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Samstag, 18. April 2015

Bergpredigt im Wortlaut der Volxbibel ...



Inspiriert durch die Arbeit 

mit Jugendlichen in einem Kölner Jugendzentrum, begann Martin Dreyer, der Gründer der Jesus Freaks, einige Bibeltexte in die Alltagssprache der Jugendlichen zu übertragen. Im Laufe des Jahres 2004 wurde daraus die Volxbibel als ganzes Neues Testament verfasst.

Die Volxbibel wurde zuerst, insbesondere von ihrem Autor, als Bibelübersetzung bezeichnet. Nach starker Kritik wird jetzt meistens die Bezeichnung freie Übersetzung oder Bibelübertragung verwendet. Ursprünglich sollte die Volxbibel im R. Brockhaus Verlag veröffentlicht werden. Wegen der Proteste wurde schließlich dafür ein eigener Verlag in der Stiftung Christliche Medien (SCM) gegründet, der »Volxbibel-Verlag«.

Die erste Ausgabe, „Version 1.0“, mit einer Auflage von 5.000 Stück, ist am 5. Dezember 2005 erschienen und war nach 15 Tagen vergriffen. Im Januar 2006 wurden 35.000 Exemplare nachgedruckt. Im Mai 2007 durchbrach die Gesamtauflage die Grenze von 100.000 Exemplaren. 2012 wurde die Grenze der Viertelmillion durchbrochen. Die Volxbibel rangierte in der Spiegel-Bestsellerliste der religiösen Bücher im März 2006 auf Rang zwei. Auf der vom evangelischen Nachrichtenmagazin Idea geführten Bestsellerliste vom Mai 2006 war die Volxbibel unter den christlichen Büchern auf Platz 1.[1] In der offiziellen deutschen Bestsellerliste der Kategorie Taschenbuch/Sachbuch schaffte es die Volxbibel im Juni 2006 auf Rang 39.[2]

Im März 2006 ist ein Bibel-Hörbuch als CD im selben Verlag erschienen. Ein „Anwenderhandbuch“ für den Gebrauch im Religionsunterricht wurde im April 2006 nachgereicht.

Seit dem 5. August 2006 ist das Volxbibel-Wiki online, um gemeinsam die Texte weiter zu bearbeiten.

Im März 2007 ist das erste Update vom Neuen Testament „Volxbibel 2.0“ erschienen, in dem Textbearbeitungen von Nutzern aus dem Wiki eingeflossen sind. Seit Oktober 2008 ist die nächste Fassung „Volxbibel 3.0“ auf dem Markt. 2009 erschien die Ausgabe „Volxbibel 3.0 Reloaded“, in der vor allem eine begriffliche Angleichung an das Alte Testament vorgenommen wurde. Die Ausgabe „Volxbibel 4.0“ ist mit der Gesamtausgabe im September 2012 erschienen.

Im Mai 2009 wurde der erste Band, Altes Testament der Volxbibel, bei Droemer-Knaur veröffentlicht. Der erste Band geht vom 1. Buch Mose bis zum Buch Esther. Am 3. Mai 2010 ist die „Volxbibel AT 2. Band“ erschienen.

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Heute möchte ich 
  • die Bergpredigt, 
  • die Feldpredigt, 
  • Jesu Bergmanifest 
in der Übertragung dieser Volxbibel vorstellen: Diese Rede Jesu ist und bleibt das Kernstück pur jesuanischem Vermächtnisses ... In der Volxbibel-Version werden die revolutionären Forderungen Jesu so in einfacher (barrierefreier...) Sprache artikuliert - um so mehr dringen sie ein - quasi als charakteristische Visitenkarte - in unser Innerstes, wo unser So-sein mit Jesus/Gott immer wieder aktuell verhandelt wird ...

Ich bin auch von der Aussage her nicht mit allem einverstanden, was da in der Volxbibel-Fassung der Bergprdigt "übersetzt" wird - aber trotzdem halte ich das für einen interessanten Beitrag, um Jesu Denke ins Gegenwärtige Hier & Jetzt zu transportieren - vor allen auch für kirchenferne und gottesferne Jugendliche ... - die "Hochsprache" mit Jesus und Gott ins Gespräch zu kommen, ist dann sowieso eine innere Zwiesprache, wo jeder so formuliert, wie ihm "der Schnabel gewachsen" ist ... - "Hey, euer Papa weiß schon immer vorher, worum es euch diesmal geht und um was ihr ihn bitten wollt," formuliert nämlich Matthäus 6, Vers 8 in der Volxbibel ...

Matthäus 5 - Volxbibel - Bergpredigt:

Jesus macht klar, wer richtig glücklich ist
  • 1 Als Jesus sah, dass ihm so mega viele Leute gefolgt waren, ging er auf einen kleinen Hügel und setzte sich mit seinen Schülern und Freunden hin.
  • 2 Weil er ihnen was beibringen wollte, sagte er Folgendes zu ihnen:
  • 3 „Göttlich glücklich sind die Leute, die kapiert haben, dass sie Gott mit nichts beeindrucken können. Sie werden mit ihm dort leben, wo er das Sagen hat.
  • 4 Göttlich glücklich sind die Traurigen, weil Gott ihre Tränen abwischen wird.
  • 5 Göttlich glücklich sind die Leute, die nicht so aggressiv, sondern friedlich drauf sind, denn ihnen wird einmal alles gehören.
  • 6 Göttlich glücklich sind die Leute, die sich danach sehnen, dass Gott sein Ding durchzieht und für Gerechtigkeit sorgt, denn sie werden genau das erleben.
  • 7 Göttlich glücklich sind die Leute, die ein Herz für die Menschen haben, denen es dreckig geht, denn Gott hat auch ein Herz für sie.
  • 8 Göttlich glücklich sind die, die alles so machen, wie Gott es will, denn sie werden Gott sehen.
  • 9 Göttlich glücklich sind die Streitschlichter, die dafür sorgen, dass sich Menschen wieder vertragen, denn man wird von ihnen sagen: Das sind die Kinder von Gott.
  • 10 Göttlich glücklich sind die Leute, die richtig Ärger kriegen, weil sie das tun, was Gott von ihnen will. Die werden mit Gott in seiner neuen Welt zusammenleben.
  • 11 Wenn ihr verarscht oder gelinkt werdet oder man Gerüchte über euch verbreitet, weil ihr mit mir lebt, dann könnt ihr echt froh sein.
  • 12 Feiert deswegen und freut euch, denn im neuen Leben werdet ihr dafür ganz fett absahnen. Auch die Prophetentypen von früher hat man übel verfolgt.“
Von Salz, Kühlschränken und Licht - wie Menschen, die mit Gott leben, abgehen sollen!
  • 13 „Ihr seid genauso wichtig, wie es Salz für diese Welt ist. Ohne euch würde nichts mehr richtig schmecken. Das ist so: Ihr seid wie ein Kühlschrank für diese Welt - ohne euch würde alles vergammeln. Aber wenn Salz lasch geworden ist und nicht mehr salzt oder ein Kühlschrank kaputt ist und nicht mehr kühlt, gehört beides auf den Müll, damit es dort restlos entsorgt wird.
  • 14 Ihr seid ein Halogenstrahler in dieser Welt. Wenn eine Stadt oben auf einem Berg liegt, kann man ihre Beleuchtung nachts ja auch noch kilometerweit sehen.
  • 15 Wenn du dir eine Lampe für dein Zimmer besorgst und sie nachts anmachst, dann stellst du sie doch auch nicht unters Bett. Ganz im Gegenteil, du stellst sie dorthin, wo man sie sehen kann und sie alles beleuchtet!
  • 16 Genauso soll auch euer Licht für alle Menschen sichtbar sein, damit sie sehen, dass ihr so lebt, wie Gott das will. Dann werden die Leute auch kapieren wie krass euer Papa im Himmel ist und zu ihm beten.“
Was Gott sagt
  • 17 „Ihr glaubt doch nicht im Ernst, ich bin deswegen hier, um das für null und nichtig zu erklären, was Gott damals gesagt hat. Das gilt für die Texte von den alten Propheten genauso wie für das, was von Mose kam. Ganz im Gegenteil! Ich bin dazu da, um genau das voll durchzuziehen und die Sachen einzulösen, die dort drin stehen.
  • 18 Denn das müsst ihr euch klarmachen: Kein I-Punkt und kein Komma von den alten Verträgen zwischen Gott und Israel wird unwirksam. Sie werden so lange gültig sein, wie es diese Erde gibt.
  • 19 Wenn einer behauptet, dieser alte Vertrag sei jetzt total egal, und wer andere dazu bringt, ihr eigenes Ding zu machen, der wird auch irgendwann für Gottes Ding total egal sein. Aber wenn jemand anderen Leuten diesen Vertrag erklärt und ihnen klarmacht, was Gott geil findet und was nicht, der wird bei Gott mal eine große Rolle spielen.“


Die alten Verträge sind wichtig
  • 20 „Das ist super wichtig: Ihr müsst echt voll aufpassen, dass ihr nicht so werdet wie diese religiösen Streber und Theologen: sie reden viel, halten sich aber selbst nicht daran. Nur wenn ihr so lebt, wie Gott es will, seid ihr dabei. Erst dann lebt ihr dort, wo Gott das Sagen hat.
  • 21 Zu den Leuten die vor euch gelebt haben wurde gesagt: ,Ihr sollt niemanden töten! Wenn du aber jemanden umbringst, dann wirst du dafür angeklagt, verurteilt und bestraft.‘
  • 22 Ich sage dazu aber Folgendes: Selbst wenn du nur voll wütend und aggro auf jemand anderes bist, musst du damit rechnen, angeklagt zu werden. Wenn jemand zu einem anderen sagt ‚Du Oberspacken‘, dann wird er vor dem obersten Gericht dafür angeklagt werden. Und wer noch andere ätzende Sachen über ihn sagt, der wird in der Hölle verkohlen.
  • 23 Wenn du Gott am Altar, diesem speziellen Tisch, gerade ein Opfer schenken willst und dir plötzlich einfällt, dass du gerade großen Ärger mit einem Freund von dir hast,
  • 24 dann lass alles stehen und liegen, geh zu ihm hin und versuche erst mal das Ding zwischen Euch wieder in Ordnung zu kriegen, bevor du wieder zu deinem Opfer gehst.
  • 25 Und wenn du mal einen Streit hast, versuch dich um jeden Preis mit deinem Gegner zu einigen, bevor ihr vor dem Richter landet. Am Ende steckt der dich sonst noch in den Knast.
  • 26 Dort wird man dich dann so lange schmoren lassen, bis du den letzten Cent bezahlt hast.“
  • Wie man den alten Vertrag in Sachen Ehe auslegen sollte
  • 27 „Ihr wisst doch zum Beispiel auch, dass im alten Vertrag steht: ‚Du sollst nicht fremdgehen, wenn du verheiratet bist!‘
  • 28 Meine Meinung dazu ist: Wer auf eine verheiratete Frau auch nur scharf ist und sie in seiner Fantasie schon fast ausgezogen hat, ist mit ihr in Gedanken schon fremdgegangen!
  • 29 Wenn du damit Probleme hast und das nicht auf die Reihe kriegst, dann solltest du lieber deine Augen rausoperieren lassen und blind rumlatschen. Ich meine: Besser blind im Himmel als sehend in der Hölle.
  • 30 Wenn du deine Finger nicht von bestimmten Sachen lassen kannst, die Gott nicht gut findet, dann hack sie lieber ab, als damit Mist zu bauen. Ich bin der Meinung: Besser einhändig im Himmel als mit beiden Händen in der Hölle.“
  • 31 „Bis jetzt war die Ansage: ‚Wenn ein Mann keinen Bock mehr auf seine Frau hat, soll er sich scheiden lassen. Dann ist er sie los.‘
  • 32 Dagegen meine ich: Wenn ein Mann sich von seiner Frau scheidet, obwohl die ihn nicht betrogen hat, so bringt er sie dazu, ihre noch gültige Ehe zu brechen, sobald die mit einem anderen ins Bett steigt. Das bedeutet auch, dass jemand, der eine geschiedene Frau heiratet, mit ihr die bestehende Ehe bricht.“
Straight sein in Dingen, die man sagt
  • 33 „Ihr habt ja auch gehört, dass zu den Leuten vor euch gesagt wurde: ‚Wenn du dein großes Ehrenwort gibst, musst du auch wirklich die Wahrheit sagen. Und wenn du Gott irgendwas hoch und heilig versprichst, musst du das auch halten.‘
  • 34 Ich meine dagegen: Du sollst generell überhaupt kein Ehrenwort abgeben und auf etwas schwören! Auch nicht, indem du dich dabei auf den Himmel berufst, denn da wohnt ja Gott, und er alleine hat da das Sagen.
  • 35 Das Gleiche gilt im Grunde auch, wenn du auf Dinge aus der Welt schwörst, wie zum Beispiel auf deine Mutter oder so. Das ist genauso ein Blödsinn, weil Gott das ja alles geschaffen hat. Das gilt auch für Städte, wie zum Beispiel Jerusalem, denn gerade die ist nun wirklich alleine Gottes Stadt.
  • 36 Auf dich selbst kannst du ja auch nicht schwören, du bist ja noch nicht mal in der Lage, deine angeborene Haarfarbe einfach mal zu ändern.
  • 37 Bleib doch einfach bei den zwei Worten: sag entweder ‚Ja‘ oder ‚Nein‘! Alles andere ist total beknackt, und es zeigt nur, dass du irgendwie falsch gepolt bist und es mit der Wahrheit nicht so eng siehst, wenn du mal gerade nicht schwörst.“
Lieben ist besser als hassen
  • 38 „In dem alten Vertrag steht: ‚Wenn dir jemand auf das eine Auge haut, darfst du zurückschlagen, aber nur so, dass er auch ein Veilchen kriegt. Wenn dir jemand auf die Schnauze haut, dann darfst du das auch, aber nicht mehr.‘
  • 39 Ich sage dagegen: Haltet das aus, wenn euch jemand angreift! Wenn dir jemandem aufs rechte Ohr schlägt, dann sag ihm, er soll dir auch noch aufs linke draufhauen!
  • 40 Wenn dir jemand deine Klamotten klauen will, dann gib ihm auch noch die Schuhe dazu!
  • 41 Falls jemand von dir verlangt, dass du mit ihm zehn Kilometer joggen gehst, dann mach zwanzig draus!
  • 42 Sei großzügig und gib, was man von dir will, auch wenn man sich etwas von dir leihen möchte.
  • 43 Man meint bei euch ja auch: ,Liebe die Leute, die nett zu dir sind, und hasse die Leute, die ätzend zu dir sind!‘
  • 44 Aber ich sage euch: Liebe die Leute, die ätzend zu dir sind und dich hassen. Bete für alle, die keinen Bock auf dich haben, miese Intrigen gegen dich anstiften und dir übel nachstellen!
  • 45 Wenn ihr so drauf seid, merkt man euch an, dass ihr zu einer anderen Familie gehört, nämlich zu der von eurem Papa im Himmel. Denn er lässt die Sonne für die guten Leute genauso scheinen wie für die miesen, und lässt es für die, die auf Gott Bock haben, genauso regnen wie für die, die ohne Gott leben wollen.
  • 46-47 Wenn du nur nett zu deinen Freunden bist, was ist daran schon cool oder besonders? Dann bist du genauso drauf wie die, die nicht mit Gott leben.
  • 48 Aber euer Ziel sollte sein, so perfekt zu werden, wie Gott es ist. Denn der ist ja nun wirklich total perfekt.“
Link


In der Bergpredigt geht es um die innere und äußere Heranbildung der Eigenverantwortung - einer persönlichen Ethik - weg von dem Slogan "Was sollen denn die Leute, die Nachbarn, die Kirche, die Gesellschaft denken ..." - sondern wie verhindere ich eine innere und äußere Eskalation - und wie kann ich die Entstehungsketten dazu im Vorhinein unterbinden - ihnen entgegenwirken ... 

Wenn oben im Volxbibel-Text etwas steht von "Hand und Finger abhacken", so ist damit keine  blutige Selbstjustiz gemeint - sondern lediglich ein Bild, das in dir sich heranbilden soll als eine Art inneres "Verbotszeichen", um Schlimmes im rechten Moment im Vorhinein zu verhindern ... - mit eben manchmal drastischen Beispielen aus der allegorischen Bilderwelt der orientalisch-jüdischen Antike ... - heute würde vielleicht ein "STOP-Zeichen" als Bild dazu ausreichen ...

Schon von Johannes dem Täufer hat Jesus den Satz übernommen: Kehrt um - denkt um - denkt neu ...: Dazu fordert die Bergpredigt auf: Ihr selbst seid verantwortlich für die Ethik eures Lebens und euren Tuns: Entwickelt sie nicht mehr im Hinblick auf Eure Umwelt - sondern entwickelt sie in der Zwiesprache mit Gott und Jesus, die euer Gewissen prägen - und den von euch zu modifizierenden Hinweisen dieser Bergpredigt ...

Literaturhinweis: Günter Spitzing: Jesus - den sie Christus nennen, www.asupoleng.de, 2011

Freitag, 17. April 2015

MICHAEL JACKSON: EARTH SONG | S!NED! SL!DESHOW -



Earth Song - 08.11.1995 (Erstveröffentlichung) 
Songtext Übersetzung


Was ist mit dem Sonnenaufgang
Was ist mit dem Regen
Was ist mit allen Dingen
Von denen Du sagtest, dass wir sie erben würden...
Was ist mit den Schlachtfeldern
Kommt diese Zeit noch
Was ist mit all den Dingen
Von denen Du sagtest, sie wären Dein und mein...
Hast Du jemals innegehalten, um wahrzunehmen
Wie viel Blut wir schon vergossen haben
Hast Du jemals innegehalten, um wahrzunehmen
Wie die Erde schreit, diese Küsten weinen?

Was haben wir der Welt angetan
Schau was wir getan haben
Was ist mit all dem Frieden
Welchen Du Deinem einzigen Sohn versprachst...
Was ist mit den Blumenfeldern
Kommt diese Zeit noch
Was ist mit all den Träumen
Von denen Du sagtest, sie wären Dein und mein...
Hast Du jemals innegehalten, um wahrzunehmen
Wie viele Kinder im Krieg starben
Hast Du jemals innegehalten, um wahrzunehmen
Wie die Erde schreit, diese Küsten weinen?

Ich träumte immer
Ich blickte immer jenseits der Sterne
Jetzt weiß ich nicht mehr, wo wir sind
Obwohl ich weiß, dass wir weit abgetrieben sind

Hey, was ist mit dem Gestern
(Was ist mit uns)
Was ist mit den Meeren
(Was ist mit uns)
Der Himmel stürzt ein
(Was ist mit uns)
Ich kann nicht sogar atmen
(Was ist mit uns)
Was ist mit der Teilnahmslosigkeit
(Was ist mit uns)
Von der ich gar nicht einmal wusste
(Was ist mit uns)
Was ist mit dem Wert der Natur

Es ist das Innerste unseres Mutterplaneten
(Was ist mit uns)
Was ist mit den Tieren
(Was ist mit uns)
Wir haben Königreiche zu Staub verwandelt
(Was ist mit uns)
Was ist mit den Elefanten
(Was ist mit uns)
Haben wir ihr Vertrauen verloren
(Was ist mit uns)
Was ist mit weinenden Walen
(Was ist mit uns)
Wir verwüsten die Meere
(Was ist mit uns)
Was ist mit den Waldpfaden

Niedergebrannt trotz unserer Einsprüche
(Was ist mit uns)
Was ist mit dem geheiligten Land
(Was ist mit ihm)
Zerrissen durch Glaubensüberzeugungen
(Was ist mit uns)
Was ist mit dem kleinen Mann
(Was ist mit uns)
Können wir ihn nicht befreien
(Was ist mit uns)
Was ist mit Kindern, die sterben
(Was ist mit uns)
Kannst du sie nicht weinen hören
(Was ist mit uns)
Wo sind wir falsch abgebogen

Kann mir das einer erklären
(Was ist mit uns)
Was ist mit dem Baby-Jungen
(Was ist mit uns)
Was ist mit den Tagen
(Was ist mit uns)
Was ist mit ihren sämtlichen Vergnügungen
(Was ist mit uns)
Was ist mit dem Mann
(Was ist mit uns)
Was ist mit dem weinenden Mann
(Was ist mit uns)
Was ist mit Abraham
(Was ist mit uns)
Was ist denn mit dem Tod schon wieder

Kümmert es sie einen Scheißdreck

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Earth Song ist ein Lied von Michael Jackson und die dritte Single des Doppelalbums HIStory – Past, Present and Future Book I von Michael Jackson aus dem Jahre 1995. Es handelt sich um eine Pop-Ballade, die Elemente aus Blues und Gospel sowie aus der Oper enthält und von Jackson geschrieben und komponiert wurde.

Das Stück wurde im Wiener Hotel Imperial geschrieben. Es stellt sich in eine Reihe von Liedern Jacksons mit sozialem oder wohltätigem Hintergrund wie We Are the World, Man in the Mirror oder Heal the World. Earth Song war dabei der erste Titel von Jackson, der sich mit ökologischen Aspekten beschäftigte. Allerdings werden in dem Lied auch andere Themen, die die Erde betreffen, wie etwa Krieg, angeschnitten. Das Stück ist als „Beschwerde“ an das zerstörerische Handeln der Menschen zu verstehen.

Earth Song wurde am 8. November 1995 als Single veröffentlicht.

Es rangierte in zahlreichen europäischen Hitparaden unter den ersten fünf Plätzen:
In der Schweiz und in Spanien wurde es ein Nummer-eins-Hit. In Deutschland war es die erste Single von Michael Jackson, welche Platz eins der Single-Charts belegte; sie verblieb fünf aufeinanderfolgende Wochen auf diesem Platz und ist damit die erfolgreichste Single von Michael Jackson in Deutschland.


In Großbritannien stieg Earth Song direkt als Nummer eins in die Hitparade ein und verblieb dort für sechs Wochen; dort ist der Song mit über einer Million Exemplaren bis heute die bestverkaufte Single von Michael Jackson. 1996 trat er daher mit Earth Song auch bei den BRIT Awards auf (allerdings mit Vollplayback). Der Auftritt wurde durch Jarvis Cocker gestört und so zu einem kleinen Skandal. WIKIPEDIA

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Mir war mal wieder so danach:
Die Trauerfeier für die Germanwings-Opfer in Köln, all dieses Waffengeklirre um Syrien und die Ukraine - und all die Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrinken - oder die - die z.B. aus dem Kosovo kommen, wozu die total humane Bundesregierung befindet, dies sei doch ein "sicheres Herkunftsland" [vielleicht sollte irgendein Bundestags-Fuzzy bei aller "potenzieller" EU-Freizügigkeit mal einfach dort seinen Wohnsitz nehmen - um das mal mit "aller Deutlichkeit" zu unterstreichen: jawoll - Herr Bosbach - das wär's doch ...)

Die maroden Autobahn-Brücken am Rhein - die maroden Schienen der Bundesbahn, die z.Z. Werbung schaltet, wo man die angebliche Pünktlichkeit der Bahn gegen die Staus auf den Autobahnen setzt ...

Ich habe einfach an die Auftritte von Michael Jackson zu seinem Earth-Song gedacht - die mit dem echten Panzer auf der Bühne ...: Von einem Auftritt in Prag berichtet der Chronist seinerzeit:

"Nachdem er den Earth Song vortrug, erschien plötzlich ein echter Panzer aus dem hinteren Bühnenbereich. Aus dem Panzer sprang ein Soldat und richtete sein Gewehr gegen das Volk und Michael. Doch dann erschien ein kleines Mädchen und übergab dem Soldaten eine Blume. Der Soldat gab seinen Wiederstand auf und legte seine Waffe nieder und viel auf die Knie. Diese Szene war ergriffen, sehr rührend und jeder hat Michaels Message verstanden. Mir ging bei dieser Szene einen kalter Schauer durch den Körper..."

Ich zeige hier mittels YouTube eine ähnlich Szene aus München 1997 - eine unvergleichliche Performance - irgendwie in diesen ganzen 20 Jahren bis heute unerreicht - besonders wenn ich jetzt diese kleinen Schnuckelchen mit Möchtegern-Performance sehe, die da inzwischen die Millionen abräumen ...

Was ich ganz wichtig finde, ist, zu erwähnen dass EARTH SONG anscheinend keine "Auftragsarbeit" war - von irgendeiner Interessengruppe gesponsert ... - nee - sicherlich war es "Zeitgeist" - 1988/1995 (die Berliner Mauer fiel - der Ostblock implodierte - "Wer zu spät kommt - den bestraft das Leben" ... - das war der Mahnspruch von Gorbatschow an Honecker) - es war aber auch sicherlich ein ganz inneres persönliches Anliegen von Michael Jackson ... - viel zu wenig gewürdigt seinerzeit und auch heutzutage ...

Doch gleichzeitig möchte ich an meine damalige Professorin 
(Frau Prof. Dr. Kornelia Rappe-Giesecke, Ev. FH Hannover) denken, die damals frisch nach den Semesterferien in die Vorlesung kam, um uns mitzuteilen, sie habe im Urlaub viel gejoggt, und habe über Kopfhörer dabei immer wieder den "Earth Song" von Michael Jackson gehört, "eines der besten und größten Songs - überhaupt" - oder so ähnlich - das waren in etwa ihre Worte ...


FÜR MICH EINE DER GRÖSSTEN UND AUSSAGEKRÄFTIGSTEN PERFORMANCE-SHOWS DER LIVE-POP-GESCHICHTE ÜBERHAUPT: OFT KOPIERT - NIE ERREICHT





Michael Jackson ging allein in seinem Hotelzimmer auf und ab.

Er befand sich mitten im zweiten Abschnitt seiner Bad-Welttournee, einem anstrengenden aufsehenerregenden 123 Konzerte umfassenden Spektakel, das sich über nahezu zwei Jahre erstreckte. Die Tournee sollte zur umfangreichsten und meist besuchten Konzertreihe der Geschichte werden.


Erst ein paar Tage zuvor war Jackson in Rom im ausverkauften Flaminio Stadion vor einer verzückten Menge von 30.000 Menschen aufgetreten. Während eines konzertfreien Tages besichtigte er mit Quincy Jones und dem legendären Komponisten Leonard Bernstein die Sixtinische Kapelle und den Petersdom im Vatikan. Später fuhren sie nach Florenz, wo Jackson unter Michelangelos meisterhafter Skulptur von David stand und sein Blick staunend nach oben glitt. 


Nun befand er sich in Wien, Österreich, der musikalischen Hauptstadt der westlichen Welt. Es war hier, an diesem Ort, wo Mozarts großartige Sinfonie Nr. 25 und das tief bewegende Requiem komponiert wurden; hier studierte Beethoven bei Haydn und führte seine erste Sinfonie auf. Und hier im Wiener Hotel „Marriot“ wurde auch am 1. Juni 1988 Michael Jacksons Meisterwerk „Earth Song“ geboren.


Das sechseinhalb Minuten Stück, das im Lauf der nächsten sieben Jahre verwirklicht wurde, war anders als alles bisher in der Popmusik Dagewesene. Soziale Hymnen und Protestsongs waren eine bereits lange gehegte Tradition in der Rockmusik. Aber nicht wie dieses hier. Der „Earth Song“ war epischer, dramatischer und grundlegender. Seine Wurzeln lagen tiefer, seine Visionen waren panoramaartiger. Es war eine Klage, den Seiten Hiobs und Jeremias entrissen, eine apokalyptische Prophezeiung, die an das Werk von Blake, Yeats und Eliot erinnerte.


Es brachte musikalisch das zum Ausdruck, was Picassos meisterhaft ästhetischer Protest Guernica in der Kunst zum Ausdruck brachte. Inmitten brodelnder Szenen der Zerstörung und des Leids, waren Stimmen – weinend, flehend, schreiend, um sich Gehör zu verschaffen (Was ist mit uns?).

Der „Earth Song“ sollte zur erfolgreichsten Umwelthymne werden, die jemals aufgenommen wurde, sie erreichte in mehr als 15 Ländern der Erde die Top-Charts und wurde über fünf Millionen Mal verkauft. Die Kritiker wussten dennoch nie so genau, was sie damit anfangen sollten. Die ungewöhnliche Verschmelzung von Oper, Rock, Gospel und Blues klang nicht nach etwas, das man im Radio hörte. Die Hymne setzte sich nahezu über alles, was man von einer traditionellen Hymne erwartete, hinweg. Statt Nationalismus stellte sie bildhaft eine Welt ohne Trennung und Hierarchie dar. Statt nach religiösen Dogmen und Humanismus sehnte sie sich nach einer umfassenderen Vision ökologischer Balance und Harmonie. Statt simpler zweckgebundener Beeinflussung, war sie ein unverfälschter künstlerischer Ausdruck. Anstelle eines klirrenden Refrains, mit dem man ein T-Shirt oder eine Plakatwand hätte bepflastern können, bot sie einen wortlosen, universellen Schrei.

Quelle

Donnerstag, 16. April 2015

Hellas auf dem Grill - noch'n Griechenland-Gedicht: S!NEDi|graphic

HELLAS AUF DEM GRILL | S!NEDi 2015


weichgekocht auf dem scheiterhaufen
heilige oder hexe
verbrannte erde
es riecht - es bruzzelt schon

ein wahrer quälgeist
wie immer
aber nun wird aus klamm
plötzlich glutheiß
das wollen wir doch mal sehen
obs von der nix zu holen
gibt:
             hellas [bitte googeln] 
auf dem scheiterhaufen:
und das fett
das fett das trieft schon
stinkend und zischend 
in die holzkohle

sinedi

Mittwoch, 15. April 2015

Angst fressen Seele auf - impuls für die Woche -175


»Abba, Vater«, sagte er, »alles ist dir möglich. Lass diesen Kelch an mir vorübergehen! Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst.«  
Markus 14,36

S!-Graphik


So angstvoll hatten die Jünger ihren Jesus - den Herrn - tatsächlich noch nie erlebt. Kennst du solche Momente, wo das, was dir Angst macht, unausweichlich scheint.

Wo du nicht weißt, wie du dir helfen kannst und trotzdem weitermachen musst, weil du nicht mehr "aus dieser Nummer" herauskommst. Die Stunde vor einer schwierigen Operation etwa kann so ein Moment sein:
'Warum kann ich jetzt nicht einfach nach Hause gehen?' - Abhauen - alles liegen und stehen lassen ...
In so einem Moment steckt auch dieser Jesus. Und drei seiner Jünger bittet er darum, ihm jetzt einfach nur nahe zu sein.

Die drei, die bei ihm sind, können ihm nicht die Lösung seines Problems bieten, das weiß er. Aber dass sie da waren, dass bedeutete schon Erleichterung für ihn. Jesus versteckt seine Angst nicht. Wir schämen uns oft, solche Gefühle zu haben; uns ist das peinlich. Aber solange die Angst unausgesprochen bleibt, bleibt sie stark. Wenn wir das benennen und es aussprechen, was wir befürchten, dann verliert die Angst ihren Allmachtsanspruch. Wenn jemand davon hört, der uns wirklich versteht, ist ein Teil von ihr schon besiegt. Jesus und Gott haben ihre Angst nicht versteckt. Darum versteck deine auch nicht!

Hier in Gesethsemane bittet er seinen Vater, dass das alles nicht sein muss, was da nun auf ihn zukommt. Vielleicht hat das in diesem Moment alles keinen Sinn mehr für ihn gemacht.

'Vertrau mir!': Das rief auf den Bahamas ein Vater seinem Sohn zu, der in einem brennenden Haus eingeschlossen war. Das zweistöckige Haus hatte Feuer gefangen und das Feuer breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus. Die Familie – die Eltern mit einigen Kindern – konnten ins Freie flüchten. Doch der jüngste Sohn war so von Angst gepackt, dass er wieder umdrehte und die Treppe hoch lief. Als der Sohn jetzt an einem der Fenster stand und nach seinem Vater rief, rief der Vater von unten: 'Spring, vertrau mir, ich fang dich auf, spring!' Der Junge schrie: 'Aber ich kann dich nicht sehen.' 'Ich weiß', rief der Vater, 'aber ich kann dich sehen.'

Gebet ist mehr als eine sprachliche Handlung. Mehr als Pfeifen im Walde. Es ist das innige Vertrauen zu Gott in Jesus - der Dialog im Vertrauen - normalerweise als Zwiegespräch im stillen Kämmerlein - hier nun brüllte Jesus sozusagen öffentlich - in Todesangst vom Kreuz. Vielleicht konnte Jesus seinen Vater nicht mehr sehen. Aber er rief ihn an in seiner Not, und der Vater sah ihn und war mit und bei ihm und gab ihm den Mut, das Leben loszulassen, das ihm die menschliche Hybris der Pharisäer und der römischen Militärbesatzer und eine johlende und kreischende Volksmasse, die zur Lynchjustiz angestachelt worden war, kurzerhand nehmen wollten ...

Angst und Mut liegen manchmal ganz dicht beieinander. Wie dicht beieinander, das bringt Karle Braker in einer schönen Formulierung zum Ausdruck: 'Mut ist Furcht, die ihr Gebet gesprochen hat.'

Jesus konnte danach seinen Weg – trotz seiner Angst - weitergehen: Jesus verlangt nicht, erst genau zu wissen, wie sein Weg weitergehen würde und ob alles gut gehen würde. Er wollte nur eines: drauf vertrauen, dass er in Gottes Hand ist. 'Dein Wille geschehe' - 'So wie du willst...' – da überlässt sich Jesus ganz dem Willen Gottes. 

Das bedeutet Kontrollverlust und das ist nur schwer zu akzeptieren. Denn unser Verstand ist ständig auf der Suche nach Lösungen - oft genug angstvoll suchend. Die Suche nach Lösungen für jede Hürde die sich uns stellt steckt permanent in uns. Momente, in denen wir uns hilflos fühlen, machtlos, sind nur schwer zu ertragen. Da muss doch irgendwas möglich sein - "da geht noch was" ... Es gibt aber eine Alternative zu dieser oft verzweifelten Suche nach Lösungen:

Es ist der Mut, sich in Gottes Hände fallen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass er uns auffangen wird. Auch wenn wir nicht wissen, wo wir landen. Es ist wie bei einem Zirkusartisten: Bevor er aufgefangen werden kann, muss er loslassen.

Margot Käßmann hat in der wohl schwärzesten Stunde ihres Lebens, nach der alkoholisierten Fahrt am Steuer ihres Autos, bei der sie von der Polizei geschasst wurde, und sie postwendend ihr Amt als Bischöfin freiwillig zur Verfügung stellte, gesagt: "Ich weiß aus vorangegangenen Krisen: Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand. Für diese Glaubensüberzeugung bin ich auch heute dankbar."

An welcher Stelle deines Lebens solltest du also loslassen können, damit Gott dich mit seinen starken Händen auffangen kann?

Wenn der Sohn Gottes seinen göttlichen Vater fragt: 'Warum hast du mich verlassen?' - so ist das zunächst einmal eine paradoxe und pure - regelrecht "gottverlassene" Angst ... Und er hat diese Angst überwunden. Jesus zeigt uns einen Weg auf und dieser Weg heißt Vertrauen: 'Dein Wille
geschehe, weil du mich nicht fallen lassen wirst, auch wenn ich dich jetzt nicht sehe.'

Und weil Jesus mit Gott das Maximum der Angst kennt, weil er sie durchlitten hat, weil er sie überwunden hat und auferweckt wurde von den Toten, kann unsere Angst zumindest beschwichtigt werden und hoffnungsvoll den Schein eines Lichts am Ende des finsteren und gottverlassenen oft sehr langen Tunnels wahrnehmen ...

Und dann - am Abend dieses ersten Tages der Woche nach Ostern, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! 

Die Jünger saßen eingeschlossen in ihrer Angst und sahen keine Zukunft mehr. Da tritt Jesus einfach in den Raum ihrer Angst hinein - geht durch die verschlossene Tür in einem vergeistigten und verklärten Leib - und in seiner Autorität spricht er ihnen zu, was sie so sehr brauchen: 'Friede sei mit euch!'

So geht es vielleicht auch dir: Dein Verstand sucht Lösungen, aber dein Herz braucht Ruhe! Jesus kommt in das Haus deiner Angst und reicht dir seine Hand, um dich ins Haus des Vertrauens zu führen, in das Vaterhaus Gottes.

S!-Foto
Er bietet dir das an: Dich loszulassen in die Hände Gottes und die befreiende und beruhigende Wirkung seiner Worte zu erleben: Fürchte dich nicht! Friede sei mit dir!


Diese Predigt von  Pastor Karsten Matussek aus Braunschweig habe ich nach meinen Glaubensschwerpunkten modifiziert ...

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 Alle Passagen in der Predigt oben, die sich auch nur entfernt auf einen "Sühneopfertod" Jesu am Kreuz beziehen - habe ich darin verändert oder gestrichen - denn ich konnte den Glauben an ein solch kalkuliertes Hinrichten Jesu durch seinen Gottvater - bzw. vom Vater geplant und geduldet - noch nie teilen, der zur Versöhnung und Erlösung der Menschheit hier auf Golgatha mit einer blutrünstigen Kreuzigung führen sollte - von langer "Hand" vorbereitet... Ja - quasi als den Lebensauftrag dem Jesuskindlein im Weihnachtsgeschehen mit in die Krippe gelegt ...  
Aber das ist nicht göttlicher Wille  - göttliches Kalkül - sondern eine von Menschen Gott unterstellte Ungeheuerlichkeit. Jesu Worte: "Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst," zeigen uns nichts weiter als das unbedingte Vertrauen Jesu zu seinem Vater auch in dieser Situation - oft geübt in einer fast als meditativ-intim zu bezeichnenden Herzenszwiesprache zwischen beiden - aber sie sind beileibe kein Hinweis auf einen eventuell von langer Hand eingefädelten "Heilsplan" Gottes, dem Jesus nun gehorsam Folge zu leisten hatte... 
Aber diesem Gott wurde bereits bei Hiob im Alten Testament ja auch schon von dem Erzähler jener Passagen unterstellt, Gott habe seinerzeit mit dem "Satan" selbst eine Wette abgeschlossen, einen "Deal" inszeniert, um die Glaubensstärke des Hiob durch alle in Szene gesetzten schlimmen Krankheiten und Unpässlichkeiten und Anfechtungen als Prüfungen seiner Glaubensfestigkeit hindurch. Und auch hier hatten sich Menschen für erlebte Schrecklichkeiten, die einen Betroffenen Schlag auf Schlag getroffen hatten, einen "göttlichen Willen" zur Erklärung ausgedacht - und zu Papier gebracht - und mit einer allegorischen Geschichte versucht, sich die Schicksalskette der Ungeheuerlichkeiten zu erklären ... 
Und so war dann der "theologische Trick" eines Heilplans Gottes für die Menschheit durch das Sühneopfer seines Sohnes am Kreuz doch wohl in erster Linie eine theologische Verirrung des Paulus von Tarsus und seiner Getreuen in den jungen oft hellenistisch  oder vom alten Mithras-Kult geprägten Urgemeinden. 
Ihnen war eine Menschenopferung und ein Blutvergießen zur Versöhnung mit den Göttern durchaus plausibel. So wurden sie dann in den Paulus-Briefen und in den oft zeitlich nach ihm verfassten Evangelien durch die entsprechenden theologisch-politisch vereinnahmten Redakteure in den Auseinandersetzungen untereinander - zwischen Judenchristen, Heidenchristen, hellenischen Christen und Gnostikern u.a. eingearbeitet. Dabei schöpften sie sowohl aus den ihnen vorliegenden Urkunden, Erzählungen und Überlieferungen, aber auch mit deutlich festgelegten jeweiligen theologischen Ambitionen und Überzeugungen - mit einer Art eindeutig nuancierten "Kampfschrift"-Passagen und deutlich manipulierten Pamphleten ... Und das auch um trotz seiner spektakulären und doch armselig anmutenden und völlig sinnlosen Hinrichtung am Kreuz den Jesus von Nazareth im Nachhinein als glanzvollen Christus und als siegenden Messias zu etablieren und zu installieren.  
Ja - um ihn propagandistisch mit den ur-jüdischen Rollenerwartungen eines längst ersehnten messianischen Heilsbringers und Befreiers gegenüber den römischen Besatzern mit solchen "ausschmückenden" Attributen kompatibel zu schreiben ... 
Jesus sprach zu seinen Lebzeiten nie von einer solchen Automatik zwischen Blut- oder Menschen- und Tieropfern zur Versöhnung und Wiedergutmachung von Sünden gegenüber seinem Vater - im Gegenteil: die Opfertierhändler im Tempel ging er hart an und schmiss ihre Verkaufstresen um und warf ihr Geld auf den Boden ("Räuberhöhle") - und hatte einzig die positiven Handlungen, die Nächstenliebe der Menschen zueinander und miteinander und die gnädige Vergebung der Sünden durch seinen Vater und das unbedingte Vertrauen zu Gott im Blick bei der Errichtung und Beschreibung seines "Reich Gottes". 
Paulus wollte den hauptsächlich hellenistisch geprägten Urchristen den "Sinn" eines göttlich gewollten und göttlich erwarteten und geforderten Opfertodes konstruieren - für diesen gewaltsamen einfach nur unsinnigen Tod am Kreuz jenes Jesus, dessen eigentliche Lehre zu Lebzeiten Paulus nie tatsächlich erfasst hat und für die er sich auch nicht in seinen Schriften interessiert hat. Er schreibt selbstbewusst: "Wir beurteilen auch niemanden mehr nach rein menschlichen Maßstäben. Selbst wenn wir Christus früher danach beurteilt haben, so gelten diese Maßstäbe jetzt nicht mehr. " (2. Korintherbrief 5, 16 - Hfa). 
Und dann - ca. 300 bis 400 Jahre später in der Kirche von Rom - wurden auch wieder nach jeweiligem theologisch-politischem Gusto und den weitergelebten unterschiedlichsten Traditionen dieser neuen "Weltkirche" diese Konstrukte entsprechend dogmatisiert und festgeschrieben und manchmal geradezu absurd und oft waghalsig zurechtfantasiert und interpretiert ... 
Der so skizzierte planende und Jesus-über-die-Klinge-springen-Lassende Gott ist wahrscheinlich das Hirngespinst einiger frustrierter, dem Zölibat unterliegender aber kirchlich-machthungriger Würdenträger mit Topdog-"Macho"-Gehabe - aber hat mit der allumfassenden Wesenhaftigkeit dieses tatsächlichen Gottes wenig gemein - der einzig und allein die Liebe ist - zu dem du und ich vertrauensvoll in Beziehung stehen können - im Leben und über den Tod hinaus ...

 

Dienstag, 14. April 2015

WORLD ART DAY: 15.04.2015 -


Der World Art Day ist ein internationales Fest der schönen Künste, der von der International Association of Art (IAA) 2012 begründet wurde, um das Bewusstsein schöpferischer Tätigkeit weltweit zu fördern.

Das Datum wurde zu Ehren des Geburtstages von Leonardo da Vinci festgelegt. Da Vinci verkörpere ein Symbol des Weltfriedens, der Meinungsfreiheit, der Toleranz, der Brüderlichkeit und der Multikulturalität sowie der Kunst allgemein ...





Zum World Art Day 2015 veröffentlicht S!NEDi zwei Arbeiten zum Thema:



Decidophobie: 
Angst vor Entscheidungen

S!NEDi: WAD 15 - a


Der Augenblick  - 
In dem die Entscheidung getroffen wird:
Ein Innehalten 
Welch ein Entschluss: - Dahin - oder Dorthin ...
Oder doch - einfach Dahin
Fallenlassen
Die Entschließung verwerfen ...
Hinabsteigen - Absteigen
Im Hundertstel-Sekunden-Takt

sinedi


S!NEDi: WAD 15 - b

Und das Licht scheint in der Finsternis
Und die Finsternis hat's nicht begriffen...
Das ist aber das Gericht, 
Dass das Licht in die Welt gekommen ist, 
Und die Menschen lieben 
Die Finsternis mehr als das Licht ...
Das Licht  
Erst dämmert es - dann flackert - dann leuchtet es:
Durchbricht dann das Dunkel
Und doch: 
Ohne das umhüllende Dunkel
Wüsste niemand vom Licht
Und ohne gleißendes Licht
Wüssten wir nichts von der Finsternis

sinedi - mit Johannes 1,5 und 3,19

NS-Liedgut im Schulunterricht: Horst-Wessel-Lied und/oder Brechts "Kälbermarsch" = Ein faschistisches Schulexperiment ...


aufgeschreckt



Hier singt Bert Brecht seinen "Kälbermarsch" - eine Persiflage auf das Horst-Wessel-Lied ...

Lehrerin ließ Schüler Horst-Wessel-Lied singen

Pädagogin ließ Klasse verbotenes Horst-Wessel-Lied singen und marschieren 

Emmy-Noether-Gymnasium ist mit Titel »Schule ohne Rassismus« ausgezeichnet


Stillgestanden zum faschistischen Experiment! Im Film "Die Welle" nach der gleichnamigen US-Buchvorlage aus dem Jahr 2008 lässt ein Lehrer (gespielt von Jürgen Vogel) seine Klasse ein totalitäres System aufbauen, bis der Versuch schließlich außer Kontrolle gerät. Warum die Lehrerin an der Berliner Schule ihre Klasse antreten ließen, ist allerdings noch nicht geklärt. - Foto: Constantin Filmverleih | nd




Eine Musiklehrerin der 11. Oberschule in Köpenick ließ Schüler das verbotene faschistische »Horst-Wessel-Lied« singen und dazu marschieren. Der Vorfall ereignete sich bereits Mitte März. Das Gymnasium im Allende-Viertel, das seit 2006 den Ehrentitel der jüdischen Emigrantin »Emmy Noether« trägt, die als Wissenschaftlerin in den 1930er Jahren aus Deutschland von den Nazis vertrieben wurde, ist Mitglied des Verbandes »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage«. Pate der Schule ist unter anderen der Fußballverein »1 FC. Union Berlin«.

Berlins Polizeisprecher Stefan Redlich bestätigte am Dienstag gegenüber »neues deutschland« Ermittlungen zu diesem Vorfall. »Eine Ermittlerin der Polizei hat die Musiklehrerin vernommen«, sagte Redlich. Die Pädagogin soll sich auf den Rahmenlehrplan bezogen haben, der eine Auseinandersetzung mit dem nazistischen Liedgut vorsehen soll. Dort heißt es allerdings nur, dass die Schüler ein Verständnis für die Funktionalisierung von Musik im »Dienste politischer, religiöser und wirtschaftlicher Interessen« entwickeln sollen.

Die Schüler aus der 11. Klasse der Oberstufe konnte die Polizei dagegen bislang nicht zu dem Vorwurf vernehmen, weil die Schule sich weigerte, der Polizei eine Liste der Namen der Schüler zu übergeben, die das Lied mitsingen sollten. Da ein Teil der Schulklasse minderjährig ist, hätten die Beamten zunächst die Erziehungsberechtigten ermitteln müssen. Da sich die Schule laut Polizei jedoch weigerte, eine solche Liste herauszugeben, wollte die Polizei noch am Dienstag weitere Ermittlungsbehörden einschalten. »Wir haben den Vorgang deshalb am Dienstag an die Staatsanwaltschaft übergeben«, erklärte Redlich. Ausgelöst worden waren die Ermittlungen durch eine Anzeige wegen Volksverhetzung.

Das »Horst-Wessel-Lied« war zunächst ein Kampflied der faschistischen Sturmabteilung »SA«, während der nationalsozialistischen Diktatur wurde es zur inoffiziellen zweiten Nationalhymne. Die Alliierten ließen das Lied bereits 1945 verbieten. Nach Paragraf 86a des Strafgesetzbuches ist das »Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen« auch heutzutage strafbar. Darauf zielte auch die laufende Anzeige gegen die Lehrerin ab.

Die Berliner Landeskoordination des Netzwerks »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« forderte am Dienstag in einer ersten Stellungnahme, dass die Vorwürfe unbedingt aufgeklärt werden müssen. »Eine Schule ist in der Pflicht, alles zu tun, sich aktiv damit zu befassen«, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Eberhard Seidel, dem »nd«. Das erwarte man von einer Schule, die den Titel »Schule ohne Rassismus« trage. In der sogenannten Selbstverpflichtung der »Schule ohne Rassismus« heißt es: »Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig zu achten.«

Auf mehrfache Nachfrage wollte sich die Schulleitung des Emmy-Noether-Gymnasiums trotz der Selbstverpflichtung am Dienstag nicht öfentlich zu dem Vorfall äußern. Eine Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) erklärte: »Wir werden das schulaufsichtlich prüfen, in welchem Kontext das durchgenommen wurde.« Möglicherweise ging es der Pädagogin darum, bei der Besprechung des »Kälbermarsches« von Bertold Brecht auch das »Horst-Wessel-Lied« zu behandeln. »Der Kälbermarsch ist ohne das Horst-Wessel-Lied nicht zu verstehen«, so die Sprecherin der Senatsbildungsverwaltung.

Quelle neues deutschland

Atom-Reaktoren sterben lange: ein Blick in die Hölle ...




Und da scharrt also die internationale Atom-Lobby mit den Hufen - und singt inbrünstig:

(sie setzt für das Original-Textwort "Holzmichl" oder "Michl" jeweils "Reaktoa" ein ...)

'n Reaktoa gieht 's net gut, 'n Reaktoa gieht 's net gut,
'n Reaktoa gieht 's net gut, seine Nos die is ganz rut.
Das Hacken fällt ihm schwer, das Hacken fällt ihm schwer,
das Hacken fällt ihm schwer und der Husten plagt ihn sehr.
Weil 's 'n Reaktoa doch so schlecht grad geht,
singen alle jetzt ganz leise dieses Lied:
Lebt denn der alte Reaktoa noch, Reaktoa noch, Reaktoa noch?
Lebt denn der alte Reaktoa noch, Reaktoa noch?
Ja, er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch.
Ja, er lebt noch, er lebt noch, stirbt nicht.

Dr Reaktoa der is krank, dr Reaktoa der is krank,
dr Reaktoa der is krank, uns wird aa schu Angst und Bang.
Was solln wir denn nur tun, was solln wir denn nur tun,
was solln wir denn nur tun, ja, er muss sich jetzt ausruhn.
Weil 's 'n Reaktoa doch so schlecht grad geht,
summen wir alle gemeinsam unser Lied.
Mmh …

Dr Reaktoa is halb tot, dr Reaktoa is halb tot,
dr Reaktoa is halb tot, wir habn unnre liebe Not.
Er liegt nu of dr Diel, er liegt nu of dr Diel,
er liegt nu of dr Diel un er sogt aa net mehr viel.
Weil 's mit 'n Reaktoa nun zu Ende geht,
schweigen wir alle gemeinsam unser Lied.
… ... ...

Kommt mit, wir gehn an 's Grab ihn mal besuchen.
Schaut alle her, ein Wunder ist geschehn.
Dr Reaktoa ist zum Glück doch nicht gstoaben,
drum singen wir das Lied so lang es geht.

Lebt denn der alte …



Zum ersten Mal hat ein Roboter das verunglückte Atomkraftwerk Fukushima von innen gefilmt. Die Aufnahmen zeigen eine gespenstische Welt aus Trümmern und Staub.

Ja - so lustig wie das umgedichtete Lied vom "Holzmichl"-/bzw. hier nun "Reaktoa"-Leben daherkommt - ist es wahrlich nicht:

Ein Blick in die Hölle  - das bringt selbst den ausgeklügelsten Video-Roboter um ... Die Tepco-Techniker schickten ihn in die total radioaktiv verseuchte Ruine des havarierten Atomreaktors von Fukushima.
Er leuchtete durch die wabernden Staubwolkenund übertrug brav ein paar makabre Trümmerbilder - die mich irgendwie an eine Fahrt durch ein verrottendes Skelett  erinnern. Allerdings blieb der Roboter nach wenigen Stunden und einem Drittel der geplanten Mission stecken. Tepco gab das ferngesteuerte Gerät auf. Einige Daten konnte der Roboter aber erfassen: Die von dem Roboter gemessene Strahlendosis im Reaktor 1 erreicht demnach bis zu 9,7 Sievert pro Stunde. Ein Mensch würde bei der Strahlung innerhalb einer Stunde sterben. Die Temperatur im Reaktor lag den Angaben zufolge zwischen 17,8 und 20,2 Grad Celsius.

Auch vier Jahre nach der Katastrophe weiß niemand, wo sich der in den Reaktoren 1, 2 und 3 geschmolzene Brennstoff genau befindet. Computer-Simulationen und aktuelle Strahlenuntersuchungen deuten darauf hin, dass fast alle Brennstäbe im Reaktor 1 das Kerngehäuse durchbrochen haben und auf den Boden der darunter befindlichen Kammer gefallen sind.

Aufgrund der Schäden am Reaktor laufen nach wie vor große Mengen radioaktives Wasser in den Pazifik. Vor wenigen Tagen berichteten Forscher, Spuren der Atomkatastrophe in Wasserproben aus dem Pazifik vor Kanada gefunden zu haben.

Währenddessen versucht die Atomlobby in Japan, seine Reaktoren wieder hochfahren zu lassen, nachdem man sie aufgrund der Katastrophe vor 4 Jahren auf Weisung hin abschaltete. Zum Glück hat dieser Tage ein Gericht das geplante Wiederanfahren der Atomreaktoren unterbunden. In einer einstweiligen Verfügung entschied das Bezirksgericht der Provinz Fukui, dass der Atombetreiber Kansai Electric Power zwei zu Sicherheitsüberprüfungen abgeschaltete Reaktoren im Atomkraftwerk Takahama vorerst nicht hochfahren darf.

Dieses Gerichtsurteil ist ein Dämpfer für die Regierung, die schnell wieder die ersten Meiler im Lande in Betrieb gehen lassen will. In Folge der Atomkatastrophe in Fukushima vor vier Jahren sind derzeit weiterhin alle 48 Reaktoren in Japan abgeschaltet. Die beiden Reaktoren in Takahama hatten erst im Februar die neuen, verschärften Sicherheitsauflagen erfüllt.


Mit Textbausteinen aus: SPIEGEL.de

Wolgalied - Eine Träne ihm ins Auge steigt ...



Allein! wieder allein!
Einsam wie immer.
Vorüber rauscht die Jugendzeit
In langer, banger Einsamkeit.
Mein Herz ist schwer und trüb mein Sinn,!
Ich sitz' im gold'nen Käfig drin.

Es steht ein Soldat am Wolgastrand,
Hält Wache für sein Vaterland.
In dunkler Nacht allein und fern
Es leuchtet ihm kein Mond, kein Stern.!
Regungslos die Steppe schweigt,
Eine Träne ihm ins Auge steigt:
Und er fühlt, wie's im Herzen frißt und nagt,
Wenn ein Mensch verlassen ist, und er klagt,
Und er fragt: ...

... Hast du dort oben vergessen auch mich?
Es sehnt doch mein Herz auch nach Liebe sich.
Du hast im Himmel viel Engel bei dir!
Schick doch einen davon auch zu mir.


Das Wolgalied stammt aus der Operette Der Zarewitsch und wurde durch die Verbindung von melodischer Schlichtheit mit ergreifender Sentimentalität zu einem der bekanntesten Schlager der Operettengeschichte. 

Es fand einen literarischen Niederschlag in Günter Grass’ Erzählungsband "Mein Jahrhundert".

Der Zarewitsch ist eine Operette in drei Akten von Bela Jenbach und Heinz Reichert, die Musik wurde von Franz Lehár komponiert.

Die Uraufführung fand am 21. Februar 1927 im Deutschen Künstlertheater in Berlin statt. Es gilt als Franz Lehárs für Richard Tauber geschriebenes Spätwerk. „Der Zarewitsch“ hat wenig von beschwingt-kitschiger Operettenseligkeit. Seine Musik kommt mit opernhafter Wucht daher – und zum Schluss kriegen sie sich nicht. Es ist die sensible Sicht auf die Tragödie eines Mannes, dessen privates Glück auf dem Altar der Staatsräson geopfert wird.


Text aus: WIKIPEDIA

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Mir kam kürzlich nach langer Zeit dieses Wolgalied im NDR-Kultur-Wunschkonzert wieder zu Ohren - und ich war erstaunt wie "textsicher" ich noch war. Das Lied erinnert an meine frühe Kindheit, wo ich es aus dem ollen quadratischen schwarz-braunen Bakelit-Volksempfänger mit dem durch meines Vaters Tabakspfeifenqualm niktotinvergilbtem kreisrunden gemusterten Baumwollstoff vor dem Lautsprecher oft gehört habe, der in unserer Familie die NS-Zeit zunächst überdauert hatte - meist in Verbindung mit den Durchsagen des DRK-Personen-Suchdienstes - ich denke mal so Anfang der 50er Jahre ...: "Gesucht wird ... - zuletzt wohnhaft ..." usw. ... - und vor der Spätnachmittags-/Frühabend-Musik-Livesendung: "Und jetzt ist Feierabend" ... vom NWDR ... - zumeist aus der Kantine irgendeines Großbetriebes übertragen...

Und eine Tante weinte bei dem Lied regelmäßig herzzerreißend, weil ihr Mann im Russlandkrieg verschollen war ... - und mich machte das als Kind sehr betroffen ...
Und dieses Lied hat der gestern verstorbene Günter Grass in seinem Erzählband "Mein Jahrhundert" wohl nun auch literarisch einfach unsterblich gemacht ... - ich habe diese Passage bisher noch nicht gelesen ...
Also - ganz emotionsfrei betrachtet - ist das wirklich eine sentimentale Schnulze, die aber die Gemütsverfassung der unmittelbaren Nachkriegszeit mit ihren Behelfen in Notunterkünften, mit ihrer Trauer, mit ihrer Sehnsucht nach Frieden und besserem Leben passgenau traf ... - Ich musste im Anschluss an diese Arie für weitere Groschen dann noch "Wenn Abends die Heide träumt" von Willy Schneider und "Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand" von Bruce Low vorsingen mit meiner damaligen reinen Mezzosopran-Stimme - und habe mir so mein Taschengeld aufgebessert ... Bei Verwandtschaftsgeburtstagen hatte ich meist nach dem Kaffeetrinken und vor dem Kartoffelsalat mit Würstchen immer meinen diesbezüglichen Auftritt - nach 2-3 Glas Bier und Wein der feiernden Erwachsenen und 1-2 Steinhägern - bis ich dann im Laufe meines Heranwachsens allmählich in den Stimmbruch kam ... - und auch andere Hits gewünscht wurden ... - und ich konnte doch kein Englisch ...