Dienstag, 21. Mai 2013

Ernst Klee ist tot

DPA



ERNST KLEE

Der Historiker, Sozialpädagoge und Theologe Ernst Klee ist im Mai 2013 im Alter von 71 Jahren gestorben.

Wie der S. Fischer Verlag am Samstag, dem 18.05.2013, mitteilte, starb Klee nach langer schwerer Krankheit in seiner Frankfurter Wohnung. Klee kämpfte über Jahrzehnte als Aufklärer für die Aufarbeitung der NS-Zeit. Nüchtern und akribisch setzte er sich vor allem mit den Gräueltaten auseinander, die Behinderte und seelisch Kranke im Nationalsozialismus erleiden mussten.

Internationales Renommee erwarb sich Klee bereits 1983 mit seinem Buch «Euthanasie im NS-Staat. Die Vernichtung lebensunwerten Lebens», in dem er bis dahin weitgehend unbekanntes Archivmaterial zu diesem Themenkomplex erschloss. 1997 erschien sein Buch «Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer», das die Rolle der Medizin in der Zeit beleuchtet. In dem Werk geht es um Klees Forschungen zur Euthanasie. Es werden die Experimente beleuchtet, die im Namen der medizinischen Forschung an wehrlosen Menschen vorgenommen worden waren.

Klee wurde für seine Abhandlungen unter anderem mit der höchsten Auszeichnung des Landes Hessens, der Wilhelm-Leuschner-Medaille, geehrt. Er erhielt für seine Forschungsarbeiten die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt und den angesehenen Geschwister-Scholl-Preis. Außerdem bekam der gelernte Heizungstechniker 1982 den Adolf-Grimme-Preis überreicht. Weitere bekannte Werke von ihm sind das «Personenlexikon zum Dritten Reich» und das «Kulturlexikon zum Dritten Reich». (FRANKFURTER RUNDSCHAU 18.05.2013 | dpa/lhe)

...............................................................

sinedi dazu:
Ohne Ernst Klee wäre meine Erforschung der Opferbiographie Erna Kronshage (http://erna-k-gedenkblog.blogspot.com) rasch an ihre Grenzen gestoßen. 

Das erschreckende Ausmaß der Anstalt "Tiegenhof"/Dziekanka in "Gnesen"/Gniezno-PL als eine der gnadenlosen Tötungsfabriken in der Zeit zwischen 1939-1945 unter der deutschen Gewaltherrschaft in Polen wäre ohne die emsige und penible Forschungsarbeit Ernst Klees seit den 70-er Jahren wohl kaum in vollem Umfang in Deutschland zu Tage gebracht worden.

Die Anstalt "Tiegenhof" passte sich seinerzeit geradezu "flexibel" den jeweiligen rigorosen Massentötungsaktionen an - jeweils zu den nachfolgenden verschiedenen NS-"Euthanasie"-Wellen - als da waren: Gaswagen-Tötungen der polnischen Psychiatrie-Insassen, zentral Berlin-gesteuerte T4-"Euthanasie" (1939-1941), danach die als zentralgesteuerte Lazarettbettenbeschaffung getarnte und dezentral durchgeführte "Sonderaktion Brandt", gleichzeitig ab 1942/1943 die dezentral lokalgesteuerte so genannte "Wilde Euthanasie", die Tötungen von KZ-Kranken (14f13) - sowie auch als eine der todbringenden so genannten "Kinderfachabteilungen" (Tötung behinderter Kinder) - immer unter der Federführung ihres übereifrigen und kollaborierenden Direktors und Chefarztes Dr. med. Victor Ratka und dessen nationalsozialistischen T-4-Vorgesetzten in Berlin sowie die abkommandierten deutschen Helfershelfer vor Ort - und war somit "von der ersten Stunde an" dienstbar als eine der  makaberen "Forschungsstellen" für die späterhin rasche und mit "deutscher Gründlichkeit" organisiert durchgezogene "reibungslose" millionenfache Tötung all der Mitbürger jüdischen Glaubens ...

Es ist das Verdienst besonders auch von Ernst Klee, all diese damals ineinander greifenden mörderischen Zusammenhänge der Nachkriegsöffentlichkeit nachdrücklich aufzuzeigen und bekannt zu machen - manchmal gegen die erheblichen Widerstände der Nachfolgeinstitutionen und der zum Teil noch öffentlich agierenden und unbehelligt lebenden Täter sowie deren Nachkommen und ihren oft berufsständischen, familiären und gesinnungsverwandten Seilschaften...

Ich hatte seit den 80-er Jahren mehrmals Kontakte zu Ernst Klee aufgrund meiner Forschungsarbeit zum Schicksal Erna Kronshage, wo er mir mit entscheidenden Hinweisen gerade zur Anstalt Tiegenhof und zu Dr. Ratka weiterhelfen konnte. Er räumte mir mit seinem Namen in der noch schwierigen Anfangsphase der Forschung dankbarerweise auch punktuelle Co-Leserechte in auswärtige relevante Gerichtsakten ein.

Eine Doku-Seite über Ernst Klee befindet sich auch auf meiner Homepage: 
http://eddywieand-sinedi.de/doku-ernst-klee/
Eine Doku-Seite mit drei 45-min. Ernst-Klee-Filmen zur Psychiatrie- und NS-"Euthanasie":

1. Alles Kranke ist Last, 1988
2. Die Hölle von Ueckermünde, 1993
3. Sichten und Vernichten, 1995
 http:/eddywieand-sinedi.de/doku-ernst-klee-filme-zur-psychiatrie/


Montag, 20. Mai 2013

BORUSSIA DORTMUND: Bei mir liegts an den Genen ...





In Anbetracht dieser unsäglichen Hymne der Münchener Philharmoniker (http://nunchic.blogspot.de/2013/05/bayern-munchen-ja-geht-es-denn-noch.htmlfür die Bayern komme ich nicht umhin, hier ein völlig einseitiges hymnenartiges Bildwerk ins Netz zu stellen - als Reaktion und als Einstimmung auf das Finale am Samstag mit einer deutlichen Neigung zum BVB ...
Aber das hat auch genetische Gründe: Mein Vater wurde nämlich 1909 (i.W.: "null neun") in Dortmund geboren - angeblich in der Nähe des Borsigplatzes ... - und da fließt natürlich bei mir schwatz-gelbes Blut in den Adern ...


BVB-Hymnen: auf das Lautsprecher-Symbol clicken ...


s. dazu unbedingt auch das unsägliche Machwerk der Münchener Philharmoniker unter "Maestro" Lorin Maazel:http://nunchic.blogspot.de/2013/05/bayern-munchen-ja-geht-es-denn-noch.html

BAYERN MÜNCHEN: JA - GEHT ES DENN NOCH ...???

JA - GEHT ES DENN NOCH ...???
As is koa Witz: 

De Münchana Philharmonika entblöden si ned, a eigene Finoi-Hymne zua intoniern ...



Voa eiign Togn hob i ja bereits in desem Blog vermeldet, dass da Austritt des Freistaats Bayern aus dem Geltungsberei des Grundgesetzs er Bundesrepublik austretn wird http://nunchic.blogspot.de/2013/05/bayern-tritt-aus-eilmeldung-ausstieg.html - um a eigans Staatsgebilde zua bildn. Und prompt kommt ohne mein Dazutun a weidera Bewei hinzu: De Nationalhymne is bereits kreiert - de spinna, de Bayern ...

Münchner Philharmoniker kreieren eigene Hymne +++

Die Münchner Philharmoniker haben eigens für das Finale eine Hymne für den FC Bayern kreiert. Unter dem Motto "Mia san mia! Spitzenklasse in München hält zusammen" wünschen die Philharmoniker und ihr Chefdirigent Maestro Lorin Maazel den Bayern alles Gute auf dem Weg zum möglichen Champions-League-Triumph. Ein Video der Aufzeichnung des Stücks, das von der englischen Nationalhymne und der offiziellen Champions-League-Hymne beeinflusst wurde, zeigt Maazel mit Taktstock und Bayern-Trikot. Zahlreiche Musiker tragen ebenso Trikot oder Schal wie die Mitglieder des philharmonischen Chors. Dieser singt tragend den von Thomas Berg und Matthias Ambrosius geschriebenen Text:

Auf dem Weg zum größten Titel, Bayern München stark wie nie.
Frühester Meister aller Zeiten, Schweini, Müller, Lahm, Ribéry.
Mit Jupp Heynckes an der Spitze ist das Triple nah wie nie.
Holt den Henkelpott nach München, Stern des Südens, mia san mia!
München, Bayern München, holt den Pokal, endlich hoam.
It's coming hoam!
Ihr seid die Besten, die Welt schaut auf Euch, die Champions!

aus: SPIEGEL-ONLINE (luk/sid) - siehe dazu unbedingt auch: http://nunchic.blogspot.de/2013/05/borussia-dortmund-bei-mir-liegts-den.html


Bayern Münchens Erfolgsstrategie: DU MUSST EIN SCHWEIN SEIN ...


Als gelernter Heilpädagoge weiß ich, dass manche Menschen, die allen Kredit bei ihren Bezugspersonen und der sozialen Umwelt verspielt  haben, auf negative Aufmerksamkeit setzen, um beachtet zu werden, um irgendeine Art von "Zuwendung" zu ergattern.
Die Kollegen in den Erziehungs- und Jugendstrafeinrichtungen konnten in meiner aktiven Zeit über die von ihnen betreuten Insassen oftmals ein Liedchen singen: Abhauen, noch einen Bruch riskieren, Omas die Handtasche wegnehmen, um dann mit diesen neuen "Taten" dekoriert, sich von seinen Kumpels und Mitinsassen heimlich nach der "Heim"kehr - oft mit dem Streifenwagen - feiern und hofieren zu lassen: Mensch, was ist das doch für ein "toller Held" ... Und die Strafpredigt vom Bewährungshelfer oder Jugendrichter und vom Heimleiter ging dann - so ideell und wertemäßig "gewendet" - fast runter wie Öl - und die Strafarbeiten verrichtete man heldenhaft heroisch unter den neidischen Blicken der Mitinsassen - die immer einen auf Duckmäuser und Harmonie machten ...

Und so war ich dann doch verwundert, als ich im jüngsten SPIEGEL (21/2013 - S.126) in einem Artikel von Markus Feldenkirchen von einer durchaus ähnlichen Strategie des FC Bayern München lese - und womit er seinen "Ruf" in Restdeutschland und bei der Konkurrenz zu unterstreichen versucht - aber dabei durchaus auf seine Brieftasche schielt - nach dem Motto: "Du musst ein Schwein sein" ... - oder - wie Schweinsteiger das ja sogar vor einem Jahr öffentlich formuliert hat: Man(n) darf seine "Eier nicht verlieren"... Und wir haben ja gerade bei Mario Götze erlebt, wie man seinen Wecchsel nach München für den Handels"partner " so richtig schädlich in die Öffentlichkeit posaunt - jetzt fehlt nur noch, dass man Donnerstag/Freitag vor dem Finale am Samstag in London nun endlich den Wechsel von Lewandowski per BILD verkündet ... - einfach so ...

Ja - diese Strategie ist also von Bayern München nicht unbedingt im Original erdacht worden - sondern die "Prinzen" besingen sie schon länger - seit 1995. In meiner pädagogischen Ausbildung bezeichnete man übrigens eine solche Strategie - als den oft letzten manchmal unbewussten Ausweg, um sich damit nur noch irgendeine Art von Aufmerksamkeit zu erheischen (... wenn ich mich positiv oder eben auch negativ fühle - weiß ich, dass ich bin ...) - man höre und staune - meist als "Primitivreaktion*)" ...
________________________________
*) PrimitivreaktionDas Großhirn kontrolliert und hemmt die entwicklungsgeschichtlich älteren (primitiveren) Teile des Gehirns. Bei besonders starken Affekten kann diese Kontrolle kurzzeitig verloren gehen. Die dann erfolgenden Handlungen nennt man Primitivreaktionen; sie entziehen sich (als Kurzschlusshandlungen) weitgehend der Bewusstseinskontrolle und können vom Handelnden somit nicht immer verantwortet werden.


Die Prinzen - Du musst ein Schwein sein - MyVideo

Die Frage stellt sich also, warum aus den Bayern Europas gesündester Club wurde und beispielsweise Werder Bremen, dessen Aufsichtsratsvorsitzender der legendäre Willi Lemke ist, um den Klassenerhalt bibbern muss.

Es gebe viele Gründe, meint Lemke. Einer ist  dieser: "Die Strategie der Bayern setzt auf Pola-
risierung, wir sollen allen sympathisch sein," so Lemke. In München habe man irgendwann den Entschluss gefasst: Wir sind zu brav, wir müssen arroganter werden.

Als Bayern und Dortmund zuletzt in der Champions League gespielt hätten, sei die Einschaltquote der Bayern deutlich höher gewesen, obwohl der BVB doch angeblich so viel sympathischer sei. »Wissen Sie, woran das liegt?", fragt Lemke. »Es gibt Millionen Deutsche, die einschalten, weil sie die Bayern verlieren sehen wollen." Kurze Pause. »So wie ich."

»Hochschlau" sei diese Strategie. Ihre Folge seien höhere Einschaltquoten, höhere Aufmerksamkeit, bessere Sponsorenverträge. Mehr Geld. Bei den Rückspielen  der Champions League, als die Chance, die Bayern ausscheiden zu sehen, äußerst gering war, hat Lemke den Fernseher gar nicht erst angemacht. »Ich wollte die Einschaltquote  nicht erhöhen."

Mehr Häme verkneift er sich, die Steueraffäre seines Erzrivalen hat er bis heute nicht öffentlich kommentiert.

In seinem Besprechungszimmer erzählt Karl-Heinz Rummenigge von einer Phase des Selbstzweifels Mitte der neunziger Jahre. »Wir hatten die Idee, eine Agentur mit der Frage zu beauftragen: Wie können wir den Teil der Republik, auf den wir polarisierend und arrogant wirken, reduzieren?" Es war der irre Versuch, sympathischer zu werden.

»Wissen Sie, was  das Ergebnis war?" Rummenigges Augen leuchten. »Alle drei beauftragten Agenturen haben abgeraten, auch nur einen Quadratmillimeter an unserem Image zu verändern. Weil eben dieses polarisierende, möglicherweise auch arrogant wirkende Image den Club positiv unterstütze."

Rummenigge lässt die Sympathiewerte regelmäßig überprüfen. Am höchsten waren sie 1999 nach der bitteren Niederlage im Champions-League-Finale gegen Manchester. »Vorher lagen sie bei 50:50", sagt er. »Auf einmal lagen wir bei 80:20." Er macht eine Pause. »Das ging uns auf die Nerven. Irgendwann konnten wir es nicht mehr ertragen. Da haben wir gesagt: Das ist nicht unsere Welt, dieses Mitleid."

Vielleicht ist dies der einzige Vorteil am Vergehen des Uli  Hoeneß, so viele Nachteile ein geschwächter Patron sonst für den FC Bayern mit sich bringen mag: Wer diesen  Club nicht ausstehen kann, hat seit neuestem einen Grund mehr. Und das ist gut fürs Geschäft.
Soweit der SPIEGEL ...

..............................................................................


Die Prinzen - Du musst ein Schwein sein
- und hier der Text von 1995:

Ich war immer freundlich, lieb und nett,
kriegte nie irgend 'ne Frau ins Bett.
Und dann auf Macho, cool und arrogant,
plötzlich kamen sie angerannt.

Und wieder seh' ich wie's im Leben läuft,
wer hart ist, laut und sich besäuft,
kommt bei den Frauen besser an,
wer will schon 'nen lieben Mann?

Daraus ziehst du Konsequenzen
und du schaltest um auf schlecht,
die Welt ist ein Gerichtssaal
und die Bösen kriegen Recht.

Du musst ein Schwein sein in dieser Welt
  Schwein sein
Du musst gemein sein in dieser Welt
  Gemein sein
Denn willst du ehrlich durchs Leben geh'n
  Ehrlich
Kriegst 'nen Arschtritt als danke schön
  Gefährlich

Weil ich weiß, dass ich's mir leisten kann,
stell' ich mich überall vorne an
und ist einer sanft und schwach
hör' mal wie ich drüber lach.
Bei den freundlichen Kollegen
halt ich voll dagegen,
obwohl mich keiner mag,
sitz ich bald im Bundestag.*

Du musst ein Schwein sein...


Sonntag, 19. Mai 2013

ESC: Emmelie de Forest - Only Teardrops (Denmark)

Ja, Dänemark hat verdient gewonnen beim Eurovision Song Contest. "Only Teardrops" war einer der eingängigsten Titel in der Auswahl. Emmelie de Forests Auftreten im weißen Sommerkleidchen, mit verwuschelten blonden Haaren, hatte auf verzückende Weise etwas von einer Waldelfe - barfuß war sie obendrein. Doch Dänemark zählte auch zu den Ländern, die am meisten gewinnen wollten.

Für ihre Performance haben die Dänen auf zahlreiche Knöpfe gedrückt, hinter denen sich bewährte ESC-Erfolgseffekte verbargen: Die Flötenmelodie zu Beginn brachte etwas Keltenmystik, die Trommler in ihren Uniformen erinnerten irgendwie an Coldplay und klangen doch vage balkanisch, zum Schluss regnete es noch Konfettitränen, das wirkt immer im Fernsehen. Und die nackten Füße, na klar: Barfuß liefen auch Sandie Shaw 1967 und Loreen 2012 zum Sieg.

aus: http://www.spiegel.de/kultur/musik/eurovision-song-contest-2013-emmelie-de-forest-gewinnt-fuer-daenemark-a-900710.html




Emmelie de Forest - Only Teardrops

Nur Tränen


Heute Nacht ist der Himmel rot.
Heute Nacht gehen wir bis ans Äußere.
Keine Sternschnuppe, die uns den Weg zeigt.

Auge um Auge, warum reißt es uns auseinander?
Sag mir, warum machen wir es uns so schwer?
Sieh uns doch an, wir müssen die Schuld bei uns suchen.
Es ist eine Schande.

Wie viele Male können wir verlieren und gewinnen?
Wie viele Male können wir die Tabus zwischen uns brechen?
Nur Tränen.

Wie viele Male müssen wir uns streiten?
Wie viele Male brauchen wir, bis es endlich gut ist zwischen uns?
Nur Tränen.

Also komm und stell dich dem Problem.
Heute Nacht hier auf dieser Bühne.
Lass uns die Vergangenheit vergessen.

Auge um Auge, warum reißt es uns auseinander?
Sag mir, warum machen wir es uns so schwer?
Sieh uns doch an, wir müssen die Schuld bei uns suchen.
Es ist eine Schande.

Wie viele Male können wir verlieren und gewinnen?
Wie viele Male können wir die Tabus zwischen uns brechen?
Nur Tränen.

Wie viele Male müssen wir uns streiten?
Wie viele Male brauchen wir, bis es endlich gut ist zwischen uns?
Nur Tränen.

(Sag schon) Was ist zwischen uns geraten? Was ist wischen uns geraten?
(Sag schon) Was ist zwischen uns geraten? Was ist zwischen uns geraten?

Wie viele Male können wir verlieren und gewinnen?
Wie viele Male können wir die Tabus zwischen uns brechen?
Nur Tränen.

Wie viele Male müssen wir uns streiten?
Wie viele Male brauchen wir, bis es endlich gut ist zwischen uns?
Nur Tränen.

Nur Tränen.
Nur Tränen.

Wie viele Male können wir verlieren und gewinnen?
Wie viele Male können wir die Tabus zwischen uns brechen?
Nur Tränen.

Wie viele Male müssen wir uns streiten?
Wie viele Male brauchen wir, bis es endlich gut ist zwischen uns?
Nur Tränen.

Mehr lesen auf: http://lyricstranslate.com/de/only-teardrops-nur-tr%C3%A4nen.html#weSlA2DWyKvOFk7U.99

Samstag, 18. Mai 2013

pfingsten?: mittendrin - im geist

s!NEdi: mittendrin - im geist




pfingsten?

graffities mittendrin - im geist
andächtiges innehalten
haken-frage-kreuz-zeichen

ein raunen:
flammenwerfende zungen
rätsel - zungenreden - 
ja - was weiß ich denn

irgendwie geistvoll - sicherlich
aber da - tropf tropf - tropft da
durchaus - heißer wachs


aufs hinterhauptbein:
es zischt dabei leicht auf
es riecht nach verbrannt
auf der glatze






es läutert mich
füllt mich aus

durchaus geistvoll - irgendwie
tropft so leis wie - 
na ja - wie heißer wachs - eben
all dieser geist
all dieser geist halt
gleitet an meinem vagusnerv
auf und nieder
immer immer wieder
hinunter und herauf
verzettelt sich - halt ...
nimmt um-wege ...


sinedi pfingsten 2013

LIU BOLIN: IM BACKGROUND VERSCHLUCKT ...



Foto: DPA/NW


Auf den zweiten Blick: Der unsichtbare Künstler


Ludwigsburg (dpa). Der chinesische Fotograf und Bildhauer Liu Bolin ist für seine Fotos bekannt, auf denen er mit dem Hintergrund verschmilzt, quasi im Bild verschwindet. Dahinter stecken weder Zauberei noch Computertricks, sondern Geduld und Farbe. Der Kunstverein Ludwigsburg präsentiert nun seine neuesten Fotografien aus der Serie „Hiding in the City“. Liu hat sich dafür vor einer Wand mit verschiedenen Magazintiteln von Studenten der Kunstakademie Stuttgart bemalen lassen. Liu Bolin wird zu den bedeutendsten internationalen Künstlern gezählt, die im Ranking von artnet.com unter den Top 120 zu finden sind. In seiner Tarnung hat er sich bereits vor der Verbotenen Stadt, vor chinesischen Propagandaplakaten und Supermarktregalen fotografieren lassen. 


© 2013 Neue Westfälische, Samstag 18. Mai 2013



































Freitag, 17. Mai 2013

Bangladesh: Im Tod umarmt - das eindrückliche Foto von Taslima Akhter

Berühmtes Foto von Taslima Akhter: Das Gefühl, sie zu kennen - ihnen schon mal begegnet zu sein ...




Mehr als 1100 Menschen sterben, als am 24. April ein Fabrikgebäude in Bangladesch einstürzt. Ein Bild von den Opfern geht um die Welt: ein Paar, bis zur Hüfte begraben in Trümmern, das sich im Tod umarmt. Wer waren diese zwei Menschen? Ein Gespräch mit der Fotografin Taslima Akhter.

Dhaka/Islamabad - Es ist laut auf den Straßen von Dhaka, Autos hupen, Händler brüllen, Fahrräder klingeln. Taslima Akhter versucht, in diesem Höllenlärm zu telefonieren. Ständig klingelt ihr Telefon, Fernsehsender, Zeitungen, Online-Redaktionen aus aller Welt sind dran, oft auch Menschen, die einfach nur wissen wollen, wie sie helfen können.

Ein Foto hat Taslima Akhter berühmt gemacht: jenes Bild, das ein totes Paar in den Trümmern der eingestürzten Fabrik von Savar am Stadtrand von Bangladesch zeigt. Zwei Menschen, die sich im Tod umarmen. Ein gespenstisch-schönes Bild, das sagt: Wir sind Menschen, die in diesen Fabriken arbeiten und die Kleidung für euch herstellen, keine Maschinen, keine gesichtslosen Arbeiterinnen und Arbeiter, keine Nummern.

Akhter hat versucht herauszufinden, wer diese beiden sind. Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE berichtet sie von ihren Erlebnissen und was sie bewegt.

SPIEGEL ONLINE: Frau Akhter, wie ist dieses Bild entstanden?

Akhter: Als ich am Morgen des 24. April von dem Einsturz hörte, bin ich sofort nach Savar gefahren. Ich bin Aktivistin und setze mich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Näherinnen in Bangladesch ein. Es war entsetzlich, überall diese Toten und Verletzten zwischen Trümmern und Schutt. Ich versuchte zu helfen und machte Bilder, viele Stunden lang. Stunden später, gegen 2 Uhr morgens, sah ich dieses Paar, das sich umarmt. Mich überkamen Trauer und Entsetzen, ich empfand auch Zuneigung für die beiden und hatte das Gefühl, sie zu kennen, ihnen schon mal begegnet zu sein.

SPIEGEL ONLINE: Wer sind die beiden?

Akhter: Ich weiß es leider nicht. Dreieinhalb Wochen nach dem Unglück habe ich es immer noch nicht herausgefunden. Ich habe alle möglichen Leute gefragt, Rettungskräfte, Polizisten, das Personal in den Krankenhäusern. Ich habe ihnen das Bild gezeigt und gefragt: Kennt ihr sie? Immer schüttelten die Leute die Köpfe. Manche reagierten auch verärgert. 'Warum interessieren dich diese zwei? Da sind so viele Menschen gestorben, warum findest du diese zwei so besonders?'

SPIEGEL ONLINE: Suchen Sie trotzdem weiter?

Akhter: Im Moment nicht. Mir geht es nicht gut, psychisch wie körperlich. Diese Katastrophe hat auch bei mir Spuren hinterlassen. Manchmal möchte ich gar nicht über dieses Foto sprechen und mich am liebsten für ein paar Tage zurückziehen und nachdenken. Aber das geht natürlich nicht. Ich muss jetzt so viel tun, die ganze Welt interessiert sich endlich für das Schicksal der Arbeiterinnen in Bangladesch. Wenn ein bisschen Zeit vergangen ist, werde ich die Suche nach ihnen fortsetzen. Ich glaube aber nicht, dass das erfolgreich sein wird.

SPIEGEL ONLINE: Sie könnten Aushänge machen oder eine überregionale Zeitung um Hilfe bitten.

Akhter: Es sind so viele hundert Leichen aus den Trümmern geborgen und anschließend begraben worden, ohne dass ihre Identität geklärt wurde. So ist das eben. Viele Arbeiterinnen kommen vom Land, ihre Angehörigen wissen überhaupt nicht, wo sie arbeiten. Vielleicht werden sich die Familien erst in ein paar Monaten oder auch Jahren wundern, warum sie nichts mehr von ihrer Tochter oder Schwester hören. Bei dem Paar kann es sich um Eheleute handeln, die in derselben Firma arbeiteten, vielleicht auch um eine Beziehung zwischen Kollegen, von der die Familien nichts wusste. Vielleicht ist es deshalb auch gut, sie in Ruhe zu lassen.

SPIEGEL ONLINE: In den sozialen Medien wurde Ihr Bild viel gelobt, aber auch kritisiert, weil es den Toten sehr nah kommt und sie weltweit sichtbar macht. Trifft Sie diese Kritik?

Akhter: Ja, sehr. Da sind mehr als 1100 Menschen gestorben. Menschen, die sich zu Tode gearbeitet haben, die ausgebeutet wurden. Kein Mensch interessiert sich für sie, aber sie sollen gefälligst für die ganze Welt unter schlimmen Bedingungen Kleidung herstellen. Jetzt soll die Welt hinschauen! Sie soll das Leid sehen! Was ist das für eine grausame Gesellschaft, die verlangt, sie wolle das nicht gezeigt bekommen? Das waren Menschen mit Gefühlen und Träumen. Manche schreiben im Internet, das Bild würde sie verfolgen. Ja, es verfolgt mich auch.

SPIEGEL ONLINE: Ahnten Sie, als Sie auf den Auslöser drückten, dass Sie gerade das Foto machen, das zur Ikone für dieses Unglück werden würde?

Akhter: Überhaupt nicht. Ich bin keine Fotojournalistin, ich will mit meinen Bildern auch kein Geld verdienen. Die Einnahmen für dieses Foto spende ich, um den Näherinnen zu helfen. Ich fotografiere also nicht für Medien, sondern nutze Fotografie als politisches Instrument, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Als im November eine Textilfabrik nahe Dhaka brannte, war ich auch dort und habe fotografiert.

SPIEGEL ONLINE: Wie wurde dieses Bild von der letzten Umarmung zweier Menschen weltbekannt?

Akhter: Ich habe es auf meiner Facebook-Seite hochgeladen, zusammen mit anderen Bildern. Da haben Leute es geteilt, immer mehr Menschen wurden darauf aufmerksam. Irgendwann riefen die ersten Redaktionen an.

SPIEGEL ONLINE: Dann hat das Bild ja bewirkt, was Sie wollen: die Aufmerksamkeit auf die Situation der Arbeiterinnen in Bangladesch zu lenken.

Akhter: Ich befürchte, dass die Menschen aus der Katastrophe die falschen Schlüsse ziehen. Wir wollen nicht, dass Kleidung aus Bangladesch boykottiert wird und dass Fabriken geschlossen werden. Manche Fabrikbesitzer und auch unsere Regierung tun so, als seien wir Aktivisten und Arbeiterinnen gegen die Textilindustrie, als wollten wir sie zerstören. Aber im Gegenteil, wir sind für Industrialisierung. Da sind wir einer Meinung, auch die Gewerkschaften. Aber wir verlangen, dass die Sicherheitsstandards und die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Derzeit bekommt eine Arbeiterin umgerechnet etwa 40 Euro im Monat. Das reicht nicht, um zu überleben.

SPIEGEL ONLINE: Sie geben also den Fabrikanten und der Regierung von Bangladesch die Schuld an der Misere?

Akhter: Nicht nur. Das ist kein lokales Problem, sondern ein internationales. Die westlichen Textil- und Handelskonzerne kaufen zu Preisen, die viel zu niedrig sind. Sie scheren sich nicht um die Arbeitsbedingungen und um die Sicherheit der Menschen. Fabrikbesitzer, unsere Regierung und internationale Käufer sind gleichermaßen verantwortlich. Seit fünf Jahren versuche ich, das mit meinen Bildern zu zeigen.

Das Interview führte Hasnain Kazim.
http://www.spiegel.de/panorama/gebaeudeeinsturz-in-bangladesch-ein-bild-geht-um-die-welt-a-900487.html

...............................................

Sichere Textilfabriken: Metro verweigert sich Bangladesch-Abkommen

Die internationale Textilbranche hat sich zu mehr Sicherheit in den Fabriken Bangladeschs verpflichtet. Doch ein paar deutsche Unternehmen haben das entsprechende Abkommen noch nicht unterzeichnet, allen voran Metro. Warum nicht?


Siehe dazu:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/warum-deutsche-textilkonzerne-nicht-dem-bangladesch-abkommen-beitreten-a-900539.html

PFINGSTEN 2013: Ein frohes Fest mit einem Pfingst-"Strauss" von Richard Strauss "Also Sprach Zarathustra" - interpretiert von Eumir Deodato



FROHES UND GESEGNETES PFINGSTFEST 2013


Seit Jahr und Tag stand auf dem Gipfel des Kahlen Astens ein alter markanter Baumkrüppel - ausgemergelt - zerzaust - vom Winde verweht - von Blitz und Donner mitgenommen - hier oben in 841,9 Metern Höhe.

Er verneigte sich irgendwie bizarr in einer eigentümlichen Verbeugung, wie ein alter etwas hüftsteifer Kellner vielleicht, ein Arm vor, aber: der Teller, der auf diesem Arm balanciert würde, wäre längst schäppernd heruntergefallen und in mindestens 143 Stücke zersprungen ...

Schon im August 2012 berichtete ich hier im Blog über sein langsames Sterben und dann doch letztlich gewaltsames jähes Ableben ...

Ich dachte mir - zu Pfingsten - wo man in einigen Landstrichen grüne Pfingststräußchen aus neuen Baumtrieben verschenkt - wäre es angebracht nochmal an diesen treuen Freund auf dem Kahlen Asten zu erinnern...

Dazu habe ich einige Bilder neu bearbeitet und ganz pfingstbunt eingefärbt: eben zu einem neuen virtuellen Leben dieses alten Baumkrüppels - und dazu die Music von Eumir Deodato "Also Sprach Zarathustra" (nach Richard [Pfingst]-Strauss) - 10 min.



DEODATO-MUSIC MIT DEM LAUTSPRECHER-SYMBOL UNBEDINGT ANCLICKEN ... 

Siehe dazu auch: 
http://nunchic.blogspot.de/2012/08/mein-freund-der-baum-schicksal-auf-dem.html

..................................................

KNARREN EINES GEKNICKTEN ASTES
            Dritte Fassung - Das letzte Gedicht von Hermann Hesse

 Splittrig geknickter Ast,
 Hangend schon Jahr um Jahr,
 Trocken knarrt er im Wind sein Lied,
 Ohne Laub, ohne Rinde,
 Kahl, fahl, zu langen Lebens,
 Zu langen Sterbens müd.
 Hart klingt und zäh sein Gesang,
 Klingt trotzig, klingt heimlich bang
 Noch einen Sommer,
 Noch einen Winter lang.

Ernster und tiefer berührte mich der Anblick der Bäume.Ich sah jeden von ihnen sein abgesondertes Leben führen, seine besondere Form und Krone bilden und seinen eigenartigen Schatten werfen. Sie schienen mir, als Einsiedler und Kämpfer, den Bergen näher verwandt, denn jeder von ihnen, zumal die höher am Berge stehenden, hatte seinen stillen zähen Kampf um Bestand und Wachstum, mit Wind, Wetter und Gestein. Jeder hatte seine Last zu tragen und sich festzuklammern, und davon trug jeder seine eigene Gestalt und  besondere Wunden. 


aus: Hermann Hesse | Peter Camenzind 

EURO-Länder: Jugendarbeitslosigkeit in %


ASAF AVIDAN: Ich habe mir alles selbst beigebracht ...



MUSIC: LAUTSPRECHER-SYMBOL ANCLICKEN ....

Asaf Avidan - One Day / Reckoning Song (Wankelmut Remix)


Deutsche Übersetzung des Textes


Eines Tages Baby, werden wir alt
Oh Baby, wir werden alt
Und werden an die Geschichten denken, die wir uns noch hätten erzählen können

Keine Tränen mehr, mein Herz ist ausgetrocknet
Ich kann nicht lachen, und ich weine nicht
Ich denke nicht die ganze Zeit an dich
Aber wenn ich es tue, frage ich mich, warum ...???

.....................................................


„Ich habe mir alles selbst beigebracht“

NW-INTERVIEW: Der israelische Sänger Asaf Avidan über Deutschland, Israel, Remixe und sein neues Soloalbum

Asaf Avidan aus Israel belegte mit „One Day/Reckoning Song“ im vergangenen Jahr wochenlang die Spitze der Charts in Deutschland und weiteren europäischen Ländern. Genau gesagt, war es ein Remix des Berliner House-DJ Wankelmut. Die zerbrechliche Falsettstimme des androgynen Sängers deckt ein beeindruckendes Klangspektrum ab. 
Olaf Neumann sprach mit Avidan über Deutschland, Israel, Remixe und sein Soloalbum „Different Pulses“.

Herr Avidan, Sie belegten wochenlang die Spitze der Charts in sechs europäischen Ländern. Und wie lief es für Sie daheim in Israel?
ASAF AVIDAN: Zuhause bin ich eigentlich auch recht erfolgreich, was die Charts betrifft. Aber wir haben hier nicht so ein differenziertes Hitparaden-System wie in Europa. Mein Debütalbum, auf dem der „Reckoning Song“ in der Originalfassung erschienen ist, spielte in Israel Platin ein. Es ist aber ein Unterschied, ob du solch eine Auszeichnung in einem Land mit sieben Millionen Einwohnern bekommst oder in Deutschland, was ein riesiger Markt ist.
Gab es neben dem Wankelmut-Remix „One Day/Reckoning Song“ auch andere Bearbeitungen Ihrer Songs?
AVIDAN: Nein, bislang nicht. Ich muss gestehen, dass ich zuerst sehr gegen diese Bearbeitung war. Das mag im Nachhinein albern klingen, die Single ging bekanntlich durch die Decke. Aber vor einem halben Jahr war das noch nicht abzusehen. Damals erhielt ich über Facebook eine Nachricht von einem jungen Typen aus Berlin, der sich DJ Wankelmut nannte. Er hatte eines meiner Konzerte gesehen, sich meine CD gekauft und dann ohne meine Erlaubnis einen Remix gemacht. Ob er mir gefalle, wollte er wissen. Ich erwiderte: ,Klingt ganz hübsch, entspricht aber eher nicht meinem Stil.’ Zwei Monate später begann genau dieser Remix sich wie ein Virus zu verbreiten. Inzwischen habe ich akzeptiert, dass man meine Songs auf ganz verschiedene Weisen interpretieren kann. Sie werden dadurch nicht schlechter. Als ich kürzlich in Chicago spielte, traf ich unheimlich viele Leute, die erst durch Wankelmuts Remix auf mich aufmerksam geworden waren.
Finden Sie es schade, dass Sie mit einem Ihrer älteren Songs bekannt geworden sind?
AVIDAN: Den „Reckoning Song“ schrieb ich bereits 2008, das war eine ganze andere Zeit. Ich habe ja erst vor sechs Jahren angefangen, Musik zu machen. Mit einer Band namens The Mojos, Freunde von mir. Nachdem wir zusammen drei Alben gemacht und die halbe Welt bereist hatten, lösten wir uns letztes Jahr auf. Alles war gesagt. Das musikalische Genre, das ich beackere, kann man grob mit Folk, Blues und Rock umschreiben. Auf „Different Pulses“ verarbeite ich all die verrückten Ereignisse und Erlebnisse des vergangenen Jahres. Der Erfolg hat mein Leben auf den Kopf gestellt.
Ihre androgyne Falsettstimme wurde mit Janis Joplin verglichen. Mögen Sie diesen Vergleich?

AVIDAN: Ich habe mich inzwischen daran gewöhnt und empfinde es sogar als Kompliment. Sie müssen nicht denken, dass ich pikiert war, weil man mich mit einer Frau verglichen hatte. Meiner Meinung nach gab es nämlich keine bessere Sängerin als Janis Joplin. Aber ich habe mich weiterentwickelt, und heute glaube ich, einen einzigartigen Stil entwickelt zu haben. Mit meinem neuen Album und meiner Tournee will ich aufzeigen, welch breites Spektrum ich mit meiner Stimme abdecken kann. Deshalb gibt es in meiner Show auch einen „nackten“ akustischen Part.
Wie haben Sie zu Ihrem Stil gefunden?
AVIDAN: Ich habe mir eigentlich alles selbst beigebracht. Ich bin in keiner Szene groß geworden, ich hatte früher nie Musikerfreunde. Vor meiner Karriere arbeitete ich als Animateur. Als dann eine sechsjährige Beziehung zu einer Frau auseinanderbrach, fiel ich in ein Loch. Ich suchte verzweifelt nach einem Ventil für all diese aufwühlenden Gefühle, die unbedingt raus wollten. Irgendwann fing ich einfach an, Musik zu machen. Und zwar sehr leidenschaftlich. Dieses Ur-Gefühl habe ich mir bis heute bewahrt.
Wie gehen Sie an Ihre Songs heran?
AVIDAN: Zuerst einmal mache ich Musik nur für mich. Wirklich spannend wird es, sobald ein Außenstehender eine Beziehung zu meinen Songs entwickelt. Ich meine, die sind zum Teil extrem persönlich, sie zu schreiben ist ein Muss, eine Form von Therapie.
Ist es für Sie aufgrund der Historie zwischen Israel und Deutschland etwas Besonderes, auf deutschen Bühnen zu spielen?
AVIDAN: Als ich das erste Mal nach Deutschland kam, war es wirklich etwas Besonderes. Es gab kaum ein Gespräch, bei dem man nicht irgendwann auf die 1930er und 1940er Jahre des letzten Jahrhunderts und die Geschichte zwischen unseren Ländern kam. Aber ich finde, jetzt sollten wir es gut sein lassen. Meine Generation ist die dritte nach dem Holocaust, wir leben im Jahr 2013 und nicht in 1939.
Kann man denn in Israel leben und keine politischen Songs schreiben?
AVIDAN: Ich wünschte, ich könnte solche Songs schreiben, denn ich habe eine Meinung zu politischen und gesellschaftlichen Dingen in unsrem Land. Meine jüdisch-israelischen Wurzeln sind ein prägender Teil von mir, aber als Künstler widme ich mich lieber universelleren Fragen: Was bedeutet Liebe? Warum sind wir hier? Was ist der Sinn des Lebens? Aber ich schließe es nicht aus, eines Tages mit derselben Leidenschaft auch politische Songs zu schreiben.

Wie fühlt es sich an, in einem permanenten Krisenherd zu leben?
AVIDAN: Nun, in meiner Jugend war mir überhaupt nicht bewusst, in was für einem kaputten Land ich lebte. Die Situation in Israel ist ein Albtraum, ohne Frage. Und dennoch kann man in Tel Aviv ein ziemlich normales Leben führen.
Tel Aviv ist heute Ihr Lebensmittelpunkt. Warum diese Stadt?
AVIDAN: Tel Aviv ist einzigartig. Ich habe den Vergleich, weil ich bereits die ganze Welt bereist habe. Tel Aviv gehört den Bürgern, mehr als jede andere Stadt, die ich kenne. Sie wirkt wie eine einzige große Bühne, weil in ihr das Leben rund um die Uhr pulsiert. Aber Tel Aviv ist eine Seifenblase, sie hat nichts mit dem Leben außerhalb der Blase zu tun. Man fühlt sich hier wie in einem anderen Land.
Waren Sie mit Ihrer Musik auch schon in Ramallah?
AVIDAN: Ich denke nicht, dass ich dort willkommen wäre. Ich glaube, es könnte sogar gefährlich für mich sein. Dennoch wäre ein Auftritt in Ramallah theoretisch möglich, sofern man mich dorthin einladen würde. Bislang ist das nicht passiert. Wissen Sie, ich hasse es, wenn amerikanische Künstler ihre geplanten Shows in Israel wegen der Politik absagen. Das ist der falsche Weg. Musik ist dazu da, Menschen zusammen- und nicht auseinanderzubringen.

Text/Foto: © 2013 Neue Westfälische, Freitag 17. Mai 2013

u2: ONE (LOVE) - s!NEdi|music|slide|show ...


Music: auf Lautsprecher-Symbol clicken ...




ONE - Deutscher Text

Wird es besser
oder fühlst immer noch so?
wird es jetzt leichter für dich 
wo du jemandem die Schuld geben kannst
Du sagst...

Eine Liebe
ein Leben
wenn es ein Bedürfnis ist
in der Nacht
Eine Liebe
wir müssen sie teilen
sie verläßt dich, Baby
wenn du nicht auf sie acht gibst

Hab ich dich enttäuscht
oder einen üblen Geschmack in deinem Mund hinterlassen
Du benimmst dich als hättest du niemals Liebe erfahren
und willst, dass auch ich ohne auskomme
Nun, es ist...

Zu spät
heute Nacht
um die Vergangenheit ans Licht zu zerren
Wir sind eins aber wir sind nicht gleich
Wir müssen
einander tragen
einander tragen
eins...

Bist du hierher gekommen, um zu vergeben
bist du gekommen, um die Toten aufzuwecken
bist du gekommen, um Jesus zu spielen
für die Aussätzigen in deinem Kopf

Hab ich zuviel gefragt
viel zuviel?
du hast mir nichts gegeben
jetzt ist es alles, was ich habe
Wir sind eins
aber wir sind nicht gleich
Wir verletzen uns gegenseitig
und dann tun wir es wieder
Du sagst
Liebe ist ein Tempel
Liebe ist ein höheres Gesetz
Liebe ist ein Tempel
Liebe ist ein höheres Gesetz
Du läßt mich herein
aber dann läßt du mich am Boden kriechen
und ich kann mich nicht mehr verlassen
auf das was du mir gibst,
wenn alles, was Du mir gibst nur der Schmerz ist

Eine Liebe
ein Blut
ein Leben
Du mußt das tun, was du tun mußt
ein Leben
miteinander
Schwestern
Brüder
Ein Leben
aber wir sind nicht gleich
wir müssen
einander tragen
einander tragen

Ein...Leben

Eins




Mittwoch, 15. Mai 2013

(m)ein wort zum [pfingst]sonntag -86: meister eckhart: ... ein fünklein der vernünftigkeit ...




s!NEdi|photo|graphic: ein fünklein der vernünftigkeit ...


Die Seele hat etwas in sich, ein Fünklein der Vernüftigkeit, das nimmer erlischt, und in dies Fünklein versetzt man das Bild der Seele als in das oberste Teil des Bewusstseins; und es ist auch ein Erkennen in unsern Seelen, das äussern Dingen nachgeht, nämlich das sinnliche und Verstandeserkennen, das in Gleichnissen und in der Sprache vor sich geht, das verbirgt uns dies. Wie sind wir Söhne Gottes? Das ist, dass wir ein Wesen haben mit ihm. Doch was wir darunter verstehen, dass wir Söhne Gottes sind, das ist zu verstehen von dem äussern Verstehen und von dem innern Verstehen. Das innere Erkennen ist, was sich vernünftig fundieret auf das Wesen unserer Seele. Doch ist es nicht das Wesen der Seele, es ist vielmehr darein gewurzelt und ist etwas vom Leben der Seele. Wir sagen, dass das Verstehen etwas Lebendes der Seele sei, das heisst vernünftiges Leben, und in diesem Leben wird der Mensch geboren zu Gottes Sohn und zu dem ewigen Leben, und dies Erkennen ist ohne Zeit, ohne Raum, und ohne Hier und ohne Jetzt. In diesem Leben sind alle Dinge eins und alle Dinge gemeinsam, alle Dinge alles in allem und allem geeinigt.

Meister Eckhart | * um 1260 in Hochheim oder in Tambach; vor dem 30. April 1328 in Avignon


aus: Predigt "Von stetiger Freude" - Meister Eckharts mystische Schriften. Berlin 1903, S. 43-48


.................................................................

Hier lesen Sie Meister Eckardt. Um zu verstehen, was er schreibt, muss man wohl seine Texte meditieren und kontemplieren, denn dann fällt das Verständnis letztlich leichter.
Seine Texte sind oftmals dunkel und von mystischen Paradoxien durchsetzt - und gleichen so eher den zen-buddhistischen Koans, widerspruchsvollen Sätzen also, an denen der lesende Geist zunächst schier zerbrechen will, um dann endlich allmählich in die reine und gemeinte Anschauung der Wirklichkeit zu gelangen ...
Das bekannteste Koan, das inzwischen auch im Westen Allgemeingut geworden ist, ist die Frage nach dem Geräusch einer einzelnen klatschenden Hand (Hakuins Sekishu, von Meister Hakuin Ekaku).

Ja, diese Passagen wollen oft wie Koans im Hirn hin- und hergewälzt und abgewogen werden, wollen "geschmeckt" werden. Und mit dieser Textmeditation kann man Geschmack an ihnen finden. Manche Kirchenväter, so auch Luther, nannten diese ergebnisoffene innere Betrachtung ein "Ruminieren", also ein "Wiederkäuen" ..., bei dem man "innerlich fühlt", wann der Grund gefunden und erkannt ist ... 

Dienstag, 14. Mai 2013

Bayern tritt aus: Eilmeldung - Ausstieg aus der Bundesrepublik - MIA SAN MIA


EILMELDUNG - EXKLUSIV - Für uns alle besser:

Bayern erklärt den Ausstieg aus der Bundesrepublik - 
und wird endlich ein tatsächlicher Frei-Staat - 
MIA SAN MIA

„Austritt aus dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland“



Die Sensation ist perfekt: Während gerade heute noch der FORSA-Chef Herr Güllner schwadronierte, die CSU könne zur Achillesferse der Kanzlerin werden und ihr ggf. die Wahl am 22. September vermiesen, und die tatsächliche Verschiebungen der Parteienlandschaften durch die Rest-F.D.P., die Rest-Piraten und vor allen Dingen der neu aufgeplusterten Alternative für Deutschland (AfD) [Anti-€uro-Partei] noch nicht abzusehen sind, haben Herr Stoiber als Alt-Ministerpräsident und der ehemalige Steuersünder Uli Hoeneß ("Mia san Mia") in gemeinsamer geheimer Sache den Ausstieg aus dem Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepulik Deutschland betrieben!!!
Horst Seehofer hat in Geheimabstimmungen den Coup bereits mit allen verfassungsgebenden Gremien im Freistaat abgenickt - und Bayern tritt zum 01.09.2013 endgültig aus der Bundesrepublik aus und bildet den Freistaat Bayern. Man behält sich vor, bis 2015 zu entscheiden, ob Bayern wieder eine Monarchie werden soll.

Auch für den Alt-Papst Benedikt/Ratzinger soll eine herausragende Staats-Repräsentation eingerichtet werden - als eine Art freistaatlich-geistlicher Bayernpräsident auf Schloss Neuschwanstein - unter dem Motto: MIA HAN/WARN PAPST ... (die genaue Amtsbezeichnung wurde noch nicht gefunden) ...


"ALLE REDEN VOM DEUTSCHEN FINALE. WIR NICHT. WIR SIND BAYERN! WIR SIND MÜNCHEN! SCHEISS BVB !!!" - Original Bayern-Spruchband in Hochdeutsch im Dortmunder Stadion am 04.05.2013: Hier wird bereits deutlich die jetzige politische Entwicklung des Freistaates vorweggenommen ... (oder hatte da mal wieder jemand geplaudert, Herr Markwort???)


Bereits zum Champions-League-Finale am 25.05.2013 in London wird Bayern nur noch ein assoziiertes Mitglied des Geltungsbereiches des Grundgesetzes sein, damit endlich das Gerede von einem "deutsch-deutschen Finale" ad acta gelegt sein wird: Der dann nur noch amtierende gesamtdeutsche Fußball-Meister Bayern München startet das Endspiel in London unter blau-weißen Staatsfarben - bereits als amtierender erster Freistaats-Meister: Also - eine bayerische Mannschaft spielt gegen den deutschen Meister von derzeitig "Restdeutschland" Borussia Dortmund. Dieser Sprachgebrauch wurde auch mit der FIFA und der UEFA nach einigen Unterredungen und entsprechenden "finanziellen Transfers" (wie verlautet) so getroffen. In der Fußball-Saison 2013/2014 spielen Bayern München sowie der 1. FC Nürnberg und FC Augsburg die bayerische Freistaats-Fußball-Meisterschaft mit der bisherigen Bayerischen Regionalliga aus, die zu einer Profi-Liga umfunktioniert wird. Alle weiteren bayerischen Fußball-Profimannschaften wie z.B. 1860 München steigen aus dem Spielbetrieb ihrer Ligen aus (z.B. der 2. und 3.Bundesliga), um ebenfalls in der zukünftigen "Bayerischen Staatsliga Blue-White" anzutreten. 

Bei Weltmeisterschaften - so auch im Fußball - wird Bayern als eigenständige Nation künftig mit eigenen Nationalmannschaften antreten. Bei der Weltmeisterschaft in Brasilien erhält der Freistaat ein so genanntes "Freilos". "Bayernstämmige" Fußballer, die fehlerfrei "MIA SAN MIA" nach 16 "hoalben" Erdinger Weizenbier lallen können, stehen ab sofort Herrn Löw nicht mehr zur Verfügung. Nationaltrainer Bayerns wird bis auf weiteres Jupp Heynckes mit Assistent Mehmet Scholl.
  
Künftiger Bayerischer Freistaatsminister für Bank- und Pekuniärspekulationen

Die Steueraffäre um Uli Hoeneß war bei diesem spektakulären Coup mit ausschlaggebend. Uli Hoeness will recht bald seine Steuerschuld - man munkelt eine Summe von 45 Millionen - an das Bayerische Landesamt für Steuern überweisen und als Aufsichtsratvorsitzender der Bayern München AG zurücktreten, ebenso als Präsident des FC Bayern - im Gegenzug soll Herr Hoeneß "Freistaatsminister für Sport-, Bank- und Pekuniärspekulationen" in der neuen Staatskanzlei werden.

Die Bayerische Landesbank lädt künftig europäische Finanzanleger ein, bei ihnen - ähnlich den bisherigen Steueroasen und Offshore-Finanzplätzen Zypern, Schweiz, Irland, Panama, Mauritius, Monaco u.a. - Anlagen mit überhöhten Gewinnen an Finanzbehörden der Ursprungsländer vorbei zu tätigen. München soll unter dem neuen Minister Hoeneß zu einem Währungshandelsplatz allererster Güte aufgebläht werden ...

Es ist noch nicht entschieden, ob man im €URO-Währungsgebiet und in der €U verbleiben will - schon gibt es Pläne den "Bayerischen Kreuzer" als eine neue Währungs- und Zahlmitteleinheit einzuführen - und eine "Europäische Not-Gemeinschaft" mit allen Nicht-€URO-Staaten unter der Federführung Bayerns zu gründen. Seehofer verhandelt dazu bereits mit Erdogan und Cameron, sowie den Schweizern Corina Casanova und Ueli Maurer - und dänischen und polnischen Unterhändlern. 

Auch die angeblich zu viel gezahlten Bayern-Beiträge für den Länderfinanzausgleich sind damit endlich vom Tisch - Bundeswehr-Standorte in Bayern werden umfunktioniert zu "Bayerischen Freistaats-Landwehr"-Standorten, die Wachhäuschen dort werden natürlich von schwarz-rot-gold in blau-weiß umgepinselt...

Auf bayerischen Freistaats-Autobahnen wird eine allgemeine hohe Mautgebühr für auswärtige Nutzer - (in Bayern will man sich bei "Fremden" auch für die Schreibweise "Auswertige" einsetzen) z.B. aus dem Bundesgebiet und dem übrigen €G-Raum fällig.

Na prima - endlich!

Autorenkollektiv: Atten & Tion & Satire 

Sonntag, 12. Mai 2013

Am Seidenen Faden: Tim Bendzko | s!NEdi|music|slide|show


MUSIC: AUF DAS LAUTSPRECHER-SYMBOL CLICKEN ...

Tim Bendzko: Am seidenen Faden


Songtext

Es dreht sich alles nicht im Kreis, das ist nur der Wind,
der dich in den Wahnsinn treibt,
dich aufhält wie ein Sandkorn in den Fängen der Zeit
Das hab ich alles schon gesehen, passiert es noch einmal
Tut es wieder so weh, ich versuch einfach dieses Mal nicht hinzusehn

2x
Vielleicht kommt dann kein Winter mehr, ich will keine Winter mehr

Und jeder Atemzug, hängt am seidenen Faden, solang bis wir da sind


Und jeder Atemzug, folgt dem roten Faden, nur solang bis wir da sind



Was bleibt mir übrig, ich kann das nicht ignorieren

Der Schein trügt nicht, ich darf nicht die Kontrolle verlieren

Irgendwas muss mich doch aus dieser Leere führen



Ich lauf meinen Spuren hinterher, vielleicht kommt dann kein Winter mehr
Ich lauf meinen Spuren hinterher, ich will keine Winter mehr

Und jeder Atemzug, hängt am seidenen Faden, solang bis wir da sind
Und jeder Atemzug, folgt dem roten Faden, nur solang bis wir da sind

Ich will keine Winter mehr ...

[Am Seidenen Faden Lyrics: http://www.songtextemania.com/]