirklichkeit wird so der europäische Banken-Kapitalismus "auf Deubel komm raus" verteidigt bzw. "gerettet" - besonders natürlich gegen linke sozialistische Griechen-Ökonomen, die auf "Solidarität" und "Schuldenschnitt" machen - und die es mit solchen links-christlichen Ideen (sogar den Schuldenschnitt [oder hier clicken...] gibt es schon in der Bibel ...) auch gilt, gleich mitabzuräumen ... - soll doch Griechenland unter der Last der zu erwartenden abgepressten Belastungen ruhig schäumen und ihre derzeitige Regierung vielleicht schnurstracks "auf den Mond schießen" - schön und wünschenswert wär's ... - bei eventuellen Neuwahlen wird es dann ja vielleicht eine bequemere Griechenland-Regierung geben, die endlich wieder "marktkonformer" denkt - halt so wie "unser aller Angie" ...

Je suis Grèce

Heute wollen wir uns verlieben ... - Stephan Krawczyk *1955

Wer der Ansicht ist, es gebe keine innere Bestimmung, tut gut daran, dem eigenen Klang der Seelenstimme nachzuspüren. Wie Sokrates, dessen Daimonien ihm davon abgeraten haben, eine Tat zu tun, die nicht edel ist. Man kann dieser verfeinerten Ausdrucksweise des Göttlichen im Menschen nichts befehlen. Wer gegen sie handelt, wird über kurz oder lang an sich selbst erkranken ...  
(Stephan Krawczyk - zitiert im Kalender "weltverbunden leben" 2015 | Reich-Gottes-Impulse für jeden Tag | S. 126)

S!NEDi|photography: mit den farben unserer stunden malen wir ein bild von gott

Heute wollen wir uns verlieben,
heute fliegt die Schwalbe hoch.
Mit den Farben unserer Stunden
malen wir ein Bild von Gott.
Unsre Ewigkeit ist heute,
weil wir heut unsterblich sind.
Heute wissen wir, die Zeit ist
für den Augenblick bestimmt.

Stephan Krawczyk | 2. Strophe aus seinem Lied „Heute“ 


Liedermacher und Schriftsteller Stephan Krawczyk
(S!NEDi|bearbeitung nach einem Foto von picture alliance / dpa / Horst Galuschka)


Stephan Krawczyk (* 31. Dezember 1955 in Weida) ist ein deutscher Liedermacher und Schriftsteller und ehemaliger DDR-Dissident.
Krawczyk wurde nach dem Abitur und seinem Wehrdienst 1976 Mitglied der SED. 1978 begann er ein Fernstudium im Fach Konzertgitarre in Weimar. Von 1978 bis 1983 war Krawczyk Mitglied der Folk-Gruppe Liedehrlich. Er wurde für „hervorragende künstlerische Leistungen“ geehrt und erhielt 1981 den Hauptpreis beim DDR-Chansonwettbewerb. 

Das DDR-Platten-Label Amiga veröffentlichte eine Schallplatte von Liedehrlich, was unter den Verhältnissen in der DDR einer Anerkennung als „Staatskünstler“ gleichkam. Doch Krawczyk entschied sich für einen anderen Weg. Nach seinem Umzug nach Berlin 1984 befreundete er sich mit der Regisseurin Freya Klier. Er trat 1985 aus der SED aus, ein Akt, den die SED in einen Parteiausschluss umwandelte. Wegen seiner kritischen Texte wurde ihm die Zulassung als Berufsmusiker entzogen, was auf ein Berufsverbot hinauslief.Krawczyk konnte nur noch im Schutz der Kirche auftreten. Damit und mit seinen Liedern wurde er Ende der 1980er Jahre zu einer der bedeutendsten Personen der DDR-Opposition. Er wurde jahrelang von der Staatssicherheit überwacht und drangsaliert. Im November 1987 forderte Krawczyk zusammen mit Freya Klier in einem Brief an das SED-Politbüromitglied Kurt Hager die Achtung der Menschenrechte, die Rücknahme ihrer Berufsverbote und die Unabhängigkeit von Kunst und Kultur in der DDR. 

Am 8. November wurde ein Mordversuch der Staatssicherheit durch im Auto aufgebrachtes Nervengift auf ihn und Klier verübt.

Am 17. Januar 1988 wurde er verhaftet. Bei der offiziellen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration der SED hatte er mit einem Transparent auf sein Berufsverbot aufmerksam machen wollen. Die Affäre um seine Inhaftierung erweckte deutschlandweit große Aufmerksamkeit. Die West-Medien berichteten ausführlich. Krawczyk selbst wurde in dieser Zeit im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen völlig isoliert. 

Um eine Ausbürgerung wie im Fall Biermann 1976 zu vermeiden, zog die DDR-Staatssicherheit alle Register, um Krawczyk dazu zu nötigen, dass er einer „freiwilligen“ Ausreise aus der DDR zustimme. Im SED-„Zentralorgan“ Neues Deutschland wurden ihm „geheimdienstliche Verbindungen“ unterstellt, das Verfahren gegen ihn auf „Landesverräterische Beziehungen“ erweitert.

Sein Anwalt Wolfgang Schnur, der damals als Vertrauensanwalt der evangelischen Kirche in der DDR galt, aber fast 25 Jahre lang als Stasi-Spitzel unter dem Decknamen IM „Torsten“ im Auftrag der Stasi dem SED-Regime zuarbeitete, tat das Übrige. Er drängte Krawczyk, der Ausreise zuzustimmen. Die Alternative wären zwölf Jahre im Gefängnis gewesen. Schnur war einer von 80 Stasi-Spitzeln, die Krawczyk und Klier zeitweise beschatteten.

Am 2. Februar 1988 wurde Krawczyk mit seiner Frau Freya Klier, mit der er von 1986 bis 1992 verheiratet war, in die Bundesrepublik abgeschoben.

1994 unterstützte Krawczyk gemeinsam mit Bettina Wegner den Bundestagswahlkampf des parteilosen PDS-Kandidaten Stefan Heym im Wahlkreis Berlin-Mitte/Prenzlauer Berg. Er hat seit den 1990er Jahren mehrere Bücher veröffentlicht, die sich insbesondere mit dem Lebensgefühl der in der DDR sozialisierten Generationen auseinandersetzen und stark autobiographisch sind, unter anderem Das irdische Kind. Daneben war er auch weiterhin als Musiker aktiv, veröffentlichte unter anderem als Stephan Krawczyk und Band das CD-Album Die Queen ist in der Stadt.

Krawczyk gab 2002 erstmals in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen ein Konzert. Zur Jahreswende 2007/2008 war er mit Freya Klier auf einer Tournee durch Ostdeutschland.

Im Rahmen der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an zwölf DDR-Bürgerrechtler im Schloss Bellevue im Jahr 2009, die Krawczyk musikalisch begleitete, bat ihn der damalige Bundespräsident Horst Köhler, die Nationalhymne anzustimmen, woraufhin Krawczyk anfing, die erste Strophe des Deutschlandliedes zu singen. Auf Freya Kliers Intervention hin unterbrach Krawczyk seine Darbietung, sang die dritte Strophe und entschuldigte sich anschließend für diesen „unbeabsichtigten Lapsus“.

Stephan Krawczyk lebt als freier Schriftsteller, Komponist und Sänger seit den 1990er Jahren in Berlin-Neukölln.

Vita aus WIKIPEDIA

Website von Stephan Krawczyk





Donnerstag, 25. Juni 2015

Halbmond über dem Bayerischen Sommerloch


Halbmond im Fernsehen

Das bayerische Sommerloch: 
BR zieht Ramadan-Logo nach rechtem Shitstorm zurück ...


Wegen Ramadan-Logo: Rechte Kommentare auf der Facebook-Seite des BR. (Stand: 25.06.2015) Foto: Facebook/BR

Im BR war bei Sendungen zum muslimischen Fastenmonat Ramadan der islamische Halbmond eingeblendet. Kritiker liefen im Internet mit teilweise rechten Parolen dagegen Sturm.

Sicherlich hatte beim Bayerischen Rundfunk niemand damit gerechnet, was für eine Welle an rechten und konservativ christlichen Kommentare das Halbmond-Logo bei den Zuschauern auslösen würde. Eigentlich sollte es die Sendungen des Themenschwerpunkts Ramadan  zieren, doch jetzt knickte der Sender vor dem Shitstorm ein.

«Das Logo war die ersten Tage drin, um den Themenschwerpunkt Ramadan einzuläuten, aber wir wollten verhindern, dass es Verwirrungen auslöst bei den Zuschauern und dadurch von der Sache ablenkt», sagte eine BR-Sprecherin am Mittwoch. «Es gibt viele Menschen, die nicht verstehen, dass dieser Halbmond eben kein politisches, sondern ein religiöses Symbol ist. Beginn und Ende des Ramadan richten sich nach dem Mond», sagte der Programmverantwortliche Andreas Bönte.

Tatsächlich scheint es aber gerade der religiöse Aspekt des Logos gewesen zu sein, der vielen konservativen und offenbar latent fremdenfeindlichen Zuschauern übel aufstieß. Die Kommentare auf der Facebook-Seite des Senders reichen von relativ harmlosen Meinungsäußerungen wie "Ihr seid's doch ned ganz sauber" bis hin zu üblen Hasstiraden gegen den Islam und Moslems. Formulierungen wie "schlimmer als die Pest" oder "Verharmlosung des Islam" lässt der Sender bislang unkommentiert auf seinem Facebook-Auftritt stehen.

Auch in der Sitzung der CSU-Landtagsfraktion am Mittwoch gab es nach Teilnehmerangaben offenbar ebenfalls scharfe Kritik. Unter anderem wurde die Forderung nach einem Protestbrief an BR-Intendant Ulrich Wilhelm laut. Der Auslöser der Diskussion: Viele Anti-Halbmond-Proteste sind in den vergangenen Tagen auch bei der CSU eingegangen, oft verbunden mit der Aufforderung, Druck auf den BR auszuüben. Ein Argument dabei: Bei christlichen Festen habe der BR noch nie das Kreuz eingeblendet. Einen formellen Beschluss gab es aber nicht.

Seit dem 20. Juni bis zum Ende des Ramadan (Mitte Juli) zeigt das Bayerische Fernsehen regelmäßig Beiträge. «Der BR-Themenschwerpunkt Ramadan ist ein Zeichen der Anerkennung gegenüber diesen Mitbürgern und soll zugleich allen Zuschauern breites Wissen über den Ramadan vermitteln. Denn oft beherrschen Vorurteile das Denken über Religion und Kultur», teilte die Sprecherin mit.
Hunderttausende Muslime, die im Freistaat leben und auch ihren Rundfunkbeitrag entrichten, «haben wie alle anderen Einwohner Bayerns ebenso einen Anspruch darauf, in den Programmen des Bayerischen Rundfunks präsent zu sein». Der Sender wolle aber verhindern, dass die Debatte um ein Logo die inhaltliche Diskussion über die Beiträge überdecke. «Bei uns stehen die Sache und die Filme im Vordergrund.»
Mit dem weißen Halbmond im Logo wies das Bayerische Fernsehen auf seine Ramadan-Themenreihe hin – nach Protesten wurde das Logo gestrichen | © dpa | tz

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 Tja - da haben wir hier in Deutschland immer mal wieder unser Südstaaten-Problem mit Bayern, das Bundesland, das sich gern "Freistaat" nennt. Ich meine, wenn man nun Griechenland aus der Währungsunion ausschließen möchte - "Grexit" betitel man so etwas ja liebevoll ... - sollte Bayern doch auch bald die Zugehörigkeit zum Geltungsbereich der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland aufkündigen: so eine Art "Bayxit" - oder so ähnlich ...:



Einige Gründe dazu seien hier aufgeführt - ohne Gewähr auf Vollständigkeit:

  • Die Nord-Süd-Stromtrasse soll nicht durch Bayern führen - aber den Strom möchte man natürlich haben ...
  • Bayerische Landesförster erschießen vor ein paar Jahren einen freilaufenden Braunbären, weil er evtl. sich blutig auf bayerischen Weiden Nahrung verschafft hat ... 
  • Atommüll soll in Bayern nicht eingelagert werden ...
  • Eine Autobahn-Maut will man nur Ausländern aufbürden ...
  • Die CSU unter Führung von Horst Seehofer wollte die Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien begrenzen und einen etwaig unterstellten Sozialbetrug mit der Stammtisch-Parole „Wer betrügt, der fliegt“ bekämpfen ...
  • Asylsuchenden aus sicheren Herkunftsländern wie zum Beispiel den Balkanstaaten will Bayern die Leistungen kürzen. Die Möglichkeiten dazu solle die Bundesregierung ausweiten. Einschnitte solle es auch für diejenigen geben, deren Antrag als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt wurde ...
  • Konsequent abschieben, Leistungen kürzen und verstärkt an den Grenzen kontrollieren. Mit Maßnahmen wie diesen will die bayerische Staatsregierung dem Problem ständig steigender Asylbewerberzahlen begegnen ...
  • Bayern fordert die Bundesregierung auf, sich für einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen einzusetzen. Hierzu gehöre auch eine bessere Unterstützung der betroffenen Mitgliedstaaten durch die Europäische Union. An den eigenen Grenzen werde Bayern die Schleierfahndung intensivieren ...
  • Zudem solle die Bundesregierung darauf hinwirken, die Visumspflicht für Albanien, Serbien, Montenegro, Mazedonien sowie Bosnien und Herzegowina wieder einzuführen ...
  • Die CSU fordert, Asylzentren in Nordafrika zu schaffen. Dort sollten dann künftig Asylanträge bearbeitet werden. Es sei nämlich „lebensgefährlich“, wenn jeder, der in Europa Asyl suche, zunächst das Mittelmeer überqueren müsse ...
  • Am vergangenen Samstag hatte Gauck den ersten nationalen "Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung" für einen Appell zu mehr Großmut im Umgang mit Flüchtlingen genutzt. Dabei erinnerte er auch an das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg. Seehofer sagte dazu jetzt, diese Diskussion sei "nicht angezeigt". Er wisse "aus vielen Gesprächen mit Heimatvertriebenen, dass sie solche Vergleiche nicht gerne hören". Schließlich gehe es heute "auch um massenhaften Asylmissbrauch".
  • Während alle Ferientermine der Schulen in den Bundesländern variieren und rotieren, sehr zur Belastung der Wirtschaft,  - ist z.B. der Sommerferientermin in Bayern seit Jahren auf den immer gleichen Termin festgelegt ... 
  • u.v.a.m.
Da einige dieser Forderungen und Eigenheiten sich gegen die Verfassung der Bundesrepublik richten oder gegen solidarisch und partnerschaftlich verabredete Verordnungen bzw. EU-Recht verletzen - sollte Bayern endlich die Konsequenzen ziehen ... 

Und was in diesem "Freistaat" los ist, wenn nun der Haussender unbekümmert über den muslimischen Fastenmonat Ramadan berichten möchte - und zu dieser Sendereihe eigens ein Logo mit Halbmond einblendet - lesen wir ja oben ...  - Ja - Bayern ist einfach in allen Belangen unsolidarisch, überheblich und intolerant - nur wenn es z.B. durch Umweltkatastrophen wie z.B. Hochwasser getroffen wird, fordert es rasche Spontanhilfen aus nicht betroffenen Bundesländern ein ... - und nimmt dann die tätige Nächstenhilfe auch von rettenden Muslimen an ... Und auch bei Bayern München dürfen Muslime kicken und Millionäre werden ...

Aber zum Glück bleibt ja das Kruzifix in den bayerischen Klassenzimmern der Schulen und in den Gerichtssälen und Amtsstuben hängen - Vergelt's Gott ... - Allahu Akbar



Griechenland-"Krise": Je suis Grèce

Je suis Grèce


Titelseite von "Avgi" mit Karikatur von "Charlie Hebdo" | SPIEGEL-Online

"Avgi", ein Organ der Regierungspartei Syriza und damit quasi Tsipras' Verlautbarungsorgan, schreibt: "D-Day - Europa entscheidet über seine Zukunft". Das Blatt druckt die erste Seite der satirischen französischen Zeitschrift "Charlie Hebdo". Darauf ist die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, zu sehen, die den Kopf eines Griechen in einen Eimer voll Wasser drückt. "Rettet Europa - Ertränkt einen Griechen", steht daneben.



Mittwoch, 24. Juni 2015

My self | impuls für die woche -183 | Selbsterforschung - um den Nächsten kennenzulernen ...


S!NEDi|graphic: inner|read


So ich mich selber lese,
so lese ich in Gottes Buch.
Liegt doch Himmel und Erde
mit allen Wesen,
dazu Gott selber,
im Menschen.
Soll er dann
in dem Buch
nicht lesen dürfen,
das er selber ist?


Jakob Böhme  (1575 – 1624)



Der Vogel Selbsterkenntnis | billerantik.de

Hier clicken



"Du sollst deinen Nächsten lieben
wie dich selbst."
Es ist kein anderes Gebot
größer ...

Markus 12.31


S!NEDi|photography: Deinen Nächsten wie dich selbst ...






Montag, 22. Juni 2015

Griechenland-"Krise": Jetzt schlägt's aber 23.001 ...

Ursprungsfoto: (c) www.johndcarnessiotis.com
  • Es gibt immer noch eine Frist nach dem Ende der Frist, zumindest für Griechenland. Mit dem jüngsten Sparvorschlag hat Athen die Euro-Finanzminister überrumpelt, deshalb soll nun frühestens am Donnerstag darüber entschieden werden ... 
  • Szenarien für Griechenland: ... und am Ende muss es wieder Draghi richten ...
  • Börse: Hoffnung für Griechenland beschert Dax hohen Gewinn ...
  • Schäuble vor Griechenland-Gipfel: "Wir haben keine substanziellen Vorschläge bekommen ..." (Schlagzeilen in Spiegel-Online zum €uro-Krisengipfel ... - vom 22.06.2015 - 23.00 Uhr) 

S!NEDi: €URO-Verbrennung
  • Mit diesem BlaBla und Kauderwelsch versucht man uns nun seit Jahren, Monaten, Wochen, Tagen irgendwie zu "unterhalten" und abzulenken: mit Griechenland und "Grexit" usw. - Wie lange will man uns noch damit hinhalten ...???
  • Oder ist das in diesem Jahr das berühmte "Sommerloch" in der Politik, nicht die "Schlange von Lochness" - sondern "Grexit" ... 
  • Da fährt man am Montag alles in allem für teures Geld zum Sondergipfel - und schon ein paar Stunden später weiß man, dass man sich vor Donnerstag nicht einigen wird - und was Herr Schäuble von vornherein als "substanzlos" bezeichnet, benötigt nun 48 Stunden emsiges Studium ...
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Solidaritätsabend für Flüchtlinge in Köln
23.000 Glockenschläge - Solidaritätsabend in Köln (KNA|domradio)
    Flyer
    Flyer
  • Hört doch endlich auf, uns mit diesem Griechenland-Mist abzuspeisen und abzulenken - und uns dazu Live-Ticker anzubieten oder News-Blogs - ... 
  • [das erinnert mich fatal an 3 Minuten "boerse vor acht" vor der Tagesschau - diesem Sonderdienst zur allerteuersten Sendezeit für alles in allem allerhöchstens 1% aller Zuschauer - die sich aber anderswo über Internet oder andere Nachrichtensender bis 19.57 Uhr längst informiert haben - aber wegzappen lohnt sich dann - kurz vor der Primetime - auch nicht mehr ...] 
  • -  ... ändert das TV-Programm (ARD-Tagesschau - ZDF-heute ...) - macht es "Griechenland-frei" - und meinetwegen gern auch "boersen- und turbokapitalismus-frei" - und stattdessen sendet lieber die 23.000 Glockenschläge von den Kirchen in Köln - als Aufzeichnung - immer und immer wieder neu ... - und bei jedem Glockenschlag vielleicht einen Wasserleichensack oder einen Zinksarg einblenden - und darunter die Aufschrift: 
"Gestorben, weil sich die europäische Politik seit Jahr und Tag lieber mit unsinnigen Kinkerlitzchen beschäftigt -
Schäuble spielt lieber Sudoku
und miteinander so gern Sudoku spielt und herumzockt - statt diesen armen Flüchtlingen sofort heile über das Mittelmeer zu helfen" - vielleicht mit Sondermaschinen der Bundeswehr und Lufthansa
*) ab Tripolis - statt mit einer groß angelegten teuren militärischen 3-stufigen "Aktion gegen Schlepperbanden" - sogar mit "UN-Mandat" 

(wobei aber eher die Flüchtlinge selbst getroffen und abgeschreckt werden - als die "Schlepper"...) ... 
 *) = z.B. mit dem Airbus A 340 "Konrad Adenauer" - dem Flieger für die Kanzlerin ... - der hat zwischendurch bestimmt Kapazitäten dafür frei...


Leichensäcke in Lampedusa | Tote zählen | S!NEDi|bild|bearbeitung eines Originalfotos von AFP/SPIEGEL-ONLINE