"

titel

che papst

che papst
S!NED!s AUFRUF ZUR REVOLUTION zum Katholikentag in Leipzig (click here)

Freitag, 27. Mai 2016

Hermann Stenner in Hamm

Hamm gratuliert Hermann Stenner zum 125. Geburtstag

Hermann Stenner: "Spaziergang an der Eisenbahn" - click here

Im März dieses Jahres jährte sich der Geburtstag des Bielefelder Malers Hermann Stenner zum 125. Mal. "Er wäre einer der besten Maler Deutschlands gewesen, wenn nicht der sinnlose verbrecherische Krieg seine Opfer geholt hätte", sagte der bekannte Künstler Willi Baumeister anerkennend über Stenner (1891-1914), der als 23-Jähriger im Ersten Weltkrieg fiel und in seinem kurzen Leben etwa 300 Gemälde und 1.500 Aquarelle und Zeichnungen schuf. 23 seiner Werke darunter farbintensive Ölgemälde und feinfühlige Arbeiten auf Papier sind ab Sonntag, 29. Mai, in einer Kabinett-Ausstellung im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm unter dem Titel "Happy Birthday, Hermann Stenner!" zu sehen. Unter ihnen ist auch das obige Bild "Spaziergang an der Eisenbahn" aus dem Jahr 1912, das aus der Sammlung des Bielefelder Kunstsammlers Hermann-Josef Bunte stammt, der noch weitere Bilder zur Schau beigesteuert hat. Weitere Werke stammen aus einer renommierten Privatsammlung sowie aus dem Eigenbestand des Museums. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 6. November im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm, Neue Bahnhofstr. 9. Öffnungszeiten: Di.-Sa. von 10-17 u. So. von 10-18 Uhr. Infos unter www.museum-hamm.de . Eine Stenner-Retrospektive mit rund 100 Bildern ist zudem bis zum 3. Juli im Museum Moderner Kunst Passau Wörlen zu sehen. Auch hier sind Werke aus der Sammlung Bunte zu entdecken. Infos: www.mmk-passau.de . - © 2016 Neue Westfälische - Foto: Gustav-Lübcke-Museum

ich hab's



wie geht das: weise zu werden - urplötzlich das quietschen der welt erklären zu können - naturgeformte komplizierteste kristallstrukturen in langen mathematischen formelwegen zu berechnen ... wie ist das mit dem ausruf "heureka" (εὕρηκα) „ich habe [es] gefunden“ vom ollen archimedes, der unbekleidet und laut „heureka!“ rufend durch die stadt gelaufen sein soll, nachdem er in der badewanne das nach ihm benannte archimedische prinzip entdeckt hatte. 




seitdem wird heureka als freudiger ausruf nach gelungener lösung einer schwierigen (meist geistigen) aufgabe verwendet und steht auch als synonym für eine plötzliche erkenntnis.

S!NED!s traummühle
da bricht augenscheinlich ein erkenntnis-lichtstrahl ins staubige dunkel des dahinvegetierens ...: plötzlich und unerwartet ...: eine idee, ein geistesblitz, ein plötzliches wissen wie es weitergehen kann - und auch alle atheisten und agnostiker, denen vielleicht so eine erleuchtung beschieden ist, spüren diese hereinbrechende lichte wärme von "irgendwoher" ... - und spüren einen hauch von erstaunen, ob dieser gnade - dieser urplötzlichen kraft aus dem nichts, die da belebt ...

ja - da ist eine kraft auch außerhalb des muskelvolumens - eine uralte immerwährende kraft: die den vogel in die lüfte hebt, wenn er mit den flügen schlägt, und ein tonnenschweres flugzeug durch die wolken sausen lässt, die die knospe öffnet und das blatt entfaltet, und die eine gewisse würde in sich zeitigt - eine erhabenheit, die den stallgeruch oder den parfumduft der ewigkeit in sich trägt - je nach wahrnehmungsvermögen ...

das ist das, was wir „leben“ nennen - diese qualität, die aus  „toter“ materie ein individuum gestaltet, mit eigenständig kreativen äußerungsmöglichkeiten: und da zeitigt sich jedesmal ein „auferwecken von etwas totem“: was eben dalag - bewegt sich plötzlich - die kälte erwärmt sich - ein impuls wird gesetzt - licht bricht in die dunkelheit - unter der eben noch faltigen haut ist plötzlich ein puls spürbar - es regt sich - es regt sich auf - es richtet sich auf ... hin zu den begriff-assoziationsketten:
  • richtung, 
  • rechten, 
  • gerecht, 
  • gericht, 
  • recht sprechen, 
  • es riecht, 
  • es stinkt, 
  • „etwas ist faul im staate dänemark“ - 
  • bei allem was recht ist ... - 

eben alles das - womit wir uns unser geschenktes leben im allgemeinen so lebenslang vertreiben, wenn wir überhaupt spüren, das wir leben - und das wir in großer gnade in diesem moment leben dürfen - von jetzt auf gleich - kann das alles auch wieder ins dunkle atemlose nichts versinken ... S!

Donnerstag, 26. Mai 2016

S!nday|picture: farbmeditation

Papst Franziskus: Mehr Raum für die Armen und Zerschlagenen ...

Botschaft von Papst Franziskus zum 100. Katholikentag in Leipzig

"Den Armen und Zerschlagenen mehr Raum geben"

Papst Franziskus hat die Teilnehmer des 100. Deutschen Katholikentags ermuntert, sich für ihren Glauben zu engagieren. Die Rede des Papstes wurde als Videobotschaft am Mittwochabend bei der Eröffnung des Christentreffens eingespielt.

Papst Franziskus hat sich erstmals mit einer Videobotschaft und in deutscher Sprache an die Teilnehmer des Leipziger Katholikentags gewandt. Anders als seine Vorgänger spricht er die Menschen direkt an und wendet sich nicht in erster Linie an den gastgebenden Bischof. Der Wortlaut der auf deutsch vorgetragenen Botschaft:

"Ich wünsche allen, die in Leipzig versammelt sind, und allen Gläubigen in Deutschland, dass sie in ihrem Leben der Stimme der Armen und Zerschlagenen immer mehr Raum geben", heißt es in der am Mittwoch in Leipzig gezeigten und am Abend auf der Homepage des Katholikentags veröffentlichten Botschaft. Die Christen sollten "Zeugen der Hoffnung sein, die Gott für alle Menschen ist". Zugleich bittet Franziskus die Katholikentagsteilnehmer, für ihn zu beten: "Und bitte betet auch für mich!", sagte er.

Der Papst würdigt das Engagement der Katholiken in Deutschland: Sie hätten gute Beziehungen zu Christen anderer Konfessionen und zeigten großen Einsatz für die Armen und Schwachen. Franziskus ermuntert die Christen zu einer inneren Haltung der Barmherzigkeit: "Es ist nicht das Machen oder der äußere Erfolg, der zählt, sondern die Fähigkeit, stehen zu bleiben, hinzuschauen, aufmerksam zu sein gegenüber dem Mitmenschen und ihm zu geben, was ihm wirklich fehlt."

Die Botschaft im Wortlaut:

Liebe Brüder und Schwestern,

herzlich grüße ich Euch alle, die Ihr am 100. Katholikentag in Leipzig teilnehmt. Ich freue mich, dass Ihr in so großer Zahl gekommen seid. Ihr wollt den Menschen in Leipzig und in ganz Deutschland zeigen, dass Ihr aus der Freude des Evangeliums lebt. Ihr habt gute Beziehungen mit den Christen anderer Konfessionen und legt mit Eurem tätigen Einsatz für die Schwachen und die Bedürftigen glaubhaft Zeugnis für Christus ab.

"Seht, da ist der Mensch!" Unter diesem Leitwort habt Ihr Euch versammelt. Das zeigt sehr schön, worauf es ankommt. Es ist nicht das Machen oder der äußere Erfolg, der zählt, sondern die Fähigkeit, stehen zu bleiben, hinzuschauen, aufmerksam zu sein gegenüber dem Mitmenschen und ihm zu geben, was ihm wirklich fehlt.

Jeder Mensch sehnt sich nach Gemeinschaft und nach Frieden. Er braucht ein friedliches Zusammenleben. Aber das kann nur wachsen, wenn wir auch für den inneren Frieden in unserem Herzen sorgen. Viele Menschen leben in einer ständigen Hast. Deshalb neigen sie dazu, alles um sich herum zu überfahren. Das wirkt sich auch auf die Art und Weise aus, wie sie die Umwelt behandeln. Es geht darum, sich mehr Zeit zu nehmen, um den ruhigen Einklang mit der Welt und der Schöpfung wiederzugewinnen, aber auch mit dem Schöpfer (vgl. Laudato si', 225). Suchen wir in der Betrachtung und im Gebet immer mehr Vertrautheit mit Gott zu erlangen. Ganz allmählich werden wir dann entdecken, dass Er unser Wohl will. Er will uns glücklich sehen, voller Freude und Gelassenheit. Die Vertrautheit mit Gott regt auch unsere Barmherzigkeit an. Wie der Vater liebt, so lieben auch seine Kinder. So wie Er barmherzig ist, sind auch wir berufen, einander barmherzig zu sein (vgl. Misericordiae vultus, 9). Lassen wir uns von Gottes Barmherzigkeit auch in einer guten Beichte anrühren, um immer mehr barmherzig zu sein wie der Vater!

"Seht, da ist der Mensch!" In unserer Gesellschaft erleben wir so oft den geschundenen Menschen. Wir sehen, wie andere über den Wert seines Lebens befinden und ihn in Alter und Krankheit zum schnellen Sterben drängen. Wir sehen, wie Menschen bloßgestellt, hin und her gestoßen und ihrer Würde beraubt werden, weil sie keine Arbeit haben oder weil sie Flüchtlinge sind. Wir sehen hier den leidenden und gemarterten Jesus, der den Blick auf das ganze Ausmaß von Gemeinheit und Brutalität lenkt, das Menschen in dieser Welt erleiden und einander zufügen.

Ich wünsche allen, die in Leipzig versammelt sind, und allen Gläubigen in Deutschland, dass sie in ihrem Leben der Stimme der Armen und Zerschlagenen immer mehr Raum geben. Unterstützt einander im Austausch von Erfahrungen und Ideen, wie wir die frohe Botschaft Christi zu den Menschen bringen können. Dazu bitten wir um Gottes Beistand, den Heiligen Geist, dass er uns Mut und Kraft gebe, Zeugen der Hoffnung zu sein, die Gott für alle Menschen ist. Und bitte betet auch für mich! Von Herzen erteile ich Euch allen, die Ihr an diesem Fest des Glaubens, der Freude und der Hoffnung mitwirkt und an ihm teilnehmt, den Apostolischen Segen.

(kt14)

röcheln aus dem letzten loch ... - das sterben der landwirtschaft

S!NED!art: röcheln aus dem letzten loch ... - das sterben der landwirtschaft ... | click on the picture

Mittwoch, 25. Mai 2016

Kirche | Kunst | Blasphemie - Monika Grütters

aufgestoßen
Ich begegne ja vielen Künstlern, und da wird um Glaube und Kirche besonders heftig gerungen. Es sind gerade diese zwei Milieus, Kirche und Kunst, die letzte Antworten suchen auf die großen Sinnfragen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass die Künste ursprünglich »Mägde der Kirche« waren. Erst allmählich emanzipierten sie sich von ihren kirchlichen Auftraggebern.
Es zeugte von großer Souveränität, dass Papst Benedikt ganz neu die Frage stellte: Braucht die Kirche heute die Künste? Seine Antwort: Ja, die Kirche braucht die Künste mehr als sie uns.
......
Zuerst die Füße ist eine Skulptur aus dem Jahr 1990 von Martin Kippenberger. Sie stellt einen gekreuzigten Frosch dar. In einer seiner Gliedmaßen hält er ein Ei, in einer anderen einen Bierkrug. Es existieren fünf Exemplare in unterschiedlicher Ausführung, sowohl grün bzw. violett bemalt als auch unbemalt und mit unterschiedlicher Anzahl und Anordnung des Eies.

Wenn Martin Kippenberger einen gekreuzigten Frosch zeigt, ist das sicher große Kunst und doch auch eine Zumutung. Aber Kunst darf und muss zuweilen Zumutung sein, sonst werden wir als Gesellschaft träge, starr, saturiert.

Monika Grütters


Monika Grütters

ist Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Katholikin gehört zu den engsten Vertrauten von Angela Merkel. Sie stammt aus Münster, machte Abitur am Bischöflichen Mädchengymnasium, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Politik. Mit 16 Jahren trat sie der Jungen Union bei. Heute steht die 54-Jährige CDU-Frau für ein offensives, streitbares
Christentum. 
(Text aus einem Interview in der ZEIT No.23 vom 25.05.2016, S. 54)


die frau am imbiss im urlaub - impuls für die woche ...





wer ist sie ?

wer ist sie: diese etwa 45-/55-jährige frau mit blondgetönten haaren, die mir jetzt schon im vierten jahr immer wieder am imbiss an der strandpromenade im urlaub auffällt ... sie sitzt dort tag für tag zu fast jeder zeit mit immer anderen menschen in vertrauten gesprächen zusammen und nippt zumeist am glas mit rosé-wein. sie macht keinerlei vernachlässigten eindruck etwa wie eine alki-dame, sie ist wohlgepflegt, und strahlt immer eine gewisse fröhlich zugewandte "ruhe" aus, die man früher wohl mal "nonchalance" nannte - gerade so - auch äußerlich - wie die frau/der engel auf dem rider-waite tarot-trumpf XIV: TEMPERANCE / DIE MÄSSIGKEIT ...



unter ihrem tisch lagert meist ihr hund, den sie - so konnte ich es beobachten - hinter sich her mit dem fahrrad in einem buggy zieht ...

also egal - zu welcher jahreszeit ich auch jeweils in den jahren dorthin kam, die besagte frau mit hund sitzt stets in fröhlicher runde mit immer anderen gesprächspartnern in intensiver aber offensichtlich angenehmer atmosphäre ...

ich habe mich gefragt, wie sie das immer wieder "verlässlich" schafft, womit sie wohl ihren lebensunterhalt finanziert und ihr glas roséwein ... - denn sie ist ja nicht als "animateurin" bei dem strand-imbiss-betreiber angestellt ...

mir fiel auf, dass sie jeweils rücksichtsvoll in ihre ellenbeuge hustet oder niest - und nicht dabei die hand schützend vor den mund hält, wie ich das noch gelernt habe und inzwischen immer noch reflexhaft tue ... also, so schloss ich aus dieser geste, vielleicht gehört sie irgend einem sozialen oder pflegerischen beruf an, in dem wahrscheinlich ganz selbstverständlich eine solche ansteckungs-prophylaxe längst eingeübt ist, um nicht patienten oder klientel eventuell zu infizieren ... auch trägt sie eine handelsübliche fertige stretch-/stütz-handgelenkbandage zur tennis-/mausarm-/sehnenscheidenentzündungs-nachsorge oder -prophylaxe so selbstverständlich, dass ich sie schon in richtung masseurin / medizinische bademeisterin oder physiotherapeutin in einer kureinrichtung oder eine beauty-farm einordnen möchte, was ja in einem heilbad eine durchaus gängige tätigkeit wäre ...

mich wundert allerdings ihre doch recht üppige tagesfreizeit, die sie immer wieder in diesen strandimbiss oder auch in den nachbarimbiss treibt - und ihre sozialkompetenz, mit allen und jedem in ihrer nähe in offensichtlich angenehmen smalltalk zu kommen...

für mich gehört sie inzwischen "in all den jahren" mit zum "sicherheits"-check dort in der urlaubsatmosphäre: wenn sie da ist, scheint die welt dort - und so auch in diesem moment für mich - in ordnung zu sein. die stimmung ist gut, es wird gelacht, der hund ruht unaufgeregt unter dem tisch ... alles ist stimmig - alles ist gut - so wie es sein soll ... die frau gehört also so für mich bereits zu meinem imaginären sicherheitspersonal - zur "security" ... - wenn sie nicht da wäre würde ich wohl ausschau halten und warten, wann sie hinzukäme ...

vielleicht ein engel ...

ich habe mich heimlich sogar schon bei dem gedanken ertappt: so wie diese frau ist, müssten wohl auch "engel" sein: engel haben ja konjunktur ... wenn auch das letzte fünkchen glauben verloren gegangen ist: ein "engel" hat weiterhin eine symbolträchtige bedeutung - und wenn der liebe gott auch schon längst gestorben ist - an engel glaubt man ...

ich habe mich oft gefragt, wer oder was sich denn als "engel" wie und unter welchen umständen zu erkennen gibt - und erinnere eine eindrückliche predigt, die ich vor wohl schon 30 jahren in der kirche von einem pastor hörte, der immer wieder darin betonte, jeder mensch könne für den anderen zum "engel" werden ... - plötzlich aus dem nichts auftauchen - und vielleicht nur mit einem nicken mut zusprechen zur rechten zeit - oder aber - wie es mir eben jetzt im urlaub geschehen ist: wenn ein mensch in an sich fremder umgebung "sicherheit" gibt und ausstrahlt: wiedererkennen, stabilität, befreiung ...

Es erhoben sich aber der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, nämlich die Partei der Sadduzäer, von Eifersucht erfüllt, und warfen die Apostel in das öffentliche Gefängnis. 
Aber ein Engel sperrte in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach: 
Geht hin und redet zum Volk alle Worte des Lebens.
Apostelgeschichte 5 17-20

ein engel muss nicht mit den flügeln "schlagen", harfe spielen: "halleluja" singen und frohlocken - muss kein weißes gewand tragen mit aufgenähten goldenen sternchen ... du - ich - wir - wir alle können eigentlich in jedem augenblick für andere zum engel werden: ein neuer hoffnungsschimmer, ein ansporn, eine sicherheitsgarantie, ein freiwerden, eine befreiung ...

vielleicht ist die frau am strand-imbiss für viele dort der engel, der ihnen und mir immer wieder "worte des lebens" schenkt - sicherheit - ja sogar ein stück weit "geborgenheit", ein "zuhausesein in der fremde" ...

Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
oft sind sie alt und hässlich und klein,
die Engel.
Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,
die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,
der Engel.
Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
er hört, wenn du ihn rufts, in der Nacht,
der Engel.
Er steht im Weg und er sagt: Nein,
der Engel,
groß wie ein Pfahl und hart wie Stein -
es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel. 
Rudolf Otto Wiemer

Donnerstag, 19. Mai 2016

Seemannsgarn




Die Schöpfung zermalmt
Zu winzig kleinen Sandkörnern
Verdroschen zu Mehl
Das zwischen den Zähnen knirscht
Und bei Westwinden die Augen
Reibt wie Schmirgelpapier
Die Sicht tränt dann unscharf
Doppelbilder - und nur mittig fokussiert
Eine Welt die auseinander nebelt
Um sich zusammenzupappen
Zu dem gallertartigen Pudding
Einer angeschwemmten Qualle ...
Fundstücke und Strandgut
Versponnen in all dem Seemannsgarn...

S!NED! Saint Pierre

Sonntag, 15. Mai 2016

Begeisterung

Allen Lesern zu Pfingsten eine Begeisterung - mit Feuer & Flamme ...

Ich melde mich hier ab dem 23. 05. wieder ... denn zur Zeit bin ich zur Regeneration in St. Peter-Ording ...

Frohe Pfingsten
S!NED!


Mittwoch, 4. Mai 2016

FÜR VIELFALT - DIVERSITY

ich habe heute mail-post-kommen:

click here

Hallo S!NED!

haben Sie eigentlich mitbekommen, dass Sie das „verseuchte 68er Deutschland“ sind? Ja, Sie haben richtig gehört! Das sagte AfD-Chef Jörg Meuthen auf dem Parteitag in Stuttgart. Aber wissen Sie was? Wenn ein Rechtspopulist so etwas sagt, dann können Sie – dann können WIR darauf wirklich stolz sein! 

Denn wir können stolz darauf sein, dass wir glauben, leben und lieben können, wie und wen wir wollen. Dass wir wählen können, ob wir heiraten oder nicht, Kinder bekommen oder nicht. Ob wir als Frau und Mann zusammenleben oder jemanden lieben, der das gleiche Geschlecht hat. Wir sind frei, jedwede Religion zu leben oder auch nicht zu glauben. Und zwar ohne dafür vom Staat verfolgt oder weniger respektiert zu werden. Dank uns kommt das Ende der Atomenergie. Dank uns sind Gleichberechtigung, Bekämpfung von Krieg und Armut überhaupt ein Thema in diesem Land. Und der Maßstab bei alledem ist die Menschenwürde, mit allen im Grundgesetz formulierten Rechten und Pflichten.

Ohne dieses „verseuchte 68er Deutschland“ also gäbe es das alles nicht! Und eins ist klar: Wir wollen, dass das so bleibt. Dafür gehen am 18. und 19. Juni Menschen aus ganz Deutschland zu Menschenketten in fünf Großstädten. Wir geben uns die Hand: Gegen Rassismus – für Menschenrechte und Vielfalt. Seien auch Sie Teil dieser Bewegung... 

gebilde zu meinem urlaub vom 05.05. - 22.05.2016 - - -

Landschaften - fantastisch

click here

AUSGEGUCKT ...


DIESE LANDSCHAFTEN SIND ECHT FANTASTISCH!

Der in Berlin lebende schwedische Fotograf Erik Johansson kreiert Bilder, die Fotografien, Materialien und digitale Bildbearbeitung in sich vereinen. Daraus entstehen surreale Landschaften, die ihre Abwandlung von der Realität manchmal auch erst auf den zweiten Blick erkennen lassen – um den Betrachter umso mehr zu erstaunen.





Ein Feld, das in einem Abgrund endet. Ein Mann, der eine Straße hinter sich herzieht. Häuser, die auf Eisschollen treiben. Die Bilder, die Erik Johansson kreiert, sind faszinierend und verstörend zugleich. Sie machen Unmögliches möglich und sind manchmal ziemlich irritierend für das menschliche Auge. Dennoch wirkt die Szenerie echt und lebendig.



„Realismus war für mich immer sehr wichtig“, sagt der schwedische Künstler. „Es ist eine Herausforderung, einen Entwurf im Foto zum Leben zu erwecken. Wenn du die Werkzeuge beherrschst, ist es nur noch die Vorstellungskraft, welche die Grenzen setzt.“

Die „Werkzeuge“, das sind im Fall von Erik Johansson im Wesentlichen seine Digitalkamera und Bildbearbeitungsprogramme. Und natürlich seine Ideen. „Sobald ich eine Idee habe, von der ich denke, dass sie gut genug ist, muss ich die Orte finden, an denen ich die Fotos für mein Werk machen kann.“ Viele seiner Bilder hat er in Schweden gemacht, in der Nähe seines Elternhauses. „Auf dem schwedischen Land aufzuwachsen, hatte einen großen Einfluss auf meinen visuellen Stil“, sagt Johansson. Tatsächlich zeigen viele seiner Bilder eine typisch schwedische Landschaft, mit roten Holz-Häuschen, Seen und viel Grün.

Manchmal brauche er nur wenige Tage, um einen passenden Ort zum Fotografieren zu finden, manchmal Monate oder gar Jahre. „Es ist der wichtigste Schritt, denn der Ort definiert das Aussehen und die Stimmung des Fotos, es ist mein Rohmaterial, mit dem ich weiterarbeite.“ Da er verschiedene Fotos miteinander kombiniert, sei es besonders wichtig, dass die Lichtverhältnisse und Kameraperspektive bei den Aufnahmen übereinstimmen.

Auf die Frage, wie Erik Johansson seinen eigenen Stil beschreiben würde, antwortet er: „Surreale Ideen realistisch umgesetzt, vielleicht mit einer kleinen Prise Humor. Ich kann gar nicht wirklich sagen, dass ich entschieden habe, wie mein Stil aussehen soll. Es kommt dabei heraus, was rauskommt, ich realisiere einfach nur die Ideen, die mir in den Sinn kommen.“

Manches Mal offenbart sich das Geheimnis eines Werkes auch erst durch den Einsatz anderer Mittel, einer Videokamera zum Beispiel. So geschehen bei seinem Werk „Skrapan Illusion“ von 2012. Damals hatte die Shopping-Mall „Skrapan“ in Stockholm den Künstler gebeten, anlässlich ihres fünfjährigen Jubiläums etwas zu kreieren. Das erstaunliche Ergebnis sehen Sie in diesem Video:



Mehr Bilder von Erik Johansson sehen Sie auf seiner Website, auf der der Künstler auch einen Blog betreibt.

Quelle: TRAVELBOOK

Dienstag, 3. Mai 2016

lachen ist gesund ...


  ja - früher sagte man oft: "der geht ja zum lachen in den keller" wenn man ausdrücken wollte, wie schwer sich jemand damit tat, öffentlich im beisein anderer herzhaft loszulachen - oft endete das dann nur in einem verschämten prusten ... 

und in der schule - und in aus- und fortbildungen habe ich oft erlebt, dass - wenn lachen überhaupt auf der tagesordnung stand - es oft in albernheiten und klamauk endete - weil der eine den anderen mit einem - manchmal schlechtgemachten - gag zu übertreffen meinte - und sich dann das ganze wie zu einer spirale hochschaukelte ... - was man dann erst durch ein energisches "stopp" abblocken konnte, weil es oft auf kosten dritter geschah, in dem man über kurz oder lang über andere "her zog" ...

jetzt beobachte ich bei der jüngeren generation oft ein fast inflationäres und oberflächliches kurzes dauer-darüberhinwegkichern - wenn es um "nahegehende" themen geht -  was wohl ein lachen andeuten soll - aber leider gottes verlernt wurde, regelrecht und spontan einzusetzen, wo ich allerdings auch unsicherheiten dahinter vermute ...

in der sms-kommunikation mit dem handy oder dem smartphone kann man sein lachen ja auch fast nur noch mit den emojis :-)) auch in seinen abstufungen zum ausdruck bringen - und in der straßenbahn kommt dann ein plötzliches tatsächliches aufkichern beim auf-das-handy-starren oder in-das-handy-sprechen irgendwie komisch bei den mitfahrenden an ... in facebook - wo ich mich nun gar nicht auskenne - wird lachen bzw. "zustimmung" (ein anderes lachen kennen die "sozialen" netzwerke ja wohl gar nicht) mit "daumen hoch" oder irgendeinem ähnlichen "like it"-zeichen zum ausdruck gebracht - aber dabei wird oft genug danach geschielt, was denn die "freundin" wohl anclickt, damit man hinterher sagen kann: "hab ich auch" ...

aber während man früher manchmal eben zum lachen in den keller ging - muss man heute seminare für das richtige lachen an der richtigen stelle durchführen - und das lachen erst wieder "regelrecht" erlernen ... das liegt an unserer tatsächlichen kommunikationsarmut so richtig "face-to-face" und "auge-in-auge", die leider schon im kindesalter oft einsetzt: mama und papa chakern seltener mit dem baby, weil das gleich ja in die kita muss - und die erzieherin dort hat es schwer, die "hortkinder", für die sie "zuständig" ist, richtig zu "belachen": diese fachkraft-kind-relationen liegen bei gruppen mit unter 3-jährigen bei einem verhältnis von 1:3 bis 1:4, bei gruppen mit 3- bis 6-jährigen bei ca. 1:8 und bei gruppen mit 5- bis 6-jährigen kindern bei 1:10... - das muss man sich mal vorstellen ...

sterile ein-weg-kind-verpackung


mama oder papa oder die erzieherin vor ort kitzeln das kind nicht mehr einmal so richtig durch - beruhigen nicht mehr durch "reibenase" (unhygienisch!) - knuffen kaum noch - ziehen keine fratzen oder schauspielern mimisch - und da man kaum noch gemeisam miteinander isst in den familien, und die übrige zeit getrennt stumm vor medien verbringt, ist teilweise eine ganze generation zum lachen "in die emotionalen keller" hinabkommandiert worden - und benötigt ansporn da wieder herauszufinden ... - und anleitung, das "richtige" lachen nicht mit kichern zu verwechseln ... S!

... und jetzt schalte diesen verdammten pc mal ab - und knuddel dein sprössling mal so richtig durch ...

ausgelacht

Wer lacht, lernt besser

Lachforschung: Die Kölner Expertin Charmaine Liebertz kommt für ein Seminar nach Sennestadt ins Haus Neuland. Im Interview spricht sie über Humor in der Erziehung

Sennestadt. Lachen und Lernen - das gehört untrennbar zusammen. Wie das gelingt, wird die Kölner Erziehungswissenschaftlerin Charmaine Liebertz im Haus Neuland erklären. Ihr Seminar "Lachen und Lernen bilden ein Traumpaar" (30. Mai bis 1. Juni) wird in diesem Jahr nur ein einziges Mal und nur in Bielefeld angeboten. Infos zum Seminar gibt in der Sennestädter Bildungsstätte. Im Interview spricht Liebertz über die Vorzüge des Lachens für Kinder und für Erwachsene.

Ist das Lachen dem Menschen angeboren?

Charmaine Liebertz: Ja. Das Lachen gehört quasi zur Grundausstattung des Menschen - vor allem der Kinder. Kinder tun es 400-mal am Tag, zählt man ihr Kichern, Gröhlen und alle Ausdrucksformen des Fröhlichseins zusammen. Babys und Kleinkinder brauchen keinen Grund, sie nutzen einfach jede sich bietende Gelegenheit. Erwachsene dagegen lachen nur etwa 15-mal am Tag.

Wie kann man Lachen lernen?

Liebertz: Kinder lernen am einfachsten durch Vorbilder. Das gilt besonders fürs Lachen. Wenn Eltern und Erzieher also eine fröhliche Grundhaltung haben, lernen Kinder das auf ganz natürliche Weise. Aber auch Erwachsene können (wieder) Lachen lernen: Zum Beispiel, indem sie den Sinn für das Wesentliche schärfen, Kleinigkeiten wertschätzen und über Neues staunen. Gelassenheit und Heiterkeit können auch in schwierigen Situationen trainiert werden. Wer bei Streit oder bei einer Aussprache Humor an den Tag legt, kann wahrscheinlich die Situation entspannen. All das fördert die Fähigkeit, zu lachen.

Stimmt es, dass Kinder, die viel lachen, weniger aggressiv sind?

Liebertz: Auf jeden Fall. Wie sehr Kinder von einer humorvolle Atmosphäre profitieren, ist in vielen Studien längst bewiesen: Sie lernen, voller Zuversicht und Optimismus in die Welt zu gehen und anderen Menschen mit Herzlichkeit und Nachsicht zu begegnen. Je eher ein Kind die positiven Wirkungen des Humors entdeckt, umso leichter wird ihm das Erwachsenenleben mit all seinen ernsten Anforderungen fallen. Kinder, die viel zu lachen haben, bauen Aggressionen besser ab.

Und was kann Humor noch bewirken?

Liebertz: Humor hilft, Stress zu bewältigen, fördert kreatives und innovatives Denken und weist einen optimistischen Weg aus Konflikten und Krisen heraus. Eine humorvolle Grundeinstellung fördert die Frustrationstoleranz und steigert die soziale Kompetenz. Außerdem sind fröhliche Menschen ausgeglichener und bei ihren Mitmenschen viel beliebter als ein Miesepeter.

Wie lässt sich Humor in der Erziehung umsetzen?

Liebertz: Die wichtigste Voraussetzung für einen humorvollen Erziehungsstil ist eine positive Einstellung zu Fehlern. Kein Mensch ist fehlerfrei. Entscheidend ist, aus Fehlern zu lernen - und das am besten mit Nachsicht und mit einem humorvollen Augenzwinkern. Wer ein Kind lachend oder grinsend auf Fehler aufmerksam macht, bewirkt, dass es sich bloßgestellt fühlt. Besser ist es, gemeinsam über den Fehler zu lachen. Und niemals über den Menschen, der ihn begangen hat!


Das Interview führte Christina Ritzau - © 2016 Neue Westfälische, Dienstag 03. Mai 2016

Montag, 2. Mai 2016

establishment [ɪˈstæblɪʃmənt]

was ist [ɪˈstæblɪʃmənt]? - also - man nehme: ...
Establishment (englisch establishment [ɪˈstæblɪʃmənt] ‚Einrichtung‘, ‚organisierte Körperschaft‘) bezeichnet eine wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich einflussreiche Milieugruppierung oder Klasse, eine etablierte Elite. Die Verwendung des Begriffs impliziert zumeist eine ablehnend-kritische Haltung.
Geprägt wurde der Ausdruck vor allem durch die Jugend- und Studentenbewegung der mittleren 1960er Jahre als Schlagwort für die herrschenden Kräfte, deren Tun auf Festigung ihrer Macht und Unterdrückung der nicht privilegierten Schichten ausgerichtet war. Im Zuge der 68er-Bewegung war er ein ständiges Schlagwort z. B. der damals entstehenden „Republikanischen Clubs“.

Sponti-Spruch:
„Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment.“ (WIKIPEDIA)



[ɪˈstæblɪʃmənt] - wenn es nicht stimmt ist es wenigstens gut erfunden ... - die zusammensetzung eines solchen begriffs ist ja je nach soziologischer schule austauschbar: ja - das ist auch mal wieder nur ein etikettenschwindel: ich weiß nur nicht, ob die afd-bonzen selbst diesen eigentlich ja von den 68-ern adaptierten und patentierten/eigentlich copyright-geschützten begriff des "establishments" tatsächlich in den mund genommen haben, oder ob so ein paar presse-fuzzis nun diesen begriff ausgerechnet dieser rechten sammelbewegung als ihre gemeinte "angriffsfläche" unterschieben wollen ...

und der spiegel-online-kommentator janko tietz schmiert dann mit diesem begriff ganz ungeschützt drauflos: und vergleicht tatsächlich den beginn der grünen bewegung damals "gegen das establishment" jetzt mit dem beginn dieser bräunlichen brut, das leider gottes ja selbst zum großen teil zu so etwas wie einem neuen bundesrepublikanischem establishment zu zählen ist: das establishment von heute ist ja nämlich beileibe nicht der "gutmensch", den die grünen uns damals in reaktion auf die tatsächlich originale tödliche nazi-giftsoße unserer eltern-generation sanft anerzogen haben: das establishment besteht heutzutage aus eben dem "wutmensch", dem "wutbürger", der "lügenpresse" brüllt und "ausländer raus" und "der islam gehört nicht zu deutschland" und all diesen kack, der da in jeder talkshow von diesen afd-kameraden verlautet wird ...

da kann man eine einfache rechnung aufmachen: dass der islam zu deutschland gehöre, hat wohl als "marke" zuerst der bundespräsident wulff geäußert - um schon kurz danach in einer konzertierten aktion vom "establishment"-konglomerat aus bild-filz und polit-klüngel und "seriösem" bürger-kapital gefeuert zu werden - das war für mich der eigentliche beginn der afd.

als dann auch unser aller angela merkel die wulff-äußerung noch ein paar mal bekräftigt hat - da musste einfach das "seriöse christliche-rest-abendland-establishment" - bzw. das, was sich dafür hielt - ein gegengewicht setzen - und schon zauberte sich die afd aus dem hut ... - und diese "in-sorge-um-deutschland-establishment"-leute haben die afd - vielleicht auch auf geheiß aus den tiefen der globalen finanz-und handelswelt - zumindest miterfunden und herangezüchtet und gehätschelt und gepflegt: leute wie hans-olaf henkel, der heute behauptet, alles schon gewusst zu haben - und natürlich nach getaner tat rasch wieder ausgestiegen ist: denn ist der ruf erst ruiniert lebt es sich ganz ungeniert ...

kapital-baukasten - S!photo

dieser gleichzeitig nun also wie aus der wundertüte hinzukreierte neue "wutbürger" ist nun sauer, weil er plötzlich tatsächlich selber denken soll, obwohl er doch schon genug damit zu tun hat, die machenschaften des dfb bei der vergabe von weltmeisterschaften und dem hin- und hergezocke in der bundesliga auch nur zu registrieren, geschweige denn zu durchschauen - da fehlt es noch an einer passenden durchblickenden app auf seinem permanent-i-phone - und ist sauer wegen verlusten an der börse ...

ich mach' mir die Welt - widdewidde - wie sie mir gefällt ...


der statistisch ermittelte und so von einschlägigen interessengruppen in szene gesetzte "wutbüger" im osten trauert immer noch dem alten song "die partei - die partei - die hat immer recht ..." hinterher, um endlich zu begreifen, dass keine partei der welt immer recht hat ... - der "wutbürger" blickt auch nicht, dass "politik" gar nicht mehr "gemacht" wird von einem ausgemachten sich in szene setzenden alternden "parteienklüngel" und seinen akteuren, sondern unmerklich "gelenkt" wird von cleveren typen in turnschuhen mit weißer sohle, die frühzeitig erkannt haben, woanders als in der politik viel viel viel mehr geld zu verdienen und abzocken zu können - und die sich nun eben mal aus dem parteien-baukasten rasch eine afd zusammengesteckt und gebastelt haben, und die die "politik" und die parteien mit ihrem turbokapital einfach hin und her schieben auf dem großen schachbrett, das die welt bedeutet - nach alter pippi-langstrumpf-manier: "ich mach' mir die Welt - widdewidde - wie sie mir gefällt" - aber die sich in wirklichkeit ins fäustchen lachen, wenn man diese verschiedensten parteien und spielfiguren jetzt alle miteinander aufeinander los hetzen kann - das ist ein amüsantes spiel für die - ein baller-spiel wie am computer: und wie im monopoly statt der schlossstraße wird nun mal eben ein neues "establishment" hinzu erfunden und ausgerufen - und neue "gutmenschen" (pfui) und neue "wutbürger" (hui) und "lügenpresse" und "flüchtlingskrise" und "mats-hummel-verkauf" und "dfb-pokal" und "pep gardiola" auf der "whatsapp" und auf "facebook-hashtag" - und die "ttip"-dokumente, die man doch an uns allen so elegant mit obama-küsschen vorbeilancieren wollte - und all das gedöns und und ... und natürlich diese starken strategisch wichtigen spielsteine wie "is" und "al-qaida" und "taliban" und und und, die den rüstungs-wettbewerb auch noch so richtig am laufen halten und immer wieder anheizen, und mit denen echt viel knete zu machen ist - aber "auch ne menge an arbeitsplätze schafft": (man muss auch für alles immer erst nen neuen namen finden ...) - hauptsache es bleibt bei dem allen auch genug geld hängen - und nun dreht euch wieder um, wenn ihr durchgezählt habt ... S!

Sonntag, 1. Mai 2016

Krake Anna

aufgedröselt
spielland.de

Acht Arme, hochintelligent
Ist Krake Anna die neue Orakel-Hoffnung für die Fußball-EM?

Kraken sind schlaue Tiere – sie können sogar Gesichter und Formen erkennen. In einem Konstanzer Großaquarium soll jetzt Krake Anna ihre Gedächtnisleistung unter Beweis stellen. Wenn es gut läuft, könnte sie sogar das nächste EM-Orakel werden.

Anna hat momentan viel zu tun. Einmachgläser aufdrehen oder Futter in einem Labyrinth finden, gehören noch zu den leichteren Übungen ihres Trainingsprogramms. »Die Tiere müssen beschäftigt werden. Sonst gehen sie ein«, sagt Antonia Burghardt. Die 30-Jährige ist Annas Betreuerin im Großaquarium Sealife Center in Konstanz am Bodensee.

Kraken seien ausgesprochen schlau und könnten Aufgaben wie beispielsweise Puzzle lösen, die erst dreijährige Kinder bewältigen könnten, sagt die Biologin. Wenn es gut läuft bei Anna, könnte sie zur Fußball-Europameisterschaft sogar das nächste Orakel werden – vorausgesetzt die achtarmige Dame ist fußballaffin.

Die Meeresbiologin Burghardt forschte für ihre Masterarbeit zur Gedächtnisleistung von Kraken. Die Versuche haben demnach gezeigt, dass der so genannte Gemeine Krake (Octopus Vulgaris) mit etwas Training mühelos geometrische Figuren unterscheiden kann. Kraken können aber beispielsweise auch Gesichter erkennen und Besucher beobachten. »Die Sehschärfe der Tiere ist ähnlich wie von Katzen«, sagt Burghardt. Wenn sie an Annas Aquarium tritt, wird sie meist freudig von ihr begrüßt. »Kraken bauen Beziehungen zu Menschen auf.«

Hochintelligent

Weshalb Kraken so intelligent sind, ist noch unklar. »Es gibt verschiedene Theorien«, sagt Burghardt. Zum einen seien die frisch geschlüpften Tiere von Anfang an auf sich allein gestellt. »Die Mutter bewacht die Eier, bis die Jungen schlüpfen und stirbt dann«, sagt die Biologin. Daher könnten die Tiere nicht von ihren Eltern lernen. Zudem hätten Kraken viele Feinde. »Da darf man sich keine Fehler erlauben.« Die Kopffüßler gelten als raffinierte Jäger, die sich perfekt tarnen, indem sie die Optik des Untergrunds annehmen.

Wenn sie als Orakel zum Einsatz kommen, dann meist mithilfe von Leckerbissen – so war es zumindest bei dem berühmten Tintenfisch Paul, der 2010 den Ausgang aller WM-Spiele der deutschen Mannschaft richtig voraussagte und sich dazu etwa zwischen Muschelfleisch aus einem von zwei Gläsern entscheiden musste. Auch die Kraken Benedikt und Angus, die sich zur WM 2006 im Sea Life in Speyer versuchten, hatten die Wahl zwischen zwei Leckereien, die die jeweilige Nationalelf verkörperten. Bei ihren Vorhersagen für das Viertelfinale lagen sie allerdings stets daneben – und stellten das Orakeln ein.

»Je intensiver Kopffüßler untersucht werden, umso mehr Kriterien für Intelligenz erfüllen sie«, sagt der Leiter des Tintenfisch-Archivs Teuthis bei Rostock, Volker Miske. Allerdings gebe es keine allgemeingültige Definition von Intelligenz. Auch einfach gestrickte Lebewesen könnten lernfähig sein. »Höhere Intelligenz zeigt sich auch in der Geschwindigkeit, Probleme zu lösen.« Tintenfische seien zwar Weichtiere, ihre nächsten Verwandten seien Schnecken und Muscheln. Doch im Gegensatz zu ihnen hätten Kraken ein relativ großes Gehirn.

Anna lebt momentan in der Oktopus-Höhle im Konstanzer Großaquarium – einem abgedunkelten Raum hinter künstlichen Alpen-Gletschern und einer Nachbildung des Rotterdamer Hafens. Kurz vor Ostern hat das Tier hier seinen Wohnsitz bezogen. Ob Anna sich überhaupt für Fußball interessiert, ist derzeit noch unklar.

Fest steht: Als Orakel lebt man gefährlich. 

Krake Paul erhielt Morddrohungen von enttäuschten Fans. Das Internet wurde mit Tintenfisch-Rezepten überschwemmt. In der Schlussphase der Weltmeisterschaft bekam er sogar Personenschutz und das Großaquarium in Oberhausen wurde bewacht. Nach seinem Tod konnte kein anderer Krake an Pauls Erfolge anknüpfen. (Textquelle: owl am sonntag-avs)

Krake Anna in Konstanz (Bild: avs)