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Dienstag, 27. Juni 2017

dieser verdammte torpfosten ... - barrieren


aufgeschnappt - aufgelesen - aufgepeppt - weitergegeben

Behinderung und Sprache

Sorry, Schiri. Ich dachte, Sie wären dieser verdammte Torpfosten! -
Inklusion, wie sie sein sollte

Eine Kolumne von Silke Burmester aus 2013 (!) - aber so aktuell wie eh und je 

SPIEGEL-ONLINE | S.P.O.N.-Kolumne "Helden der Gegenwart"

Schluss mit der Sprachmaskerade. Aus Respekt vor Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten, sollte man diese eingeschränkten Fähigkeiten auch benennen dürfen.

Man mag darüber streiten, ob die "Gurke des Tages", die am 30. November in der "taz" auf der Wahrheitsseite erschien, "der einzigen Satire- und Humorseite einer Tageszeitung weltweit", wie ihr verantwortlicher Redakteur Michael Ringel sie bewirbt, lustig ist oder nicht. Ringel hatte darin die Ankündigung einer Sendung über den blinden Fußballer Robert Warzecha mit den Worten kommentiert: "Wer immer auch Robert Warzecha ist, dafür braucht es doch keine Fernsehreportage. Der Weg des blinden Fußballers lässt sich doch auch in wenigen Worten nacherzählen: 'Aua, huch, oh, nanu, uups, oje, hoppla, ach, seufz, o weh - Sorry, Schiri. Ich dachte, Sie wären dieser verdammte Torpfosten!'"

Dem Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbands Friedhelm Julius Beucher ist die Frage "lustig oder nicht?", "guter Witz oder blöder Witz", nicht genug. Er fordert eine Entschuldigung der Zeitung für diese "Entgleisung" bei - ja bei wem eigentlich? Bei - Zitat aus dem Brief an die Chefredakteurin Ines Pohl -: "...bei Robert Warzecha sowie bei allen Sehbehinderten und Blinden, nicht nur bei denjenigen, die Sport treiben".
Auch im Netz findet man die Stimmen derer, die Ringels Gurke als komplett verfehlt einstufen und es wohl am liebsten sähen, er würde sich als Zeichen der Reue den Arm abhacken. Abgesehen davon, dass vor allem viele Menschen ohne Behinderung sich aufregen, frage ich mich langsam: Leute mit Behinderung, was wollt ihr eigentlich?

Ihr wollt, dass wir, die wir keine offensichtliche Behinderung haben oder uns nicht eingeschränkt fühlen, euch "normal" behandeln. Also mit euch umgehen, wie wir mit jedem anderen umgehen. Ihr wollt Teilhabe. Ihr habt den Anspruch, dass ihr so selbstbestimmt leben könnt, wie wir "Normalos" eben auch. Sprich, dass wir euch nicht länger behindern. Das finde ich gut. Das gefällt mir.

Und mir gefällt in diesem Zusammenhang auch, dass ein Mann namens Franz Christoph 1981 den damaligen Bundespräsidenten Karl Carstens mit seiner Krücke vors Scheinbein gehauen hat. Christoph, Mitglied der "Krüppel-Bewegung", protestierte mit seiner Attacke dagegen, dass Behinderte nicht ernst genommen werden. Dass der Vorwurf zutrifft, bewies Carstens vorbildlich. Er "verzichtete" auf eine Anzeige. So eine Aktion ist nach meinem Geschmack. Es sollte viel öfter ein Ruck durch einen Bundespräsidenten gehen.

Aber manchmal, Leute, da wundere ich mich auch. Und dann habe ich das Gefühl, hier läuft was schief. Dass man nicht "Behinderte" sagen soll, sondern "Menschen mit Behinderung", das kann ich nachvollziehen. Aber es hört auf, wenn etwa aus Menschen, die ohne fremde Hilfe nicht zurechtkommen, "Menschen mit besonderen Fähigkeiten" gemacht werden. Denn wenn man ehrlich ist, fehlen ihnen auch Fähigkeiten. Aber das darf man nicht sagen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

So wurden mir kürzlich von einer großen Einrichtung, für deren Magazin ich schreibe, zunächst die Sätze eines Filmregisseurs gestrichen, der über die Schwierigkeiten berichtete, die die Arbeit mit Menschen mit Down-Syndrom mit sich bringen kann. Zunehmend bewegen wir uns sprachlich in die Maskeradenabteilung hinein und reden uns schön, was genaugenommen gar nicht schön ist. Dass an einem Menschen nicht alles dran ist. Oder dass es einem Menschen an etwas fehlt, was ihm ein selbständiges Leben ermöglicht.

Dass Personen, die "anders" sind, zum Teil ihre Sinne stärker ausprägen und Fähigkeiten entwickeln, so dass ein großer Gewinn - auch für andere - entsteht, ist ziemlich klasse und steht außer Frage. "Anders" ist ein Wort und ein Gedankenansatz, der mir sehr gut gefällt. Ihm liegt zwar die zweifelhafte Norm des "Normalen" zugrunde, aber hat man sich erst einmal auf sie verständigt, dann ist der Gedanke, dass Leute, die nicht "normal" sind, "anders" sind, ein schöner.

Dann muss man den Autisten mit eigenartigem Verhalten nicht länger komisch anschauen, sondern kann erkennen, dass er Dinge und Fähigkeiten mitbringt, die wir "Normale" nicht haben und die unser Miteinander bereichern. Dann kann ich von der Sicht eines Rollstuhlfahrers auf die Welt profitieren und entdecke, dass die Fähigkeiten einer Gehörlosen, Mimik und Körpersprache deuten zu können, etwas sind, um das ich sie beneide. Dann kann ich auch Sportveranstaltung als Sportveranstaltung verfolgen, egal, ob da jemand mit zwei ganzen Beinen läuft oder mit zwei halben. Das ist es, soweit ich es begriffen habe, um das es bei der "Inklusion" geht. Jeder ist ein Teil des Ganzen, jeder bringt sich ein mit dem was er oder sie zu geben hat, aus der Vielseitigkeit entsteht das, was wir "Gesellschaft" nennen.

Die "Aktion Mensch" bringt diesen Gedanken in kleinen, schönen Filmen auf den Punkt. In einem, in dem etwa zehnjährige Jungs sich gegen ein gleichaltriges Mädchen verbünden und es nicht mitspielen lassen, gipfelt der Gedanke in der Frage: "Darf man Jungs doof finden, auch wenn sie im Rollstuhl sitzen?"

Entsprechend dem Inklusionsanspruch ist die Antwort eindeutig. Ja. Jungs, die sich blöd verhalten, müssen es hinnehmen, blöd gefunden zu werden - auch wenn sie im Rollstuhl sitzen. Sie haben einen Anspruch darauf, nicht geschont zu werden. Und auch in Sachen Witz nicht anders behandelt zu werden als Ostfriesen und Blondinen. Oder Schotten und Katholiken, die im Zweifelsfall auch nichts für ihre Herkunft, ihre Haarfarbe oder Religion können, die dem Scherz zum Anlass dient.

Wenn ihr, liebe Menschen mit Behinderung, dazugehört, dann seid ihr Teil der Gemeinschaft. Im Zweifelsfall einer Gemeinschaft der schlechten Witze. Witze von Ringel. Natürlich wäre es schön, Witze würden nicht auf Kosten von Minderheiten gemacht oder von Defiziten. Aber euch geht es ja darum, nicht als defizitär wahrgenommen zu werden. Uns auch. Und deswegen behandeln wir euch so beknackt wie andere auch.

Oder sollen wir euch doch lieber schonen, weil ihr nicht sehen könnt oder nur ein Bein habt?

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"Inklusion": Dieser Begriff taucht vornehmlich immer wieder auf, wenn von den Eingliederungsbemühungen für behinderte Menschen die Rede ist: 

Mir geht es in erster Linie aber darum, diesen Begriff der "Inklusion" über diesen Fokusschwerpunkt "Menschen mit Handicaps" hinaus auch auf andere Gruppen und Themen zu erweitern: nämlich auf alle Menschen, die in unserer Gesellschaft irgendwelche Ausgrenzung erleben und Ablehnungen erfahren: Menschen mit "Migrationshintergrund" etwa, Asylanten, die Flüchtlinge von Lampedusa etwa - aber auch die WG an der Ecke, die den Nachbarn aus welchen Gründen auch immer "ein Dorn im Auge" ist ... 

Und mir geht es bei der Inklusion auch um die allmähliche "Eingliederung" von Tabu-Themen in den Sprachalltag: z.B. Tod, Sexualität, Glauben, die Gedenkkultur über die geschehenen NS-Verbrechen, und trotzdem die berechtigte Kritik am Staat Israel und seinen Militäraktionen und Bedrohungen - in klarer Abgrenzung zu "antisemitischen" Pauschalurteilen über Menschen jüdischen Glaubens (also über "die Juden" etwa) - usw. ...

Inzwischen geht es also auch - wie in der oben abgedruckten S.P.O.N.-Kolumne so treffend untermauert - um die Inklusion der "Inklusion" - also um die ganz natürliche Einbeziehung aller Menschen in Annahme und auch Kritik, in "Leben & leben lassen" - egal welcher Hautfarbe, welcher Handicaps, egal welcher überragenden Talente oder auch Hilfsbedürftigkeiten im Alltag, egal welcher Religion, welchen Alters oder Geschlechts und egal welcher sexuellen Orientierung: Jeder Mensch erhält die Möglichkeit, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen – und zwar von Anfang an ... 

Um das Denken und Handeln in dieser Richtung zu verändern, bedarf es noch sehr viel an Einsichten und der vorbehaltlosen Partnerschaft und Nachbarschaft - aber bei allen Beteiligten...!!! Ein behinderter Mensch ist eben kein besonderer Mensch - er ist allenfalls "anders" - aber sicherlich mit allen liebenswerten oder abzulehnenden "normalen" Macken ausgestattet ... - und er darf sich auf seine "Behinderung" nicht ausruhen - etwa mit übergroßen Erwartungshaltungen und Toleranzforderungen ... Es muss eben jedem - tatsächlich allen - bewusst werden, wie wichtig Inklusion für das gesellschaftliche Miteinander ist. Sie kann nur dann gelingen, wenn möglichst viele Menschen erkennen, dass gelebte Inklusion den Alltag bereichert ...-S!

Tagträumen - besser ist es ...


Träumen für einen besseren Tag

Wer meint, das Träumereien nur in die Nacht gehören, irrt gewaltig.

Tagträume helfen uns bei Problemen und machen das Leben leichter.

Von Lennart Krause


Einfach die Augen schließen und zurücklehnen. Nur einen kurzen Moment der Welt um sich herum entfliehen. Dieser Welt mit dem hektischen Kollegen, der unbedingt Rückmeldung bezüglich seines aktuellen Projekts haben möchte. Dieser Welt mit dem Chef, der dringend und umgehend Ergebnisse sehen will. Dieser Welt, in der das Telefon nicht aufhören mag. Dann wird es dunkel. Die Augen sind zu. Einmal tief atmen. Ein zweites Mal. So langsam wird es im Inneren ruhiger. Eine Welt baut sich auf. Eine Welt, die . . .

"Träum nicht" blökt der hektische Kollege. Seine Worte reißen einen zurück in den Alltag. Ein unschönes Gefühl. Denn der sich im Anfang befindende Tagtraum fühlte sich gut an. Sehr gut sogar. Da stellt sich doch die Frage, warum wir eigentlich nicht träumen sollen. Was spricht gegen Tagträume?

"Gar nichts." Kürzer und knackiger hätte die Antwort von Julia Scharnhorst nicht ausfallen können. Die Diplom-Psychologin berät mit ihrer Firma Health Professional Plus Unternehmen und Betriebe rund um das Thema Gesundheitsmanagement. "Tagträume können sehr positive Auswirkungen haben", sagt Scharnhorst, "solange es gute Tagträume sind." Gemeint ist damit, dass Tagträume nicht das Handeln kontrollieren dürfen. Also dass man etwa bei Besprechungen nicht zuhört, weil man in seiner eigenen Welt lebt. Oder dass man versucht, bei Problemen in seine Gedankenwelt zu flüchten. Solche Verhaltensmuster können auf psychische Probleme hinweisen. "Wer aber bewusst auch mal am Tag träumt, tut sich Gutes", sagt Scharnhorst. Und zwar in ganz unterschiedlichen Bereichen:

TAGTRÄUMEN FÜR DIE KARRIERE 

Die Expertin erklärt, dass man bei der Arbeit etwa viel Kraft aus einem Tagtraum ziehen kann, "wenn man sich auf seine Ziele konzentriert." Wer also Stress im Büro hat, sollte den Kollegen und dessen Traumverbot geflissentlich ignorieren und ganz bewusst mal die Augen schließen. "Träumen Sie zum Beispiel davon, wie sich Ihre Karriere entwickelt", sagt Scharnhorst. Dabei sei es wichtig, nicht allgemein von einer Beförderung zu träumen. "Überlegen Sie sich, wie es sich anfühlt, wenn Sie Ihr Karriereziel erreichen. Was würden Sie in Ihrer neuen Position zum Beispiel für Kleidung tragen." Diese gezielte Träumerei hilft dabei, Blockaden zu lösen und neuen Antrieb für stressige Aufgaben zu finden.

TAGTRÄUMEN FÜR DIE SEELE

Doch nicht nur gegen Stress bei der Arbeit helfen Tagträume. "Sie helfen auch dabei, unzufriedene Momente zu überstehen und zurück in eine positive Grundstimmung zu kommen", sagt Scharnhorst. Auch hier gilt: Zurücklehnen, tief durchatmen und zur Ruhe kommen, um eine starke Vision zu entwickeln. Zum Beispiel tut es den meisten Tagträumern sehr gut, vom nächsten Urlaub zu träumen. Ob nun vom Karibikstrand, dem Ausblick vom Gipfel eines Berges oder dem Moment, wenn man auf dem eigenen Balkon sitzend realisiert, dass man heute nicht ins Büro muss, sondern machen kann, was man will. So entsteht ein gutes und beruhigendes Gefühl, das dabei hilft, Probleme zu lösen und gelassener mit Situationen umzugehen.

TAGTRÄUMEN FÜR DIE KREATIVITÄT 

Wer kreativ arbeitet, kennt diese Momente, in denen einfach nichts mehr gehen will. Auch hier können Tagträume beim Lösen der Blockade helfen. "Um vor sich hin zu träumen, muss man seine Fantasie arbeiten lassen. Und aufhören, über seine Blockade nachzudenken", sagt Scharnhorst. In so einem Fall sei es aber wichtig, sich einem Tagtraum regelrecht hinzugeben, ihn also nicht direkt zu steuern. Darum können kleine Hilfsmittel zum Einsatz kommen, die einen in die richtige Traumstimmung versetzen. "Etwas Monotones sollte es sein", sagt Scharnhorst, "etwas wirklich Monotones." Kritzeln auf einem Stück Papier etwa sei gut. "Es geht darum, dass man etwas tut, was komplett nebenbei abläuft, wofür man also nicht bewusst nachdenkt." Das Eintragen von Zahlen in Excel-Tabellen sei daher etwa ungeeignet. Zwar ist das auch eine monotone Tätigkeit, doch man muss sich trotzdem auf die Zahlen konzentrieren. Richtig abschalten ist so fast unmöglich.

TRÄUMEN SIE LOS

Wenn also das nächste Mal die Kollegen um Sie herum verrückt spielen oder Sie bei der Lösung eines Problems nicht weiter wissen, gönnen Sie sich einen Tagtraum. Viel Zeit müssen Sie dafür gar nicht einplanen. Schon ein oder zwei Minuten Träumerei können einem jede Menge Energie zurückgeben. Das ist deutlich weniger Zeit, als sich etwa ein Raucher für eine Zigarette gönnt. Und wenn Rauchpausen bei Arbeitgebern akzeptiert sind, sollten es Traumpausen erst recht sein.

© NEUE WESTFÄLISCHE - aus: das magazin | Lebenstraum v. 27.Juni 2017 | S.4/5

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das ist ja das spannende daran - wenn man sich beispielsweise mit sigmund freud's "traumtheorie" beschäftigt: die grundlegende idee ist die, dass sich äußere sinneseinflüsse und innere sinnesreize gegenseitig beeinflussen. also eine art "mixtur" vollführen, im miteinander ballett tanzen, sich übertölpeln und sich überschlagen, nach vorn drängen, zurückfallen - je nachdem ... wünsche, die man sich während der tagesarbeit nicht erfüllen konnte, sind daher sehr oft gegenstand der tagträume. all das führt dann zu kreativen anregungen und problemlösungen: "heureka" - ich hab's ... - 

genau so erschien mir eines tages im tagtraum meine "traummühle":

die traummühle: 
die besten einfälle habe ich immer zwischen traum & tag: so kam mir in den sinn, dass eine imaginäre traummühle die träume zusammenstellt und zusammenbröselt: 
  • gefiltert durch einen indianischen traumfänger ergießt sich von oben eine auswahl von Sequenzen - oft auch numinosen Ursprungs - aus unserem bisherigen derzeitigen leben und aus zurückliegenden inkarnationskombinationen - sowie aus dem unerschöpflichen kollektiven unbewussten des menschseins überhaupt ... 
  • all diese Zutaten gelangen dann in die traummühle direkt darunter, die ähnlich einer kaffeemühle funktioniert und alsbald zu rotieren beginnt: die sequenzen werden nochmals zerbröselt - gequetscht, gezogen, verdünnt, verdickt, verfärbt - zum teil bis zur unkenntlichkeit und manchmal auch bis auf pixel- bzw. rastergröße ...:
  • es entsteht das sogenannte gemahlene "traumgut", was nun darunter als Nächstes mit dem berühmten  "nürnberger trichter" dem traumzentrum als Sud-Aufguss und somit dem hirn des probanden - des tagträumers - zugeführt wird ... 
  • und vor dessem geistigen auge entstehen dann diese traumfilme und -szenen aus all den beigaben - je nach dosierung der einzelnen sequenz- und handlungszutaten - erobern sie sich einen platz im focus des inneren sehens und denkens ... - S!

Lippischer Pickert war gestern ... - Lavendelöl ist aktuell

Foto: dpa
Lavendelöl aus Lippe-Detmold 

Am Rande des Teutoburger Waldes weiten die Lavendelbauern die Ernte in diesem Jahr aus. Das Lavendelfeld bei Detmold soll in den nächsten Tagen komplett per Handschnitt abgeerntet werden. Dabei soll das Lavendelstroh auf einer Fläche von zwei Hektar am Ende rund 80 Liter Öl bringen. In der Testphase lag das Ergebnis 2016 noch bei der Hälfte der Menge. Der Detmolder Biobauer Martin Meiwes hat für das ein auf natürliche Duftöle spezialisiertes Unternehmen in einem Gemeinschaftsprojekt rund 50.000 Lavendelpflanzen auf einem steinigen Acker von der Größe von rund drei Fußballfeldern angebaut. Der Hersteller ist für seine Produktion mit einem jährlichen Verbrauch von rund 1,5 Tonnen Lavendelöl vorwiegend auf den Weltmarkt angewiesen. Da französische Bauern in der Provence seit Jahren gegen einen Bakterienbefall kämpfen, testen die Pioniere des kommerziellen Lavendelanbaus in Deutschland, ob das Ergebnis gegen die Konkurrenz aus dem Mittelmeerraum bestehen kann. 

© 2017 Neue Westfälische, Dienstag 27. Juni 2017

vielleicht ist das ja auch der erderwärmung geschuldet und dem klimawandel: hitzestau hier in den mittelgebirgen, ungezählte sogenannte "tropische nächte" (temperatur nicht unter 20°C.) mit feten bis tief in die nacht, waldbrandgefahr wegen der übergroßen trockenheit - und nun noch die lavendelernte in lippe-detmold. wollen doch mal sehen, wann es den ersten winzer, den ersten weinbauern hier in der gegend gibt, der an den hängen des teutoburger waldes einen riesling keltert... und die erste weinkönigin gekürt wird - wohl bekommt's  - aber irgendwie bleibt mir dabei doch auch die freude am ersten schluck im halse stecken ... - S!

Samstag, 24. Juni 2017

dynamik

S!NEDi|photography






ihr könnt mich aus der starterliste streichen
ich werde mich nicht daran beteiligen
ich kann nicht an allem und vor allen dingen
haushalten muss ich mit meinen kräften

ja - versammelt euch doch - geht doch 
geht doch mit ins gewölbe
in dem die schneidig brüchige stimme des abts
von den gotischen säulen schnurstracks abprallt 
und zurückgeschleudert wird ...

bis ganz tief in den moralischen
seismographen - der sich bei 7 
in der nach oben offenen richterskala
eingependelt hatte -

keine widerworte - sagte meine mutter
musst du denn dauernd widerworte geben 

die nadel zitterte nur noch leicht
ich werde den sturzflug filmen
von oben bis unten
beim wattebäuschchen-weitwurf

sinedi in anbetracht: http://www.zeit.de/2016/53/peter-sloterdijk-fussball-zynismus

zum johannistag: johannes der täufer ...

click here


Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) stellte 1533 dar, wie Salome (Mitte) die Schale mit dem abgeschlagenen Haupt des Täufers zu Herodes (l.) bringt. Herodes‘ neue Frau Herodias, Salomes Mutter (2. v. l.), blickt derweil lüstern zu Herodes. Am Gesichtsausdruck des Königs ist erkennbar, was auch in der Bibel erzählt wird: Die von ihm selbst angeordnete Enthauptung des Johannes erschreckt Herodes.

Quelle: welt | picture alliance / akg images

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... und noch eine Literaturempfehlung dazu

johannistag in den parallelwelten einer tageszeitung = statistik und realität -


NEUE WESTFÄLISCHE v. 24./25.Juni 2017

ich könnte hier jetzt auch drunter schreiben: "OHNE WORTE" ... - beide Meldungen standen heute am johannistag in einer meiner tageszeitungen  - die obere meldung auf seite 8 - und die untere meldung immerhin auf seite 1 ... -

ich erwähne den johannistag heute und die johannisnacht vom 23. auf den 24. juni deshalb, weil das johannisfeuer in dieser nacht (besonders in bayern) dem volksglauben nach die dämonen abwehren, die krankheiten hervorrufen oder viehschaden und misswüchsige kinder bewirken. darauf deuten auch die strohpuppen hin, die man in manchen gegenden in eben dieses feuer wirft („hanslverbrennen“). ebenso ist es ein verbreiteter brauch, eine so genannte johanniskrone aus zweigen und blumen zu flechten und am dorfplatz aufzuhängen. auch sie soll vor unheil schützen und für fruchtbarkeit sorgen... - da passen also beide meldungen ...

was will mir die redaktion mit diesen beiden meldungen aber nun unkommentiert neben- und hintereinander sagen - vielleicht: "augen zu und durch" ... - denn ich bin schon 70 - und habe ja vielleicht pech gehabt schon 1947 und nicht erst 2017 zur welt gekommen zu sein - schade ... - "ich wäre ja so gerne noch geblieben - aber das leben, das rollt" ...

Freitag, 23. Juni 2017

taz|gespräch: "schwarz und weiß sind still" - farben hören ...

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welches crescendo spielt sich in neil harbissons kopf wohl ab - wenn er diese zeile liest:
farben hören ...

... thanks for nothing ...

Demo 1998 - Foto: Dirk Dobiey/ Action Press

Rudolf Augstein hat einmal über den letzten deutschen Kaiser geschrieben: "Wilhelm II. war ein Unglück." So weit sollte man bei Helmut Kohl nicht gehen. Ein Unglück für Deutschland war der bekennende Pfälzer nicht, aber er war auch kein Glücksfall für die Bundesrepublik; und keine "Jahrhundertfigur", als welche der Altkanzler seit seinem Tod monoton gepriesen wird. weiter → click here

passwort - ab jetzt total sicher ... - und jede menge neue #hashtags

tip zum kreieren total sicherer passwörter oder hanebüchener nonsens-#hashtags ... (twitter: dj bobbydeol - pascal|antilopenmann)

da hat eine große werbeangentur für eine noch viel viel größere bundestagspartei in nachahmung (!) des vom großen donald trump kreierten hashtags #cofveve (wohl noch nicht offiziell entschlüsselt) ein neues hashtag für den bundestagswahlkampf entwickelt: #fedidwgugl (steht für den wahlslogan: "für ein deutschland in dem wir alle gut und gerne leben") - eben damit da alle drüber reden und es uns zumailen und es als den schwachsinn bezeichnen, den es zweifellos hat - so wie ich hier jetzt im moment schon tue - damit diese partei quasi in aller munde ist und gebrabbel-anteile besetzt - oder so ... - es funktioniert also mit diesen hanebüchenen #hashtags - und da hab ich für alle meine leser auch gleich eins entwickelt - mit anklängen an den unvergessenen erich mielke vom 13. november 1989:

achtung - kein schwachsinn!!! - steht für: "ich hab euch alle lieb" - gesprochen: aɪ|hiːl





Donnerstag, 22. Juni 2017

Johnny Cash - Redemption --- in memoriam Gunter Gabriel



Johnny Cash - Redemption

deutsche Übersetzung

Erlösung


Von den Händen kam es herab

Von der Seite kam es herb
Von den Füßen kam es herab
Und rann auf den Grund
Zwischen Himmel und Hölle
Fiel ein Tränentropfen herab
In den tiefroten Tau
Der Baum des Lebens wuchs

Und das Blut gab Leben
Den Zweigen des Baums
Und das Blut war der Preis
Das die Gefangenen befreite
Und mit den Scharen die kamen
Durch das Feuer und die Flut
Klammerte ich mich an den Baum
Und wurde erlöst durch das Blut

Von dem Baum strömte ein Licht
Und der Kampf begann
Um den Baum wuchs ein Wein
Und die Frucht war auch für mich
Mein alter Freund Luzifer kam
Focht, mich in Ketten zu legen
Aber ich sah durch die Tricks
Des bösen Wesens. * (von 666)

Und das Blut gab Leben
Den Zweigen des Baums
Und das Blut war der Preis
Das die Gefangenen befreite
Und mit den Scharen die kamen
Durch das Feuer und die Flut
Klammerte ich mich an den Baum
Und wurde erlöst durch das Blut

Von seinen Händen kam es herab
Von seiner Seite kam es herb
Von den Füßen kam es herab
Und rann auf den Grund
Und eine innere Stimme sprach:
Du hast die Wahl
Der wein pfropfte mich auf
Und ich haftete an dem Baum

Und das Blut gab Leben
Den Zweigen des Baums
Und das Blut war der Preis
Das die Gefangenen befreite
Und mit den Scharen die kamen
Durch das Feuer und die Flut
Ich Klammerte mich an den Baum
Und wurde erlöst durch das Blut.


*Die Zahl 666 im Originaltext repräsentiert das böse Wesen der Endzeit
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 Gunter Gabriel in Herford | Foto: NW | © Heinz-Günther Scheffer

CLICK HERE




Gunter Gabriel (75) ist tot. (click) 

Er starb am Donnerstagvormittag in einem Krankenhaus in Hannover. 


Mehltau mit Merkel ...




Union ohne Programm

Mehltau mit Merkel

Ihre Partei gähnt vor Langeweile, sie selbst glänzt derzeit durch Nichtstun - und trotzdem sind CDU und Angela Merkel wieder obenauf. Doch die Kanzlerin hat keine weitere Amtszeit verdient.

Ein Kommentar von Janko Tietz | SPIEGEL-online (click here)

vor 50 jahren: "summer of love" - hippies, gammler, beatniks

während wir uns neulich im rahmen der vielen rückblicke auf die "68-er" über rudi dutschke und seine affinität zu jesus unterhielten - lief vor 50 jahren - also fast gleichzeitig zu den hiesigen politischen unruhen - in den usa - in san francisco - eine vielleicht gänzlich unpolitische "revolution" ab; 

die literatur der "beatniks" und die thesen eines dr. timothy leary und der offene umgang mit lsd und anderen drogen fokussierten eher das bewusstsein, die tiefe veränderung des "brain" - des "selbst" - die überwindung der "eifersucht" - die "freie liebe" - die freie rede - und jeder bastelte sich seine philosophie zurecht - und legte tarot-karten und stellte sich sein horoskop - und betrachtete sein "karma" - und man machte selbsterfahrungs-trips und traf sich zu gruppendynamischen trainings: es ging um das soziale geschehen in gruppen durch selbsterfahrung und gruppenerfahrung zu analysieren und einzuüben...

all diese dinge sind auch ein bestandteil der 68-er - quasi die kehrseite der medaille: es war die überwindung des "führer befiehl - wir folgen dir" - "du bist nichts - und dein volk ist alles", was uns die elterngeneration noch eingebläut hatte -  hin zu einem "ich folge mir" - in aller konsequenz ... in vietnam war noch krieg - fast genauso grausam wie heute in syrien ... - und der "summer of love" wollte auch diesen zustand überwinden: "make love - not war" ...

um auch hier nochmal auf jesus zu kommen: sein liebesgebot war ja ein doppelgebot und lautete: "liebe deinen nächsten - wie dich selbst": selbsterfahrungen waren also durchaus ein vehikel, die persönlichkeit noch liebesfähiger zu machen - um krieg und gewalt zu verhindern ...



hier zwei texte vom deutschlandfunk dazu: 

1. click here
2. click here


und zum anhören der sound des "summer of love":

Mittwoch, 21. Juni 2017