"

Herzlich Willkommen

Herzlich Willkommen
Herzlich Willkommen auf diesem Blog - ich wünsche Ihnen einen spannenden und informativen Aufenthalt: Zum Stöbern clicken Sie auf die schmale gespiegelte Leiste oben - und dann scrollen: los gehts ... - über 2.ooo Posts stehen zur Verfügung ... | Suchen ggf. nach Themen mit dem passenden Label/Stichwort in der Sidebar rechts unten ...

Samstag, 27. September 2014

Ulla Meinecke: "Die Tänzerin" (1983) 6:01 min - nach Emil Noldes Tanz-Bilderbogen

UNBEDINGT FÜR ULLA MEINECKES "TÄNZERIN" AUF DAS LAUTSPRECHER-SYMBOL CLICKEN ...

ULLA MEINECKE - 
DIE TÄNZERIN 1983
Kultsong von Edo Zanki
(6:01 min)

Wir fliegen beide durch die Nächte, 
segeln durch den Tag 
Am Anfang war ich sicher, 
daß ich sie nicht mag 
Sie hat so breit gegrinst, 
doch ihr Blick war wie durch Glas 
Ihre Sätze wie Torpedos, 
und jedes Lachen saß 
Du bist die Tänzerin im Sturm 
Du bist ein Kind auf dünnem Eis 
Du wirfst mit Liebe nur so um dich 
Und immer triffst du mich 
Wie zum Duell seh' ich sie, 
durch den Laden gehen 
Wo die Kokser still 
an den Wänden stehen 
Die fröhliche Wüste, 
wo die Barfrau sticht wie ein Skorpion 
Und die Mädels wie in Zellophan, 
spielen alle Saxophon 
Und da saß sie, rückwärts auf dem Stuhl, 
mit der Lehne nach vorn 
Und fragt: "Ey, was haben wir beide hier verloren?" 
Du bist die Tänzerin im Sturm 
Du bist ein Kind auf dünnem Eis 
Du wirfst mit Liebe nur so um dich 
Und immer triffst du mich 
Wir fliegen beide durch die Nächte, 
segeln durch den Tag 
Inzwischen bin ich sicher, 
du weißt, daß ich dich mag 
Jetzt sitze ich hier neben dir, 
wir fahren durch die nasse Stadt 
Ey, komm, jetzt fahr'n wir deinen Tank leer! 
Bis es ausgeregnet hat 
Du bist die Tänzerin im Sturm 
Du bist ein Kind auf dünnem Eis 
Du wirfst mit Liebe nur so um dich 
Und immer triffst du mich



Freitag, 26. September 2014

OZ - sein letzter "tag" - Walter Fischer ist tot

 
„OZ ist fleischgewordenes Graffiti. Die personifizierte Kompromisslosigkeit. 
Ziviler Ungehorsam in Perfektion. Das Phänomen OZ verfügt über genau jene ungesunde 
Riesen-Portion an Manie und Umtriebigkeit, die notwendig ist, wenn man sich „all city“ 
auf die Fahne schreiben will. Kombiniert mit diesem ganz speziellen Humor und diesem 
einzigartigem Stil, katapultiert er sich für mich in die Sphären des ewigen Legenden-Status.“

– Jan Delay: Es lebe der Sprühling. Colortrip (Hrsg.), Hamburg (2009).

Zum Tode des Sprayers OZ

Widerstand gegen die Monotonie des Alltags

Ein Nachruf von Kristin Haug | SPIEGEL.de


Mit seinem tausendfach gesprühten Kürzel OZ setzte sich Walter Fischer auf markante Weise von den Zwängen der Gesellschaft ab und wurde zum bekanntesten Grafitti-Künstler des Landes. Nun ist er gestorben - beim Sprayen.


nach DPA
Es musste immer alles schön sauber sein. Fanatisch sauber. So wollten es die Schwestern im katholischen Waisenhaus. Eine Erzieherin beschimpfte den Jungen immerfort, nannte ihn "Satansbrut". Walter Fischer wusste nicht, warum sie das tat, er verstand auch nicht, warum seine Mutter ihn direkt nach der Geburt ins Säuglingsheim nach Worms gegeben hatte.

Walter Fischer war ein uneheliches Kind, geboren im Jahr 1950 in Heidelberg - hinein ins konservative Nachkriegsdeutschland. "Das war ja 'ne Schande damals, eine Todsünde", sagte Fischer einmal über Kinder, die außerhalb der Ehe auf die Welt kamen. Seine Mutter lernte er niemals kennen.
Niemand wollte das Kind adoptieren, Fischer glaubte, das habe an seinem Aussehen gelegen, schreibt Sven Stillich, der den Hamburger Graffiti-Sprayer für das Buch "Free Oz" porträtierte. Fischer wurde mit einer Gaumenspalte geboren. Mehrmals ließ er sich operieren, doch die OPs misslangen, weshalb sich Fischer nur schlecht artikulieren konnte. Er nuschelte, redete langsam und stockte immer wieder.




Fischer kritzelte im Waisenhaus manchmal auf Tische und an Wände. Es war ein erster Akt des Widerstands gegen die Sauberkeit und Ordnung, gegen die Monotonie des Alltags und gegen starre Regeln. Niemand war sonderlich an dem Jungen interessiert, vielleicht wollte er deshalb auf sich aufmerksam machen, der Einsamkeit entgegenwirken. In der Erziehungsstätte konnte keiner zuordnen, von wem die Kritzeleien stammten. Später wurden sie ihm tausendfach nachgewiesen - sogar die, die er gar nicht gemalt oder gesprayt hatte. OZ hatte viele Nachahmer.

-------------------------------------------------------------------------
Sein letzter "tag"
Am 25. September 2014 gegen 22:30 Uhr sprühte Oz an den Gleisen zwischen Hamburg-Hauptbahnhof und Berliner Tor, als ihn eine S-Bahn erfasste. Oz erlag seinen schweren Kopfverletzungen. Die Bundespolizei stellte ein frisches Graffito auf der Abdeckung einer Stromschiene fest und fand vor Ort eine Dose und einen Rucksack.Eine S-Bahn, vermutlich die Linie S1 Richtung Poppenbüttel/Flughafen, erfasste ihn auf der S-Bahnstrecke zwischen Hauptbahnhof und Berliner Tor. Erst der Fahrer der nachfolgenden Bahn hatte ihn entdeckt. Foto: Bundespolizei | SPIEGEL TV


----------------------------------------------------------------------------------------







Er sei der "Marktführer" in Hamburg

Walter Fischer zog Anfang der Neunzigerjahre nach Hamburg. Im Jahr 1995 tauchen die ersten Zeitungsartikel über ihn auf. Sie handeln von einem Sprayer mit dem Zeichen OZ. Er sei der "Marktführer" in Hamburg und auch unter dem Namen "Johnny Walker" bekannt. Walter Fischer galt damals schon mit Mitte 40 als der Rentner unter den Sprayern.

Mehr als 20 Jahre machte Fischer die Hansestadt zu seiner Leinwand. Er besprühte Gullideckel, Stromkästen, Hauswände, S-Bahnen, Denkmäler. Immer wieder taucht sein Tag OZ auf. Wofür es steht, wollte Walter Fischer nie verraten. "Vielleicht heißt es ja nicht OZ, sondern Oli oder Ossi", sagte er mal. Und schob nach, dass es auch etwas ganz anderes bedeuten könnte.


OZ - Walter Fischer | nach mopo.de
Mehr als 120.000 Mal verewigt er sich in der Stadt, so steht es in zahlreichen Zeitungsberichten, die allerdings auch schon einige Jahre alt sind. OZ sprühte Smileys, Kringel und Spiralen und wollte die Stadt damit bunter machen. Vor allem Kinder wollte er mit seinen Werken zum Lächeln bringen. Die fänden das lustig, die würden sich freuen, sagte der Sprayer einmal.

Er verstand nie, warum sich Menschen über seine Spuren aufregen, er wollte damit doch die Stadt verschönern. Diejenigen, die ihn kritisieren, nannte er "Sauber-Nazis" oder "Sauberkeitsfanatiker". Immer wieder wurde OZ beim Sprayen erwischt. Er hörte nie auf damit. Selbst als Staatsanwälte und Richter im Jahr 2011 einmal mehr über sein Schicksal verhandelten, zog er nachts los und sprühte weiter. OZ war nicht Banksy, der es besser verstand, im Dunkeln zu agieren, Spuren zu hinterlassen, aber spurlos zu verschwinden und verschwunden zu bleiben.

Eine Haftstrafe hätte ihn auch nicht abgehalten, weiterzumachen

Acht Jahre musste der kleine, hagere und hohlwangige Mann insgesamt im Gefängnis verbringen, in einem der letzten Prozesse wurde eine Haftstrafe von 14 Monaten ohne Bewährung in eine Geldstrafe von 1500 Euro umgewandelt. Ein Gefängnisaufenthalt werde OZ nicht davon abhalten, seiner Kunst nachzugehen, hatte Richter Cornelius Neree vom Landgericht argumentiert.

"Ich kann aufhören, ich will aber nicht", sagte Fischer einmal. Am Donnerstagabend zog er noch einmal los. Zwischen den Haltestellen Hamburger Hauptbahnhof und dem Berliner Tor war er unterwegs und sprayte. Gegen 22.30 Uhr wurde er von einer S-Bahn erfasst und starb. Er wurde 64 Jahre alt.

"Er war ein Rebell, er hat sich selber als kreativen Anarchisten verstanden", sagt der Hamburger Galerist Alex Heimkind, der in der OMZ Art Space Gallery fünf Ausstellungen mit Werken von OZ zeigte. Geld habe für OZ nie eine Rolle gespielt, er habe sehr asketisch gelebt, brauchte nicht viel. Die Antwort darauf, wie er sich das Sprayen leisten konnte, liegt vielleicht in der Szene, die ihn als Idol betrachte. "OZ war jemand, der viele Fans hatte", sagt Heimkind. Einmal schickte jemand sogar ein Bild aus Israel an die Galerie. Auf einer Mauer zu den Palästinensergebieten, hatte einer für den Hamburger Sozialhilfeempfänger ein OZ hingesprayt.

Eine Petition für OZ unterschrieben Bands wie Tocotronic oder Fettes Brot. Fischers Verteidiger Alexander Beuth zitierte sie bei einer Verhandlung. Beuth sagt, Fischer sei sehr schüchtern gewesen, ein Einzelgänger, aber auch ein Widerstandskämpfer, der nicht einsah, warum Werbebotschaften alle öffentlichen Räume zukleistern durften, nicht aber der Mensch. "Für mich war er einer der größten Graffiti-Künstler", sagt Beuth. Er hätte in letzter Zeit aber stark abgebaut, sagt der Anwalt, habe einen Schlaganfall gehabt. Für die Kanzlei sei OZ' Tod ein Schock gewesen. Aber so traurig das auch klinge, sagt Beuth, OZ sei in Erfüllung seines Lebens gestorben.


Bildmaterial (z.T. bearbeitet): SPIEGEL-Fotostrecke | supra-magazin | TV News Kontor | DPA


Deutsche Waffenexporte ruinieren die Bundeswehr: Die IS-Milizen sind dankbar ...



Quelle: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-71555.html

Diese SPIEGEL-FOTOSTRECKE vom boomenden Waffengeschäft der bundesdeutschen Präzisions-Waffenfirmen Rheinmetall, Krauss-Maffei Wegmann, Thyssen-Krupp, Diehl Defence - usw. habe ich am 26.11.2011 erstmals hier in dieses Blog eingestellt ...

Die Einnahmen der Rüstungsindustrie stiegen damals - also 2011 - im Vergleich zum Vorjahr von 1,3 auf 2,1 Milliarden Euro (= 60 %). Das ginge aus dem Rüstungsexportbericht hervor, den das Bundeskabinett damals billigte. Zu den Kriegswaffen zählten Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe, aber auch Granatwerfer oder Maschinengewehre.

Aus dem Rüstungsexportbericht für das Jahr 2013 vom 11.06.2014 geht folgendes hervor: 

Insgesamt wurden Exportgenehmigungen in Höhe von von 8,34 Mrd. Euro erteilt. Das ist ein minimaler Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (2012: 8,87 Mrd. €)

Wichtige Zahlen im Überblick:
  • Angela Merkel hat in jedem Jahr ihrer Amtszeit im Schnitt Rüstungsexporte im Wert von 8,16 Mrd. Euro  genehmigt. Davon entfallen auf Einzelausfuhrgenehmigungen  5,85 Mrd. € und auf Sammelausfuhrgenehmigungen 2,49 Mrd. € .
  • Der Anstieg der Exporte in Drittländer ist mit einem Anteil von 62 % so hoch wie nie zuvor.
  • Unter den Top 20 Empfängerländern bei den Genehmigungen sind 9 Drittländer, darunter Saudi-Arabien, Algerien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien.
  • Bedeutendste Empfängerländer unter den Entwicklungsländern waren im Jahr 2013 Indonesien (295,7 Mio. € – u. a. Kampf- und Schützenpanzer sowie Unterwasserortungsgeräte), Indien (107,8 Mio. € – im Wesentlichen Torpedos und Technologie für Grenzsicherungssysteme und Pakistan 46,7 Mio. € – im Wesentlichen Flugkörper und Kommunikationsausrüstung).
  • Bei 66% aller tatsächlich getätigten Ausfuhren von Kriegswaffen in 2013 waren Drittländer die Empfänger (2013: 933 Mio €, 2012: 946 Mio €).
  • Die Bundeswehr hat aus ihren eigenen Beständen Kriegswaffen im Wert von 53,7 Mio (Vorjahr 3,43 Mio) tatsächlich ausgeführt. Damit liegt der Bundeswehranteil an den gesamten Kriegswaffenausfuhren in 2013 bei 6%.
  • Bei den Genehmigungen von Munition für Kleinwaffen ist die Bundesregierung noch gewissenloser geworden und genehmigte fast dreimal so viel, wie im Vorjahr (2013: 52,51 Millionen Euro, 2012: 18,04 Millionen Euro). Der beste Kunde bei Munitionskäufen für Kleinwaffen waren die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Bundesregierung genehmigte die Ausfuhr von 1 Million Stück Gewehrmunition, rund 19.000 Stück für Maschinenpistolen sowie 8,17 Millionen Stück Teile für Gewehrmunition im Gesamtwert von 1,3 Millionen Euro.
  • Bei den Genehmigungen für die Ausfuhr von Kleinwaffen sticht das Unrechtsregime in Saudi-Arabien hervor, das allein in 2013 18.201 Gewehre und rund 96.000 Bestandteile für Gewehre sowie 80.000 Teile für Maschinenpistolen und 20 Maschinenpistolen im Gesamtwert von rund 34,8 Millionen erhalten hat.

Hervorhebung weiterer Exportgenehmigungen:

Für Algerien wurden Genehmigungen im Wert von 825,73 Millionen erteilt. Der hohe Wert erklärt sich aus dem Aufbau einer Lizenzproduktion von Fuchs-Transportpanzern und weiterer Fahrzeuge.
Ägypten konnte im Jahr 2013 Rüstungsgüter im Wert von 13,92 Millionen aus Deutschland beziehen. “Teile für gepanzerte Fahrzeuge” hatten am Genehmigungswert einen Anteil von 27%. Ägypten stellt den Radpanzer Fahd her, der auf deutschen Entwicklungen beruht und für dessen Produktionen deutsche Unternehmen seit vielen Jahren Komponenten liefern.
Für die Ukraine wurden Genehmigungen im Wert von 4,82 Millionen Euro genehmigt. Hier handelt es sich vor allem um Handfeuerwaffen, auf die rund 62 % des Genehmigungswertes entfielen. Der Rest entfiel auf Geländewagen mit Sonderschutz sowie Teile für ballistischen Schutz.
Der Wert der Genehmigungen für Russland beträgt 38.2 Mio €,  rund 42% entfallen auf Handfeuerwaffen, rund 26 % auf die Kategorie Raupenfahrzeuge, Geländewagen mit Sonderschutz etc. (Quelle: http://www.waffenexporte.org/)

Aber anscheinend hat die Bundesregierung immer schön darauf geachtet, dass Waffen exportiert werden - sich aber an Ausrüstung für die Bundeswehr kaputtgespart ... - damit der Bundeshaushalt auch bald eine schwarze "Null" schreibt - 
Auffällig ist schon, wieviel an Waffen in den arabischen Raum gehen - z.B. nach Saudi-Arabien: Bei den undurchsichtigen Machtverhältnissen und Interessen- und Gemengelagen dort ist nicht auszuschließen, dass sich ein Teil dieser hypermodernen Präzisionswaffen längst auch in den Händen der IS-Milizen befinden:
Im Juli 2014 sagte dazu der Nahost-Experte Michael Lüders der Deutschen Welle: 
"Die Strategie Saudi-Arabiens gegenüber der ISIS ist zwiespältig. Die saudische Regierung selbst unterstützt die ISIS nicht direkt. Das tun vor allem vermögende saudische Privatiers, die der ISIS Geld zukommen lassen. Wieviel Geld ist unbekannt. Auch andere Golf-Araber tun das, nach allem, was wir wissen. Diese Golf-Araber, die die ISIS unterstützen, sehen sie als ein Bollwerk gegen die Schiiten und den schiitischen Iran. Die saudische Regierung hat große Sorge, dass sich die Gewalt der ISIS auch gegen Saudi-Arabien richten könnte. Es ist also eine etwas gespaltene Haltung. Saudi-Arabien könnte theoretisch den Geldfluss unterbinden in Richtung ISIS, aber das tut man nicht - wahrscheinlich aus Sorge, dass es dann zu innenpolitischen Verwerfungen kommen könnte. Die Regierung sieht die ISIS also als eine Gefahr, aber es gibt reiche Saudis, die in der ISIS einen geistigen Verbündeten sehen gegen die Schiiten."
Der Jerusalemer Politologe Shlomo Avineri sagt in einem Interview zur Bedrohung der IS-Milizen für Israel u.a.: 
Die Europäer haben die Wirklichkeit nicht wahrgenommen. Sie haben den Bürgerkrieg in Syrien als einen weitgehend innersyrischen Konflikt angesehen. Man betrachtete Assad zwar distanziert und war auch wenig entzückt über die islamischen Fundamentalisten, aber für die Europäer war das alles sehr ab-strakt. Erst als man die Bilder von den Exekutionen westlicher Journalisten sah, wurde es konkret. Wir brauchten diese Bilder nicht, weil wir sie tagtäglich sehen können. 
Beim Verkauf die "Drei Affen" mimen ... (S!NEDi|photo|karikatur]

Und auf die Frage: Derzeit hat es den Anschein, dass Ihre Nachbarn im Norden in religiös differenzierte Kleinstaaten zerfallen. Bedeutet das weniger Gefahr für Israel? ...

... meint Avineri: 
Darauf gibt es keine einfache Antwort. Derzeit beobachten wir den Zerfall von Staaten, die vor über hundert Jahren nach dem Ende des Osmanischen Reichs von Briten und Franzosen gebildet wurden. Das war keine nationale Bewegung von unten. Nur die autokratischen Herrscher hatten in Wahrheit ein Interesse an diesen Staaten und dem Status quo. Als diese aber durch den Arabischen Frühling herausgefordert wurden, wurde deutlich, dass es keine syrische oder irakische Identität der Bürger gibt, sondern alevitische, sunnitische, schiitische oder christliche Identitäten. Ob tatsächlich ein neuer islamistischer Staat oder ein Kalifat entstehen wird oder alles zerbröselt in Gebilde, die entlang der Religionen entstehen, wird sich zeigen. 
(Quelle Avineri-Interview: © 2014 Neue Westfälische, Freitag 26. September 2014)

Ja - und in all diesem "Gedöns" - wie unser Altkanzler Schröder das sicherlich nennen würde - steht Deutschland - wenn auch nur halbpassiv durch seine Waffenexporte ins Spannungsgebiet - man mittenmang drin in diesem Gewusel ... 

Ja - und nun - kurz vor 12 - wo Ursula von der Leyen und Bundespräsident Gauck seit Anfang 2014 eine "aktivere Bundeswehr-Präsenz in der Welt" trommelnd einfordern - "letztlich auch mit Waffen" - stellt man im Altweiber-Sommer 2014 plötzlich und völlig unerwartet fest, dass die Bundeswehr aufgrund maroder Waffensysteme gar nicht tauglich ist für derartige "Friedens-Missionen" - man hatte ja einiges verhökert und als Sparweltmeister auf die Hohe Kante gelegt ... 


... und zum Dessert ...
Das ist einfach angesichts der boomenden Waffenexporte in den letzten Jahren unfassbar... Und fasst scheint es so - als sei es die gute deutsche Ausrüstung der IS-Milizen im Irak, die sie so gefährlich machen - und mit der sie der Bundeswehr vielleicht sogar derzeit überlegen sind ...
ACH - WIE GUT - DASS "WIR" WENIGSTENS FUSSBALL-WELTMEISTER SIND ...

Donnerstag, 25. September 2014

IS jagt Nazarener ("Christen"): Und auch deshalb: Ich bin einer dieser "ن"-Nazarener | Impuls für die Woche -151







VERFOLGUNG  VON CHRISTEN UND ANDERSGLÄUBIGEN MINDERHEITEN DURCH DIE IS-MILIZEN UND DSCHIHADISTEN


Hauskennzeichnungen mit dem arabischen "ن"/N durch die IS-Dschihadisten - Foto AFP
"ن"/N für "Nasrani"/NAZARENER - aber auch für ALLE VERFOLGTEN - #WeAreN

Der arabische Buchstabe "ن" steht auf Hauswänden im irakischen Mossul. Die Terroristen der Gruppe "Islamischer Staat" haben so die Häuser von Christen markiert.

Das Zeichen N wurde nun im Internet zum Solidaritätszeichen - soll aber - nach dem Initiator der Aktion -  nicht nur für Christen gelten sondern für alle verfolgten Minderheiten im Irak

Seit Wochen ist MOSSUL, die zweitgrößte Stadt des Irak CHRISTEN-FREI. 
Tausende Menschen sind nach einem Ultimatum der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) fluchtartig aus der Millionenstadt geflohen.

Die Islamisten hatten die Christen vor die Wahl gestellt: Flucht, Konversion zum Islam, Zahlung einer Schutzsteuer oder das Schwert. So stand es in Droh-Flugblättern, die sie in der eroberten nordirakischen Stadt verbreiteten. Im Wissen um die Gräueltaten der Islamisten, die Videos ihrer Massaker und Kreuzigungen im Internet verbreiten, wählten die noch in der Stadt lebenden Christen die Flucht. Die Christengemeinde in Mossul war eine der ältesten des gesamten Landes gewesen.
Jeremy Courtney: "ن" - Nazarener - AFP

Der arabische Buchstabe "ن", mit dem christliche Häuser im Irak von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) gebrandmarkt wurden, hat sich nun in den Internet Medien zu einem Zeichen der Solidarität entwickelt. Am 20. Juli teilte der US-Amerikaner Jeremy Courtney ein Bild auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, das seither um die Welt geht. Auf dem Bild hat er seine Hand zu einer Faust geballt und in roter Farbe ein Zeichen darauf gemalt: Den arabischen Buchstaben „Nun“/ن, die Entsprechung des lateinischen „N“.

Courtney, der im Irak mit seiner Entwicklungshilfeorganisation „Preemptive Love Coalition“ Kindern überlebenswichtige Herzoperationen ermöglicht, wollte mit dem Bild und dem Hashtag „WeAreN“ („Wir sind N“) auf das Vorgehen gegen die irakischen Christen aufmerksam machen. Seither kommen immer mehr Solidaritätsbekundungen aus der ganzen Welt. Auf vielen Twitter- und auch Facebook-Accounts ist das arabische „N“ derzeit als Profilbild zu sehen.

Einer der ersten, am 22. Juli, war der offizielle Twitter-Account der anglikanischen Kirche von England. „Wir ändern unser Bild, um uns hinter jene zu stellen, die Solidarität mit den verfolgten Christen in Mossul zeigen #WeAreN“, lautete die Botschaft der Kirche. Die deutsche „Welt“ berichtete am Donnerstag, dass in Deutschland bereits „Tausende“ dieses kleine Zeichen der Solidarität gesetzt hätten.

Nun sieht Courtney die solidaritätsaktion inzwischen aber kritisch. Durch die Solidaritätsbekundungen für die irakischen Christen würden nämlich andere Gruppen, die ebenso litten, ausgeblendet. 

Sein Appell sei nicht nur als Solidaritätsakt mit irakischen Christen gemeint, so Courtney, sondern auch mit allen anderen Minderheiten im Irak. „Bei #WeAreN ging es mehr um die Brandmarkung von Andersgläubigen, und weniger um die Brandmarkung von Christen“, schreibt er. Denn eigentlich sei die Welle der Solidarität von Muslimen ausgegangen, die selbst unter IS leiden und erkannt hätten, dass sie die nächsten sein könnten. 

Seine Intitiave sei als „Leuchtturm“ gedacht gewesen, der „zu den Ufern der Humanität“ zurückführt, allerdings für alle Bevölkerungsgruppen, die unter IS litten, so Courtney, nicht nur für Christen.
Es sind vor allem auch die Schiiten, die ganz massiv von der fundamentalistischen IS bedroht sind 
So meint die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, andere Minderheiten wie die Jesiden, Turkomanen und die schiitische Schabak-Gemeinde hätten sogar noch mehr gelitten als die Christen. 

Quelle

siehe auch hier


.........................................

Wer sich mit dem biblischen Petrus beschäftigt, wird in der Beurteilung dieses "Begründers" des päpstlichen "Stuhls Petri" in Rom vor 2000 Jahren echt hin und her gerissen: der "Fels" war dieser Petrus nicht immer - viel öfter ein wendiger Opportunist ... - mit viel Angst und nicht immer viel Zivilcourage ...

Nachdem er anfänglich Jesus gegenüber Treueschwüre geäußert hatte, schlief er kurze Zeit später bei der ersten Belastungsprobe im Garten Gethsemane ein. Als es dann hart auf hart kam, griff er zum Schwert (was aber auch nicht unbedingt im Sinne Jesu war). Wenige Stunden später bekam er richtig Angst und log wie gedruckt: „Ich kenne diesen Menschen nicht...“. Doch, sagt die Frau am Lagerfeuer: „Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth... Deine Sprache verrät dich.“ (Mt 26, 71.73) - und dreimal krähte der Hahn ...


Seit dieser Geschichte ist dieser Hahn auf unseren Kirchturmspitzen Mahnung und Aufforderung zugleich: Denke an deine Schwachheit. Steh zu Jesus, steh auf, bleib stehen! Sei ein Nazarener!

Heute. 2000 Jahre später: IS-Extremisten sprühen ihre tödlichen Botschaften u.a. an die Häuser von Christen: Das arabische "ن"/N steht da für "Nasrani" | „Nazarener“: Diese gehören auch zu dem Jesus von Nazareth ... - jawoll ...

Ausschnitte aus: GGE-aktuell September 2014 - Pfarrer Henning Dobers | http://gge-verlag.de/

Und da wird es doch tatsächlich mal wieder Zeit sich zu bekennen - den "gelben Stern" tragen diesmal die Christen, Jesiden, Turkomanen und die andersgläubigen Muslime wie die schiitische Schabak-Gemeinde - lasst uns also anfangen und uns einreihen - schmücken wir unsere Blogs und Homepages mit dem arabischen "ن" - N für Nazarener ...
Friedlich Farbe bekennen gegen Diskriminierung und Exklusion - auch virtuell auf den Homepages und Blogs - ist sicherlich das Gebot der Stunde gegen diese verwirrten Fundamentalisten, die sich Muslime und Dschihadisten nennen - aber scheinbar viele oder die meisten "Gebote" aus dem Koran einfach ignorieren und ihren Allah ebenso einfach mal Allah sein lassen - einfach um sich selbst in Szene zu setzen - um Kohle zu machen (mit dem Lösegeld entführter Geißeln - und mit dem Entgelt für geschmuggeltes Erdöl und wahrscheinlich auch mit Drogen ...) und sich äußerst eigennützig diese Welt erklären - als deren Mittelpunkt sie sich verspüren ...:  
ACH - HERR - VERGIB IHNEN - DENN SIE WISSEN NICHT WAS SIE TUN ...(Lk 23,34)
P.S.: Das N-Symbol (ca. 2cm Durchmesser) ist als Anstecker in der GGE-Gedchäftsstelle oder im GGE-Verlag erhältlich: www.gge-verlag.de


Mittwoch, 24. September 2014

Bundeswehr: Viel zu marode für die "Auslandseinsätze" ... - gut - das nächste Mal schauen wir vorher nach ... ;-))



ACH GOTTCHEN - DA HAT JEMAND DIE RECHNUNG OHNE DEN WIRT GEMACHT ...
  • Die Reise der Bundeswehrausbilder für den Irak
    entwickelt sich zur Odyssee: Erst fehlte die nötige Genehmigung für den Flug nach Kurdistan. Nun gab nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen auch noch ihr Flugzeug den Geist auf, die Trainer stecken weiter fest. 
  • Bundeswehr im Irak: Soldaten dürfen starten, Waffen hängen fest
  • Waffen-Einweisung für Kurden: Bundeswehrsoldaten stranden in Bulgarien
  • Die fliegende Bundeswehrflotte aus Helikoptern, "Eurofightern" und Transportmaschinen ist fast nicht mehr einsatzfähig. Das gaben Generäle vor einem Ausschuss zu. Eine Besserung der Lage ist nicht absehbar.
  • Anfang der Woche war bekannt geworden, dass bis auf vier Helikopter die gesamte fliegende Marine-Flotte nicht flugfähig ist.
  • Von 109 "Eurofighter"-Jets sind nur 42 einsatzbereit, bei den "Tornados" sind es 38 von 89. Die altersschwache Flotte der "Transall"-Transportflieger weist von 56 Maschinen nur noch 24 flugtaugliche Modell auf, bei den Hubschraubern vom Typ CH-53 sind es von 83 im "Buchbestand" nur ganze 16, von den 13 "Patriot"-Raketenabwehrsystemen sind nur etwas mehr als die Hälfte derzeit funktionstüchtig.
  • Doch nicht nur bei den Fliegern gibt es massive Defizite. Zwar ist die Panzertruppe technisch gut aufgestellt. Der Inspekteur des Heeres musste trotzdem eingestehen, dass beim "Boxer" von 180 Modellen nur 70 einsatzfähig sind.
  • Eine Lösung für die Probleme ist nicht in Sicht. Generalinspekteur Volker Wieker gestand ein, dass "der geschilderte Zustand noch einige Jahre erhalten bleiben" wird. 


Das sind die Schlagzeilen angesichts eines gerade auch vom Bundespräsidenten explizit eingeforderten höheren militärischen Engagements Deutschlands in der Welt:

Denn unser aller über den Dingen stehender Präsident Gauck sagte Ende Januar 2014 zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz: „Die Bundesrepublik sollte sich als guter Partner früher, entschiedener und substanzieller einbringen.“ Er plädierte für einen grundlegenden Mentalitätswechsel: Deutschland dürfe nicht Weltabgewandtheit und Bequemlichkeit hinter seiner historischen Schuld verstecken. Sonst werde aus Zurückhaltung so etwas wie Selbstprivilegierung.
In sein Plädoyer für eine stärkere Rolle Deutschlands im Rahmen von EU und Nato schloss Gauck ausdrücklich militärisches Engagement ein. „Deutschland wird nie rein militärische Lösungen unterstützen, wird politisch besonnen vorgehen und alle diplomatischen Möglichkeiten ausschöpfen“, sagte er. „Aber wenn schließlich der äußerste Fall diskutiert wird – der Einsatz der Bundeswehr –, dann gilt: Deutschland darf weder aus Prinzip „nein” noch reflexhaft „ja” sagen.“ Die Bundesrepublik müsse bereit sein, mehr zu tun für jene Sicherheit, die ihr über Jahrzehnte von anderen gewährt wurde.


Und genau der gleiche Gauck hat weiter im Juni 2014 beim Besuch der Führungsakademie der Bundeswehr gesagt, "dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen". Er rief die Deutschen zu größerer Offenheit für Auslandseinsätze der Bundeswehr auf und bemängelte zugleich eine gewisse Ignoranz der Bürger gegenüber den Streitkräften. Der Präsident sprach in Hamburg auch davon, dass Gewalt "notwendig und sinnvoll sein kann, um ihrerseits Gewalt zu überwinden oder zu unterbinden".

Aber auch die für all die Mängel derzeitig verantwortliche Ministerin von der Leyen hat sich ebenfalls Ende Januar 2014 für ein stärkeres internationales Engagement der Bundeswehr ausgesprochen. Auf die Frage, ob Deutschland mehr internationale Verantwortung übernehmen müsse, sagte die CDU-Politikerin dem Magazin "Der Spiegel": "Im Rahmen unserer Bündnisse, ja." Deutschland könne "nicht zur Seite schauen, wenn Mord und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind, schon allein aus humanitären Gründen", sagte sie mit Blick auf die geplante Aufstockung des Bundeswehreinsatzes in Afrika. - "In Zentralafrika entfaltet sich ein blutiger Krieg zwischen Christen und Muslimen. Wir können nicht zulassen, dass der Konflikt die ganze Region in Flammen setzt." Sie könne sich vorstellen, dass die Bundeswehr einen Lazarett-Airbus (MedEvac) zur Verfügung stellt, um verwundete Soldaten aus Zentralafrika zu bringen.

Die Bundeswehr sei gut aufgestellt. Sie stelle täglich unter Beweis, was sie leisten könne, sagte Verteidigungsministerin von der Leyen in der Haushaltsdebatte im September 2014 im Bundestag. Sie fordere keine Erhöhung des Etats, so von der Leyen, Kürzungen seien aber hochriskant.

Och ja - da ist doch alles paletti: ein Lazarett-Airbus und nun ein paar Bundeswehr-Ärzte für die Ebola-Krise in Afrika ...: Da kommt man nach außen (und innen) ganz friedlich und human daher - auch und gerade wenn das eigentlich militärische Eigenmaterial zu marode ist ...

Dienstag, 23. September 2014

another world | antony & the johnsons | S!NEDi music|slide|show

antony & the johnsons song - an/aus: auf das lautsprecher-symbol clicken ...


S!NEDi|photo|graphy: aus der serie "another world"



Another World 
Übersetzung

Ich brauche einen anderen Ort
Wird es Frieden geben?
Ich brauche eine andere Welt
Diese ist fast weg

Immer noch zu viele Träume
Nie gesehen das Licht
Ich brauche eine andere Welt
Ein Ort, wo ich gehen kann

Ich werde das Meer vermissen
Ich werde den Schnee vermissen
Ich werde die Bienen vermissen
Ich werde dich vermissen, die Dinge, die wachsen

Ich werde die Bäume vermissen
Ich werde den Klang vermissen
Ich werde dich vermissen die Tiere
Ich werde euch alle vermissen

Ich brauche einen anderen Ort
Wird es Frieden geben?
Ich brauche eine andere Welt
Dieser ist fast weg

Ich werde die Vögel vermissen
Singing all ihre Songs
Ich werde den Wind verpassen
Worden, mich zu küssen, so lange

Eine andere Welt
Eine andere Welt
Eine andere Welt

Eine andere Welt


S!NEDi|photo|graphy: aus der serie "another world"

Herbstanfang 2014

Unbedingt auf das Lautsprecher-Symbol clicken !!!


Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los. 

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein. 

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben. 


Rainer Maria Rilke, 21.9.1902, Paris





Der kalendarische (astronomische) Herbstanfang ist in diesem Jahr auf der Nordhalbkugel der Erde am 23. September.

Der Beginn der dritten Jahreszeit richtet sich nach dem Stand der Sonne. Astronomischer Herbstanfang (Herbst-Tag- und -Nacht-Gleiche) ist, wenn die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn den Himmelsäquator von Norden nach Süden durchschreitet und dann genau senkrecht über dem Äquator steht. 2014 ist das exakt am 23. September um 4.29 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit der Fall sein.

Tag und Nacht sind dann gleich lang, wie beim Frühlingsanfang am 20. März. In der Folge werden die Tage bis zum Winteranfang (22. Dezember) auf der Nordhalbkugel der Erde kürzer, die Nächte werden länger. Auf der Südhalbkugel ist es umgekehrt.

Im vergangenen Jahr fiel der Herbstanfang noch auf den 22. September. Der spätere Start in diesem Jahr erklärt sich mit der leichten Differenz zwischen der Umlaufzeit der Erde um die Sonne und dem Kalender. Während der Kalender mit 365 Tagen rechnet, brauche die Erde für einen Sonnenumlauf 365 Tage, fünf Stunden und 49 Minuten. Dieser Unterschied von knapp sechs Stunden wird alle vier Jahre mit einem Schaltjahr ausgeglichen.

Die Jahreszeiten entstehen dadurch, dass die Drehachse der Erde zu ihrer Umlaufbahn (Ekliptik) um die Sonne leicht geneigt ist. Dieser Winkel von 23,5 Grad hat Auswirkungen auf die Höhe des Sonnenstandes über dem Horizont. Die Mittagshöhe der Sonne erreicht auf der Nordhalbkugel am 22. Dezember ihren niedrigsten Stand, zum Sommeranfang am 21. Juni war er am höchsten.

Das deutsche Wort "Herbst" meint ursprünglich die Zeit der Ernte, in Süddeutschland auch die Weinlese und Obsternte. Im Herbst beginnen sich die Blätter der Bäume bunt zu färben, Hauptfest ist das Erntedankfest, in diesem Jahr am 5. Oktober.

Meteorologen hatten schon am 1. September ihren ersten Herbsttag. Wegen des besseren Vergleichs von Statistiken teilen sie Jahreszeiten traditionell in ganze Monate ein. 



Textbausteine aus: AZ - Bildmaterial: S!NEDi-art


Merkel: Das Verfahren enthält intuitive Elemente


Karikatur: (c) Write Enterprise Ltd.


SPIEGEL.de hält mal wieder den Spiegel vor

Welcher prominente Mensch verschwurbelte welches Fachkauderwelsch in seiner Doktorarbeit:
  • Da schreibt Papst Benedikt XVI | Joseph Ratzinger von einer "pneumatische Wirklichkeit" ... - vielleicht beim Husten??? - Oder er meint: "Was heißt 'drinnen' und was heißt hier 'draußen'? Offenbar müssen 'innen' und 'außen' hier auf je anderer Ebene ausgesagt sein." Ja - so ähnlich wie Noch-Papst oder Nicht-mehr-Papst ...
  • Edmund Stoiber meint sehr penibel definierend: "Die Einwilligung ist damit Tatbestandsmerkmal mit negativem Vorzeichen, oder anders ausgedrückt, die Nichteinwilligung ist Tatbestandsmerkmal." - (oder noch anders ausgedrückt: Dass das Wasser Balken habe, ist die Wahrheit mit negativem Vorzeichen. Dass das Wasser keine Balken hat, ist korrekt ...).
  • Und Gregor Gysi schreibt in seiner Arbeit über die Vervollkommnung des sozialistischen Rechts von "... Rechtslücken, die darauf fußen bzw. fußten, daß innerhalb eines rechtlichen Bereiches nicht genügend an die aus anderen rechtlichen Bestimmungen sich ergebenden juristischen Konsequenzen gedacht worden war oder juristische Spezifika und Widersprüche nicht beachtet wurden ...". Ähh - wo er recht hat - hat er recht ...


Und nun ein Sahnehäubchen auf alle Dissertationen: 
"Das Verfahren beruht jedoch auf keiner strengen theoretischen Ableitung, sondern enthält intuitive Elemente."

Nun - was für eine Doktorarbeit mag das sein, in der ein Verfahren beschrieben wird, das "intuitive Elemente" enthält? - Ja - aber da gibt's nichts zum Staunen: Was auch immer Intuition mit Physik zu tun hat: Der Satz stammt von der Physikerin Angela Merkel.

Denn so ist sie - unser aller Angela - so bastelt sie uns auch das, was sie unter "Politik-Machen" versteht: es ist einfach ein "Verfahren, das auch intuitive Elemente" enthält ... 
Doch so "intuitiv" sind diese "Elemente" ja gar nicht - wie wir ja gerade jüngst erfahren durften: Da ist die vom Steuerzahler finanzierte Demoskopie an sich eine ganz große Kanzler-Flüsterin, die ihr schon mal "intuitive Flausen" in den Kopf setzen darf - z.B. bei der plötzlichen und populistisch aufgemotzten Kehrtwendung zum Atom-Ausstieg nach dem Fukushima-Schock - jedoch war das eher ein letzter ihr eingegebener Versuch, damals die Landtagswahlen in Baden-Württemberg zu gewinnen - ging aber schwer daneben - oder aber "die Wirtschaft" mit ihren Lobbyisten spielen mal wieder "Intuition" - z.B. bei der Formulierung einer "marktgerechten Demokratie" ...: Nun gibt es also einen neuen politischen Begriff: die "Intuitive Demokratur" ... 
Wer von Haus aus keine Intuition hat - oder gar nicht weiß, was tatsächliche "Intuition" ist - der lässt sich eben eine basteln ...



Sonntag, 21. September 2014

SICHERES HERKUNFTSLAND | S!NEDi's Un|wort der Woche








Hiermit beginnt eine neue Blog-Rubrik - jeweils mit dem "Un|wort der Woche"... Als erstes ist mir der Begriff "SICHERES HERKUNFTSLAND" in dieser Woche ins Auge gefallen: Da erklärt die Bundesregierung je nach Asylbewerberaufkommen mal gerade Staaten zu "sicheren" bzw."unsicheren Herkunftsländern" - und schwupps: kann man so rigide regelnd eingreifen ... Rein statistisch und mit Zahlenarithmetik: mit der tatsächlichen Unterdrückung oder der Not der Muslime, der Sinti, Roma und Ashkali aus den Herkunftsländern Bosnien-Herzegowina, Serbien oder Mazedonien hat das nichts zu tun ...
Es ist immer schlimm, wenn nur nach pragmatischen Entscheidungen am Schreibtisch oder auf den weich gepolsterten und top ergonomisch gestalteten Regierungsbänken oder am Kabinettstisch Beschlüsse gefasst werden - und die betroffenen Menschen in den Hütten und Slums ohne Elektrizität und Wasser in den angeblich "sicheren Herkunftsländern" außen vor bleiben ... Nicht die "Länder" und "Staaten" sind einzustufen, sondern der Einzelfall, die besonderen Umstände, die jeweiligen regionalen Bedingungen und Unterdrückungsmechanismen:
Diese Dauerbeschallung mit dem für viele Millionen Bundesbürger noch abstrakten Begriff der "Inklusion" kann nicht nur für die Beschulung behinderter mit nichtbehinderten in einem Klassenraum stehen: Inklusion geht darüberhinaus auch weiter und schließt die unbedingte Gleichstellung aller Menschen umfassend mit ein: auch aller Muslime, Sinti, Roma und Ashkali aus den Herkunftsländern Bosnien-Herzegowina, Serbien oder Mazedonien - sobald sie ihre Benachteiligung glaubhaft machen können - aber auch hier gilt: im Zweifel für den Asylbewerber...

Asylrechtsreform

Was ist ein sicheres Herkunftsland?

Nach einem Bericht von Jessica Deringer und Ingo Lierheimer | Bayrischer Rundfunk



Vereinfacht ausgedrückt versteht man unter "sicheren Herkunftsstaaten" Länder, in denen weder politische Verfolgungen noch sonstige menschenunwürdige oder erniedrigende Bestrafung oder Behandlung stattfindet (§29a AsylVfG). In Deutschland gelten alle EU-Mitgliedstaaten, sowie Ghana und der Senegal als sichere Herkunftsstaaten. Der Asylantrag einer Person aus einem dieser Länder wird in der Regel abgelehnt.

Der Bundesrat hat die Klassifizierung von drei Balkanstaaten als "sichere Herkunftsstaaten" bestätigt. Nun können Asylanträge aus diesen Ländern leichter abgelehnt werden - mit gravierenden Folgen.

Sowohl im Jahr 2013 wie auch im ersten Halbjahr 2014 stammte jeder fünfte in Deutschland gestellte Asylantrag von Menschen aus Serbien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien. Schon bisher wurde die überwiegende Mehrheit der Anträge als unbegründet abgelehnt. Nun hat die Bundesregierung die drei Staaten als "sichere Herkunftsstaaten" eingestuft. Dies führt dazu, dass Asylanträge aus diesen Ländern im Schnellverfahren abgelehnt werden können und die Menschen umgehend in ihre Heimat zurückgeschickt werden.


Eindrucksvolles Foto aus dem nach Meinung der Bundesregierung für Roma "sicheren" Herkunftsland Serbien: Ein Durchgang im Roma-Slum von Belgrad. Die Behörden lassen den Müll oft nicht abtransportieren. Foto: AFP|sz.de

Schwarz-rote Bundesregierung: "Keine politische Verfolgung"

Politiker der großen Koalition aus CDU/CSU und SPD argumentieren, dass es in den drei Ländern keine Verfolgung, Folter, willkürliche Gewalt oder unmenschliche und erniedrigende Behandlung gebe. 

Die Opposition aus Linken und Grünen wie auch Menschenrechtsorganisationen sind anderer Ansicht. So weist Amnesty International unter anderem auf die Diskriminierung der Roma-Angehörigen hin. Diese leben vor allem in Serbien am Rande der Gesellschaft – oft ohne Zugang zu Bildung, Wasser oder Elektrizität.

Aufnahme von einer Recherchereise 2013 zu den Lebensbedingungen von Roma in Serbien - Foto: alle-bleiben.info - Allegra Schneider | rdl.de




"Bosnien ist eine Katastrophe"

Aber nicht nur Roma flüchten vor ihren Verfolgern aus den drei Ländern, wie zwei Beispiele zeigen. Meho Alic kam auf der Suche nach Asyl mit seiner Frau und seinen beiden Kindern vor einem knappen Jahr nach Deutschland, erst nach Dortmund, dann in die Nähe von München.

In ihrer Heimat Bosnien-Herzegowina war die Familie Gewalt und Terror ausgesetzt, weil sie zur muslimischen Minderheit gehört. Alic' Sohn wurde in der Schule ein Arm gebrochen, unbekannte Täter versuchten seine Frau zu vergewaltigen. Für die Familie wäre es eine Katastrophe, wieder zurück zu müssen nach Bosnien-Herzegowina – in das Land, in dem Eltern und Kinder seelisch und körperlich schwer misshandelt wurden.
"Ich sag nur, Bosnien-Herzegowina ist überhaupt kein sicheres Land, es ist kein Land mit guter Sozialarbeit oder funktionierender Justiz – es ist eine Katastrophe."
Meho Alic
Asylantrag abgelehnt

Die Hoffnung auf Schutz in Deutschland erfüllte sich für die Familie nicht. Ihr Asylantrag wurde bereits abgelehnt. Jetzt hofft Alic, mit einem Attest eines Psychotherapeuten für seine traumatisierte und suizidgefährdete Frau wenigstens ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht zu erhalten.
"Wenn einer so etwas erlebt hat, will er nie wieder in sein Land oder in sein Haus zurück."
Meho Alic
Auch Jahir Toplica will nicht zurück. Seit ein paar Wochen ist er in Bayern, das Asylverfahren läuft.
Toplica kommt aus Serbien. Er gehört zur ethnischen Minderheit der Ashkali und wurde deshalb, wie er erzählt, von der serbischen Polizei schikaniert und misshandelt. Einmal wurde er auf einer Polizeiwache in Belgrad verprügelt, weil er sich weigerte, einen Diebstahl zuzugeben, den er nie begangen hatte. Hinterher gab Toplica das einer serbischen Minderheitsorganisation zu Protokoll. Das Dokument ist jetzt ins Deutsche übersetzt, Toplica will den deutschen Behörden damit beweisen, dass er nicht zurückkehren kann.
"Ich sagte zu dem Polizisten, er soll mit mir machen, was er will, ich werde alles zugeben, denn ich konnte die Schläge nicht länger ertragen. Diese eineinhalb Stunden fühlten sich an wie eine Ewigkeit. Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass ich nicht mehr lebend aus diesem Zimmer rauskommen werde."
Jahir Toplica
Toplica fürchtet, dass es genau so weiter gehen wird, falls er hier kein Asyl bekommt und zurück nach Serbien muss. Der bosnischen Familie Alic geht es ähnlich. Über Facebook erfuhr sie, dass vor kurzem im Garten eines muslimischen Nachbarn ein Sprengsatz explodierte. Eine Rückkehr ist für keine der Familien eine Option – auch wenn deutsche Politiker ihre Heimatländer als sicher einstufen.

Samstag, 20. September 2014

verstehe das wer will | impuls für die woche -150 [jubiläum]


... verstehe ich echt nicht ... - 
... kann und will ich nicht verstehen ... - 
... das verstehe wer will ... - 

oder auch:
"Wie es in den Wald hineinschallt - so schallt es auch heraus ..."

„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken“ 
Jesaja 55,8-9 
Ein Amerikaner irrt in einem Wald umher und trifft einen Indianer. Sie versuchen sich mit Handzeichen zu verständigen.



·        Der Indianer zeigt mit dem Zeigefinger auf ihn (Fingerzeig)




·        Der Weiße macht schnell das Peace-Zeichen (V-Zeichen).


·        Der Indianer schaut etwas verunsichert, formt dann aber ein Dach mit den Händen(Dach).





·        Der Weiße bewegt winkend die Hand auf und ab (Wink-Wellen), dreht sich um und geht schnell weg.


Haben Sie verstanden, über was sich die beiden ausgetauscht haben? Es ist wirklich nicht so einfach.

Der Weiße, als er nach Hause kommt, erzählt aufgeregt:

·        „Ich hab einen gefährlichen Indianer im Wald getroffen! Ich wollte ihn nach dem Weg fragen, aber er drohte mir gleich, er will mich erschießen“ (Fingerzeig).

·        „Ich habe dann schnell das Peace-Zeichen gemacht“ (V-Zeichen).



·        Aber er meinte nur: „Zieh bloß ab nach Hause“ (Dach).



·        „Ich hab schnell gewunken (Wink-Wellen), damit er sieht, dass ich keinen Streit will, und bin gegangen.“



Ähh - ob der Weiße die Zeichen wohl richtig verstanden hat?

Als der Indianer nach Hause kommt, erzählt er zuhause am Lagerfeuer ebenfalls von dieser seltsamen Begegnung und zwar so:

·        „Ich hab heut einen Weißen im Wald getroffen: Völlig verrückt! Ich frag ihn: Wer bist Du?“ (Fingerzeig).



·        Darauf er: Eine Ziege! (Peace-Zeichen).






  ·     Ich dachte „Huch!“, wollte aber nicht unhöflich sein. Frag: „Hausziege?“ (Dach).







·        „Nein“, sagt er: „Flussziege“ (Wink-Wellen) und geht.


Fröhliche Stimmung am Lagerfeuer.





Für beide ist dieses Erlebnis fast wie die "Unheimliche Begegnung mit der Dritten Art" gewesen, die Steven Spielberg in seinem Science-fiction-Film schildert, wo Menschen auf Aliens von weit her aus dem All treffen - und auch kaum Möglichkeiten einer irgendwie gearteten Verständigung haben: Hier ist es für den Weißen eine höchst aufregende und abenteuerliche Begegnung. Und für den Indianer ein äußerst kurioses Treffen da im Wald.

Aber ein wirkliches Zusammenkommen - ein gegenseitiges Verstehen - eine tatsächliche Begegnung - geschweige denn Annäherung - ist beiden nicht gelungen. Sie waren nicht in der Lage herauszufinden, was der andere wirklich mit seinen jeweiligen Handzeichen denn meinte. Ist mit diesem V-Zeichen der abgespreizten Zeige- und Mittelfinger ein Gruß gemeint, mit dem man aussagen möchte, dass man in friedlicher Absicht kommt oder möchte man tatsächlich damit bekunden, dass man eigentlich eine Ziege ist? Beide sind in ihren jeweiligen Vorstellungen so festgelegt und viel zu sehr in ihren eigenen Sichtweisen gefangen, dass sie nicht zueinanderfinden können. 

Dabei handelt diese Geschichte ja eigentlich von uns allen - von unseren zwischenmenschlichen Begegnungen - von unserem Aufeinanderzugehen. Auch wir schaffen es viel zu selten mit anderen auf ein "Level", auf eine gemeinsame Verständigungsebene oder auf die gleiche Wellenlänge, auf die gleiche Frequenz zu kommen.

Wann haben Sie sich zum letzten Mal so richtig in allen Nuancen verstanden gefühlt? Wo konnten Sie froh und frei erzählen und hatten das Gefühl, jemand denkt sich mit in Sie hinein, fragt nach, wie Sie das gemeint haben oder hat ein Interesse daran, wie es Ihnen gerade geht- an was Sie gerade "herumdoktorn", was Sie beschäftigt?

Oft genug geschieht ja genau das: Wir kommen - wie die beiden Gentleman aus der Geschichte - mit einer Person nicht zusammen und fragen uns nach einer Begegnung: „Hat der mich denn überhaupt verstanden und mir zugehört?“ oder: „Was hat sie gerade tatsächlich gesagt oder auszudrücken versucht? Ich habe es gar nicht richtig mitbekommen. Ich bin in Gedanken ganz woanders gewesen.“

Wir erleben das ja auch dauernd in der großen Weltpolitik - wenn man mit Propagandazeichen aufeinander losgeht - wenn man mehr übereinander als miteinander redet und die Pressemaschinerie für sich einspannt: Wenn man den Worten Putins gleich jeden Sinn abspricht - und der alle Äußerungen des Westens als aggressives Einmischen in seine Hemisphäre wertet ...

Nicht nur mit anderen Menschen ist es schwer zusammenzukommen, sondern auch mit sich selbst.

Vor lauter Alltagstrott, mit dem wir die Wochen ziemlich gleichmäßig und in Routine abspulen - vielleicht auch in mancherlei Zwängen, in denen wir uns viel zu häufig anpassen - reflektieren wir für uns selbst viel zu selten: „Du - S!NEDi - wie geht es dir eigentlich? Ich habe lange nichts von dir gehört? Was möchtest du eigentlich? Was ist aus deinen Plänen und Zielen von einst geworden? Und was ist aus dir selbst geworden? Wer bist du eigentlich? Manchmal bist du mir ganz schön fremd?“

Zusammenkommen: mit anderen Menschen - mit sich selbst - und auch mit Gott - das ist oft gar nicht so einfach.

Vor allem dann, wenn man sich gerade "im falschen Zug" wähnt. Die Richtung müsste eigentlich ganz entgegengesetzt gehen. Aber diese eine nun bekannt gewordene Tatsache hat manches verändert und diese eine Information hat vieles, was einem gewiss und zuverlässig erschien, völlig ins Wanken gebracht. Alle Bitten, die man nach oben oder nach innen - eben zu Gott - gerichtet hat, sind verhallt oder ins Leere gelaufen. Und eigentlich wünscht man sich nichts lieber als darin wieder ein Stück weit Gewissheit zu bekommen: „Wie kann ich mit diesem paradoxen ewig nahen und ewig fernen Gott zusammenkommen und mein Leben in seinen guten Händen wissen? - Was kann ich von ihm erhoffen, worin bei ihm ganz sicher sein? - Ist es Absicht, wenn etwas zu Ende geht? Oder einfach nur Zufall? Und worauf kann ich mich bei Gott fest verlassen?“

Und dann diese "Antwort" aus dem Munde bzw. dem Federkiel des Propheten Jesaja: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken“ (Jesaja 55,8-9).

Der Prophet Jesaja hat es schon damals realistisch gesehen. Die Momente, in denen wir das Gefühl haben, mit Gott so nah zusammenzukommen, dass wir beruhigt und gelassen in die Zukunft schauen können, sind eher selten. Seine Gedanken sind eben nicht unsere Gedanken. „Seine Wege“ sind anders als „unsere Wege“. Und wir müssen damit auskommen, dass wir auf manche große Frage unseres Lebens vielleicht niemals eine "befriedigende" Antwort bekommen. Unsere Gedanken werden immer hier unten auf der Erde kreisen und wir werden manche Zusammenhänge niemals entschlüsseln können.

Aber dann murmelt es beim Propheten schon weiter:
„Denn gleichwie Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern die Erde feuchtet und sie fruchtbar macht und wachsen lässt, dass sie Samen gibt zu säen und uns [das täglich] Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende. Ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden.“ Jesaja 55,10-12a.
Auch wenn das Gleichnis von Regen & Schnee, das Jesaja da vor vielen Jahren benutzt hat, mit unserem heutigen wetterphysikalischem Wissen etwas hakt, denn die Feuchtigkeit steigt durch Verdunstung bei Sonneneinstrahlung sehr wohl wieder auf ... - wissen wir trotzdem, was er gemeint hat mit diesem gewaltigen Bild - wir können es deuten und entziffern - und verstehen - und auch "das Wort" wird ja nach seiner segensreichen Wirkung nicht einfach vergehen, sondern immer wieder neu formuliert und mitgeteilt werden ... Also - auch wenn ein im wahrsten Sinne des Wortes "himmelweiter" Unterschied zwischen Gott und uns besteht, so gibt es doch eine Verbindung, eine Leitung hin und her - von ihm zu uns - eine unendliche Datenbahn, mit der Gott auf der Festplatte unserer Lebensgeschichte immer wieder neu die eine Gewissheit speichert: Jedes Wort das von ihm kommt, jeder Fakt, den er uns übermitteln lässt, jeder Sinn, der sich uns erschließt, alles was wir hören und wahrnehmen, wird etwas bewirken. Gott "greift" in unser Leben ein mit Fügungen, Geleit, Hinführungen, mit Verstehen ... Er gibt uns "Sinn"und will uns immer mehr gewiss machen, dass er mit uns in unserem Leben Hand-in-Hand unterwegs ist. Auch wenn nicht alles nach Plan verläuft, sollten wir das wissen. Es ist Gottes großer Wunsch, mit uns immer wieder neu zusammenzukommen, damit wir mit „Freude ausziehen und im Frieden geleitet“ werden. Und es ist Gottes großes Anliegen, dass wir auf diesen Wegen zusammenkommen - mit anderen, mit uns selbst, und so auch mit ihm – auch wenn es manchmal dauern kann.


aus Michelangelo: Sixtinische Kapelle


Die Weite Gottes, die umfassender und höher und tiefer ist als alles menschliche Verstehen, bewahre unsere Herzen und Sinne.


Mit Anregungen und allerlei Textbausteinen aus einer Predigt von Pfarrer Thomas Volk, Ochsenfurt und Marktbreit, Anfang 2013