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Montag, 27. Februar 2017

Martin Lüttge ist tot


Der "grüne" Volksschauspieler Martin Lüttge ist tot

von Peter Jungbluth | NDR



Martin Lüttge, dem breiten Fernsehpublikum besser bekannt als Tatort-Kommissar Bernd Flemming, ist am vergangenen Mittwoch im schleswig-holsteinischen Plön gestorben. Der gebürtige Hamburger, der zuletzt in Seedorf im Kreis Segeberg lebte, wurde 73 Jahre alt.

Martin Lüttge nach einer Fotobearbeitung von S!NED!

Bühne und Leben - beides musste für ihn immer zusammenpassen. Glaubwürdigkeit war ihm daher am wichtigsten. Martin Lüttge wollte vor allem ein aufrichtiger, ehrlicher Charakter sein - und das ist ihm geradezu vorbildlich gelungen.

Erfindung des Zelttheaters war die größte Rolle

Konsequent wie wenige andere verabschiedete er sich schon in den 70er-Jahren vom Staatstheater und zog fortan mit einem Zelt und einer freien Truppe durch Deutschland. Die Erfindung dieses Zelttheaters und die Zusammenarbeit mit den Schauspielern bezeichnete er selbst als seine größte Rolle und die intensivste Erfahrung seines Lebens.

Der Theaterhof Priessenthal in der Nähe des oberbayerischen Burghausen wurde dem gebürtigen Hamburger Martin Lüttge zur Heimat. Dort, auf einem versteckten Öko-Bauernhof, lebte er mit seinen Schauspielkollegen und schrieb moderne Volksstücke, die immer auch einen politischen Anspruch hatten und nie betulich waren. Dem volkstümlichen Theater warf er vor, "dass die Storys einfach so dämlich sind. Es kann ja gern eine Verwicklungsgeschichte sein, aber wenn sie an den entscheidenden Momenten einfach nicht stimmt, sondern einfach irgendwas behauptet wird, was Menschen nie tun, nur um eine seichte Schlusspointe hinzukriegen, dann finde ich das ein bisschen gemein, weil die Menschen sich doch im Theater einlassen."

Nachfolger von Götz George im Tatort

Szene aus dem Spielfilm "Der Lord von Barmbeck": Martin Lüttge als Julius Adoilf Petersen  1973 stand Martin Lüttge als Einbrecherkönig Julius Adolf Petersen, bekannt als "Lord von Barmbeck", vor der Kamera.
Das breite Publikum kannte Martin Lüttge natürlich als Tatortkommissar Bernd Flemming. 15 Mal stand er für den WDR in Düsseldorf vor der Kamera, als Nachfolger von Götz George. "'Was für eine Figur könntest du dir vorstellen', wurde ich gefragt", erinnerte er sich später daran. "Da habe ich gesagt, dass ich eine bestimmte Art von Krimis überhaupt nicht mag: reine Action und Geballer und Angstmache. " Seine Figur solle dagegen etwas Bodenständiges und Normales haben und sich psychologisch an einen wirklichen Polizisten anlehnen, so Lüttge.

Als junger Mann ging Martin Lüttge Ende der 50er-Jahre nach England, wo er auf einem Kälbermasthof arbeitete. Doch rasch begeisterte er sich für die Schauspielerei. In München ließ er sich professionell ausbilden und wurde Mitte der 60er-Jahre für Film und Fernsehen entdeckt. Eine seiner ersten Rollen war ein Tresorknacker in der Serie Hafenpolizei. Als Einbrecherkönig Julius Adolf Petersen stand er 1973 in dem Film "Der Lord von Barmbeck" vor der Kamera.

Rechtschaffen und prinzipientreu wie wenige

Einfühlsam brachte Martin Lüttge auch die Gebrüder Grimm auf die Bühne. Zutiefst rechtschaffene, etwas dröge Germanistikprofessoren, die erst durch die politischen Umstände zu Kämpfern für Rechtsstaatlichkeit und freie Meinungsäußerung wurden. Aufrichtigkeit war auch hier das zentrale Anliegen. "Wir halten uns für Mitbegründer der Grünen", so Lüttge. "Das war ja die gleiche Bewegung damals und wir sind dabei geblieben."

Wenige hielten so konsequent an ihren politischen Prinzipien und an ihrer Lebenseinstellung fest wie dieser Schauspieler, dem jeder Fanatismus völlig fremd war. Das machte Martin Lüttge daheim in Priessenthal zu einem ausgesprochenen Sympathieträger. Er konnte ein ganzes Dorf von sich überzeugen und das ist allemal schwerer als ein Staatstheaterpublikum zu begeistern.

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Ich habe in Bethel in den 70er Jahren Erika Lüttge, geborene von Delius (1915–1997) noch erleben dürfen - die Mutter von Martin Lüttge.  
Erika Lüttge war eine musisch äußerst begabte und durchsetzungsfähige emanzipierte Frau, die als gelernte Krankenschwester damals ein Haus für schwerst-mehrfachbehinderte Menschen in Bethel leitete. 
Hier hat sie schon damals den heute allgegenwärtigen Begriff "Inklusion" ganz praktisch ohne großes Bamborium gelebt, denn sie hat mit den stark gehandicapten meist epilepsiekranken und verhaltensgestörten Menschen mit großer Akribie kleine Theaterstücke "nach allen Regeln der Kunst" eingeübt.  
Ich erinnere eine Situation, als sie den für sie nicht ganz so wichtig bewerteten Leitungs-Facharbeitskreis absagte und stattdessen eine "Generalprobe" für ein "Schauspiel" im Rahmen des nächsten Elterntages in ihrem Haus als "viel wichtiger und unaufschiebbar" vorzog ... 
Für mich eine unvergessliche Frau - und im Zuge ihres Agierens traf ich auch einmal damals noch ganz unscheinbar auf den Sohn Martin Lüttge, der seine Mutter gerade besuchte - und dem man in den Gesichtszügen seine "Sohnschaft" durchaus ansah - dem ich beim gemeinsamen Herausgehen die Tür zufällig aufhielt ... 
Erst viel später wurden mir die Zusammenhänge dann klar - und wem ich da in diesem Augenblick die Tür aufgehalten hatte ... S!


Freitag, 24. Februar 2017

Rassistischer Brief an das "Miniatur-Wunderland" - Hamburg

click here

Todesfälle durch Homöopathie ???????????????????

Lesen Sie die ganze Meldung dazu hier
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da macht der spiegel ganz groß auf dicke hose mit der schlagzeile "...Todesfälle durch Homöopathie" - richtiger aber wäre die überschrift:
"Behörde prüft Todesfälle durch falsch dosierte Homöopathie-Globuli an Kleinkindern" gewesen.

man kann fast die uhr danach stellen, wann immer wieder durch den blätterwald aufmacher gegen die homöopathie geistern - und ich werde den verdacht nicht los, als sei dazu neben der vermeintlichen sensation auch dabei eine gehörige portion von bezahlten pr-fake-news der pharmazeutischen konkurrenz und der allopathischen ärztevereinigungen - denn gleichzeitig wird ja auch in dem artikel vermeldet: australien, die usa und russland hätten die homöopathie "offiziell" an den pranger gestellt - nur hier in deutschland, dem geburtsland der homöopathie durch den arzt samuel hahnemann (1755-1843), übernimmt jetzt eine parlamentarische staatssekretärin die schirmherrschaft eines homöpathischen ärztetages - aber das sei ja vielleicht auch dem hier tobenden wahlkampf geschuldet, denn viele hunderttausend bürger schwören auf die hahnemann-verdünnungen und -verschüttelungen oder die "schüssler-salze".

naja - und die usa (unter trump) und auch russland (unter putin) als die großen die homöopathie ablehnenden staaten sind ja auch in ihrer seriösität nicht mehr das was sie mal waren ... inwieweit dort korrupte oder pharmazeutisch-wirtschaftlich abhängige interessenverbände als regierungslobby mit den ton dafür angeben sei mal dahingestellt ...

ich nehme zum ein- und durchschlafen ab und an ein- bis zweimal  5 - 8 tropfen "neurexan" der firma "-heel" ein und hatte damit immer 100-prozentigen erfolg - sie hielten was sie versprachen. und was dabei nun die placebo-anteile, also reine einbildung, oder echte naturwissenschaftlich begründbare wirkweise ist, ist mir dabei völlig schnurz: was hilft hat recht - und "neurexan" empfahl noch neulich ein apotheker einer älteren dame, die nach schlaf-tabletten fragte ...




ich benutze noch ein paar andere ausgegoogelte homöopathische präparate - immer mit erfolg - und immer mit dem wissen, bei in deutschland verarbeiteten erzeugnissen: z.b. von der dhu (deutsche homöopathische union) - wala oder heel eigentlich auf der guten überprüften seite zu stehen - ohne nebenwirkungen - nur bei homöopathischen versandmitteln aus dem ausland sollte man vielleicht vorsichtig sein ... - die kommen mir nicht in die tüte:

aber da wird ja die crux liegen: wenn ich nach meinen jeweiligen gefühlten beschwerden mir ein passendes homöopathisches mittel ausgoogele, verlieren die ärzte und die allopathisch beherrschten pharmazeuten ihre einnahmen dabei - und das gut funktionierende "gesundheits"-system mit seinen milliardenschweren gewinnen erleidet etwas einbußen: denn: "je mehr er hat - je mehr er will ... nie schweigen seine klagen still" ... - und deshalb auch immer wieder der sturm auf die homöopathie ...

apropos placebo-wirkungen der homöopathischen mittel: meine nichte verabreicht ihrem hund z.B. bei durchfällen und anderen wehwehchen grundsätzlich homöopathische globuli von der tier-heilpraktikerin - auch immer mit promptem erfolg - obwohl der hund sich ja wohl keine eigenen placebo-wirksamen affirmationen entwickelt. allein irgendwelche wirkmächte lösen das wiederherstellen seines wohlbefindens aus ... - wir alle rätseln was das ist oder sein könnte und mit unserem "logischen" und kausalem denken ist das kaum zu erklären oder gar messbar nachweisbar - also somit "un-wissenschaftlich" - quacksalberei: aber - wer oder was heilt hat recht - basta ... S!


Donnerstag, 23. Februar 2017

Tägliches Kontrastprogramm unserer "gerechten" Welt ...

Meldungen meiner Tageszeitung von heute morgen:

Das ist nun von der deutschen "Willkommenskultur" übriggeblieben - die Merkel-Administration ist sang- und klanglos eingeknickt vor PEGIDA, AfD, Seehofer und Ost-€uropa - sowie den international künstlich geschürten und aufgeblähten Übergriffs- und Anschlags-Ängsten ... (Stichwort: #lastnightinsweden) ...: 

Nun werden selbst Menschen aus Afghanistan abgeschoben, wo es "sichere Regionen" geben soll (de Maiziere) - so sicher - dass die Bundeswehr immer noch dort "am Hindukusch unsere Freiheit verteidigen muss" (Peter Struck, 2012 verstobener ehemaliger Verteidigungsminister im Kabinett Schröder ...) - 

Von den Zuständen an Spaniens millionenschweren Grenzzäunen in Gibraltar und in der spanischen Exklave Ceuta an der marokkanischen Küste nach "Nafri" ("Nordafrika" im internen Polizei-Sprachgebrauch) ganz zu schweigen - oder den Zuständen in türkischen oder griechischen Flüchtlingslagern - sowie den vielen tausend Flüchtlingsleichen im Mittelmeer ...:

  • ab - die Post: 
  • ab-schieben und 
  • ab-schotten 

statt vernünftiger Politik - und so bleibt uns das Problem auf die nächsten Jahrzehnte garantiert erhalten ...




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Apropos spanischer Grenzzaun in der spanischen Exklave Ceuta an der marokkanischen Küste - 

Genau auf der anderen Küstenseite - im nahegelegenen auch durch Zäune gesicherten Gibraltar - trägt sich dieser Tage folgendes Kontrastprogramm zu:

Nach dem beigelegten Streit um unbezahlte Rechnungen in Millionenhöhe hat die größte Segeljacht der Welt Gibraltar verlassen. 

Die in Kiel gebaute 143 Meter lange und 90 Meter hohe keilförmige, futuristisch aussehende "Sailing Yacht A" lag dort etwa eine Woche an der Kette wegen einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen dem Eigner, dem russischen Milliardär Andrej Melnitschenko, und der schleswig-holsteinischen Nobiskrug-Werft. Vor einem Gericht in Gibraltar hatten sich die Parteien über die Zahlung von 15,3 Millionen Euro geeinigt. Foto: dpa


Flüchtling auf spanisch-uropäischen Grenzzaun  (Archiv)


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#Bielefeldbuntundweltoffen

Bündnis gegen Rechts: Jeder Bürger kann sich ablichten und auf Facebook stellen - und so ganz
persönlich Gesicht zeigen für eine bunte Stadt. Das Ende der Aktion ist zunächst offen

Von Kurt Ehmke (NW)

Bielefeld. Eine starke AfD, fremdenfeindliche Töne aus Washington und Paris - der Rechtspopulismus blüht auf. Dem will das Bündnis gegen Rechts nicht tatenlos zusehen. Es hat eine neue Aktion, eine, die nicht gegen etwas ist, sondern für etwas: Für "ein weltoffenes und buntes Bielefeld". Wiebke Esdar: "Das ist uns wichtig, wir wollen proaktiv ein positives Zeichen setzen."

Und so soll es aussehen: Es wurde eine transportable Stell-wand produziert, dazu weitere Banner und Plakate - alle mit demselben Slogan. Die Bielefelder sollen sich nun in jedweder Form mit dem Handy vor diesen ablichten - und so Gesicht zeigen und am Ende ein Fotoalbum füllen. Einerseits will das Bündnis selbst mit der Stellwand an vielen Orten der Stadt auftauchen, andererseits wird alles aber auch verliehen und kann so für Aktionen genutzt werden - es könnte sich also der komplette Fußballklub genauso zeigen wie der Saunaklub.

Klaus Rees: "Uns geht es darum, dass die Menschen ihr ganz eigenes, persönliches Bekenntnis ausdrücken." Rees weiter: "Keiner von uns ist hier Partei, die Aktion ist deshalb ohne jede Grenze einsetzbar." 

Bis wann? "Bis unsere Initiative überflüssig geworden ist", sagt Sozialpfarrer Matthis Blomeier.
Termine, Kontakt, Transparent-Verleih, Aktionswochen und mehr


  • Die Fotos können bei Facebook hochgeladen werden - verlinkt werden sollen sie auf die Seite facebook. com/Bielefeld StelltSichQuer
  • Erbeten wird die Nutzung dieser beiden Hashtags: BielefeldzeigtGesicht Bielefeldbuntundweltoffen
  • Wer Transparente für Aktionen leihen möchte, mailt an bielefeld_stellt_sich _quer@yahoo.de
  • Der gesamte März gehört den "Aktionswochen gegen Rassismus" - das Motto lautet dieses Jahr: "Rassismus - nicht mit mir!"
  • Den Abschluss bildet am 31. März ein Fest der Vielfalt in der Volkshochschule
  • Um die offene Gesellschaft geht es am 26. Februar im TAM - ab 11 Uhr

© 2017 Neue Westfälische
03 - Bielefeld-Sennestadt, Donnerstag 23. Februar 2017

Dienstag, 21. Februar 2017

Panikattacken in dieser Zeit




Angst

Mitteilungen einer unheimlichen Gefährtin

Angst ist mächtig und unberechenbar, sie kann plötzlich auftauchen und Leben zerstören. Niemand mag sie. Dabei will sie uns manchmal helfen. Und immer will sie uns etwas sagen.

Von Stephan Lebert

21. Februar 2017, 14:45 Uhr ZEIT Wissen Nr. 2/2017, 21. Februar 2017

Draußen tobt die Welt, und hier drinnen? Ein Zimmer in einer therapeutischen Praxis in Berlin, zwei Stühle stehen sich gegenüber. Blumensträuße und eine große Pflanze sollen dem Raum die Schwere nehmen. Hier drinnen soll es um den Menschen gehen, nur um den Menschen und seine Sorgen, nicht um das lärmende Getöse draußen, nicht um die Ängste der Zeit. Geht das? Der Ort, an dem ein Terrorist vor wenigen Wochen mit seinem Lkw elf Menschen in den Tod gerissen hat, der Breitscheidplatz, liegt keine zwei Kilometer entfernt von der Berliner Praxis.

Nein, das geht nicht. "In den letzten Wochen und Monaten hat sich meine Arbeit mit den Patienten stark verändert", sagt die Therapeutin. Aber anders, als man zunächst meinen könnte. Es geht nicht darum, dass sich ihre Patienten Sorgen machen würden wegen der Flüchtlingssituation (alles dazu lesen Sie auf diesen Seiten) oder dass sie Ängste hätten vor einem terroristischen Angriff. Diese konkrete Welt bleibt scheinbar draußen. Aber da sind die Ängste, die auf diesem Stuhl Platz nehmen, ihr gegenüber, viel mehr als sonst. "Bei vielen Leuten kommen jetzt Dinge hoch, die lange geschlummert haben. Richtige Traumata, die plötzlich ausbrechen. Manche fragen mich: Warum geht das denn jetzt los?" Es sind Ängste aus der Kindheit, ewig verdrängte Ereignisse von früher, die präsent werden. "Es scheint so zu sein", sagt die Berliner Therapeutin, "dass das allgemeine Klima der Unsicherheit, das unsere Gesellschaft gerade beschäftigt, bei Menschen sehr persönliche, eigene Ängste hervorholt, die immer da waren, aber jetzt Alarm schlagen."

Ängste tauchen gerne da auf, wo man sie nicht erwartet. Sie sind nur schwer zu berechnen und zu kategorisieren. Angst ist etwas anderes als Furcht. Furcht ist konkret, man fürchtet sich vor einem wilden Tier, vor dem Scheitern in einer Prüfung, vor einer Operation. Angst ist allgemein – und wirkt oft irrational. Eine Einteilung in große und kleine Ängste bringt nichts, auch nicht in sinnlose Ängste und sinnvolle. Was soll es schon für einen Sinn machen, wenn jemand beispielsweise nicht in der Lage ist, über eine Brücke zu gehen, weil er wahnsinnig Angst davor hat, obwohl es eine ganz normale, sichere Brücke ist?

Manchmal sind Ängste nicht einmal leicht zu erkennen. Matthias war 41, als er eines Nachts aufwachte und nicht wusste, was los war. Er spürte einen Druck in der Brust; als er aufstand, spürte er Schwindelgefühle. Er dachte: Ein Herzinfarkt? Ein Schlaganfall? Er rief den Notarzt. Kam ins Krankenhaus, aus dem er zwei Tage später entlassen wurde. Als körperlich gesund. Die Ärzte zuckten mit den Schultern: Ihnen fehlt nichts, auf Wiedersehen. Es war eine Krankenschwester, die ihn zur Seite nahm: Sie hatten eine Panikattacke, das kann wiederkommen, wahrscheinlich sogar. Suchen Sie sich mal einen guten Psychologen.

Wie bitte, dachte Matthias: Panikattacke, ich? Matthias arbeitet bei einer großen Münchner Versicherung, ist dort so etwas wie ein Star, der Fachmann für Risikoanalysen jeder Art, er verdient knapp 200.000 Euro im Jahr und hatte ein Angebot auf dem Tisch von der Konkurrenz in den USA, der Job würde noch mehr Geld und Denver bedeuten. Privat war er auch nicht unglücklich, im Gegenteil, dachte er: Er hatte noch keine Familie, auch keine feste Beziehung, aber ausreichend Liebschaften, neulich war sogar mal ein Mann darunter gewesen, warum nicht? Im Großen und Ganzen ist doch alles in Ordnung, dachte Matthias. Also beschloss der Meister der Risikoanalyse, den einen Vorfall in der Nacht zu ignorieren.

Das nächste Mal erwischte es ihn nur einige Tage später beim Einparken seines Wagens. Er hatte gerade noch mit seinem Chef telefoniert, das Gespräch war ein wenig kompliziert gewesen, aber macht nichts, kommt eben vor. In zwei Stunden sollte er nach Hause fahren zu seinen Eltern, sie lebten in derselben Stadt, und er hatte noch kein Geschenk für seinen Vater, der Geburtstag hatte. Und im Radio, das brannte sich bei ihm ein, lief gerade ein alter Beatles-Song. Yesterday. All my troubles seemed so far away. Plötzlich bekam er Probleme mit dem Atmen. Er dachte, er wird ohnmächtig, er dachte, er wird verrückt. Er stieg aus dem Wagen. Ein paar Minuten. Dann ging es wieder, er dachte, es ging wieder. Doch dann musste er anfangen zu weinen. Die Passanten schauten ihn an. Es war ihm peinlich. Er setzte sich wieder ins Auto. Und weinte weiter. Eine Stunde lang.

Etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Angststörungen: unter Panikattacken, generalisierten Ängsten oder diversen Phobien, die sie dazu bringen, bestimmte Situationen zu meiden oder sich schlimmstenfalls von der Umgebung völlig zurückzuziehen. Experten sind sich einig, dass es jeden treffen kann, jeder vierte Deutsche muss in seinem Leben damit rechnen. Bei dem einen kommt die Angst früher, bei dem anderen später.

Edvard Munch: Der Schrei, 1893 - Pastell

Angst lähmt, bringt das Leben zum Stillstand

Bei mir, dem Autor dieser Zeilen, war es früher so weit, das muss man wohl so sagen. Meine Familie machte sich schon reichlich Sorgen, weil ich fast drei Jahre alt war und immer noch nicht sprach, jedenfalls nichts, was man hätte verstehen können. Dann kam diese Nacht, ich war längst ins Bett gebracht worden, und draußen gewitterte es, wohl ziemlich stark. Meine Mutter schaute noch einmal nach mir, und da saß ich aufrecht im Bett, ganz weiß im Gesicht, zitternd. Und, so wird es überliefert, ich sagte ganz klar und deutlich: "Angst." Es war das erste Wort, das ich in meinem Leben gesprochen habe. Ein ängstlicher, sensibler Junge, für dieses Etikett hatte ich damit selbst gesorgt. Es sollte mich begleiten.

Der Begriff Angst stammt aus dem Indogermanischen, anghu, und ist verwandt mit dem lateinischen angustus, was so viel heißt wie Enge, Bedrängnis, Beengung. Die Sprache ist weise, denn wenn die Angst regiert, wird die Welt eng und immer noch enger. Wenn sie regiert, ist nichts mehr von Freiheit und Weite da. Angst lähmt, bringt das Leben zum Stillstand.

Es ist nicht leicht, über die wirklichen Ängste zu sprechen, vor allem in der Öffentlichkeit. Ich interviewte einmal einen Berliner Spitzenpolitiker, es war wenige Tage nach dem 11. September 2001, als die Terroristen die Flugzeuge in die Twin Towers in New York steuerten und Tausende Menschen in den Tod rissen. Das Thema des Gesprächs sollte Angst sein, und es war im Vorfeld klar vereinbart worden, dass das Interview nur Sinn macht, wenn der Politiker persönlich wird und über die eigenen Ängste spricht. Okay, abgemacht. Das Interview wurde eine Katastrophe, so sehr, dass es nie gedruckt werden konnte. Auf die Frage, wovor er sich als Kind gefürchtet hatte, antwortete er: Ja, da gab es bestimmt etwas. Und auf Nachfrage ergänzte er: Leider könne er sich konkret an die Ängste nicht erinnern. Albträume? Panikzustände? Ja, ja, durchaus, aber welche genau, das sei ihm leider entfallen. Und so weiter und so fort. Der Mann hatte vielleicht gemerkt, wer wirklich über Ängste spricht, verrät eine Menge von sich. Ein bisschen sensibel wäre er gerne rübergekommen, für das äußere Bild. Aber das? Nein, auf keinen Fall.

Der Erfinder der Psychoanalyse, Sigmund Freud, nannte die Angst den "Knotenpunkt der Seele". Wer sie zu lesen verstehe, schrieb er einmal, könne alles begreifen, was das Seelenleben eines Menschen ausmache. In einer Vorlesung vor Studenten stellte Freud eine Art Formel auf: Es gibt etwas, was Angst auslöst, mehr als alles andere, und das ist die Vermeidung. Wer in seinem Leben zentrale, wichtige Dinge vermeidet, wichtigen Erfahrungen, wichtigen Entscheidungen aus dem Weg geht, zahlt dafür einen Preis. Und dieser Preis heißt Angst.

Man könnte es auch so formulieren: 
Die Angst erinnert Menschen auf ihre eigene Weise daran, was zu tun ist.

Matthias suchte nach der zweiten Panikattacke einen Psychotherapeuten auf. Und es war keine kurze Therapie, die folgen sollte. Matthias musste begreifen, dass sein Leben ein wenig komplizierter war, als er es sich eingestehen wollte. Stück für Stück wurden in der Therapie die ungeklärten Felder seines Lebens freigelegt. Seine mögliche Homosexualität, die er nicht akzeptieren und ganz zulassen wollte, weil er sich fürchtete, das zu Hause zu erzählen. Er war immer der perfekte Sohn gewesen, nie hatte er sich aufgelehnt, seine Eltern waren so stolz auf ihn und seinen beruflichen Erfolg. Matthias war spät, erst mit Anfang zwanzig, ausgezogen. Seine Eltern führten keine glückliche Ehe, er war das einzige Kind. Der Therapeut versuchte ihn aus der Familienstruktur zu lösen, damit er begriff, dass er jetzt sein eigenes Leben führen musste, ohne Rücksicht auf den strengen Vater, dass es egal sein musste, was der von einem schwulen Sohn hält. Freiheit wurde das zentrale Wort der Therapie. Matthias sollte auch verstehen, dass er seine beruflichen Entscheidungen ebenfalls nur einem Menschen gegenüber rechtfertigen muss: sich selbst.

Und seine Panikattacken? Er hatte noch einige zu überstehen. So schnell geht das nicht. Matthias erlernte Techniken, damit umzugehen, dazu gehörte eine bestimmte Methode zu atmen, wenn es losging. Das half. Und Matthias hat heute das Gefühl, er befindet sich auf einem guten Weg. Hält er seine Angstattacken für eine Art Schicksalsschlag? Nein, sagt er, so gerne er darauf verzichten würde, müsse er sich eingestehen: Die letzten Monate seien nicht die schlechtesten in seinem Leben gewesen, "ich spüre eine neue Lebendigkeit in mir".

Angst: das stärkste Gefühl der Welt. Philosophen wie Søren Kierkegaard und Martin Heidegger stellten Angst ins Zentrum ihrer Denksysteme: Niemand könne sich von der Erkenntnis befreien, dass das eigene Leben endlich sei, dass jeder sterben müsse. Kierkegaard war es auch, der bereits Mitte des 19. Jahrhunderts feststellte, dass die Selbstbestimmung des Menschen eine weitere Angstquelle ist, die Möglichkeit der freien Entscheidung produziere oft Unsicherheit. Der französische Philosoph und Schriftsteller Jean-Paul Sartre sah nur eine Chance, aus dem Angstkosmos des Lebens auszubrechen: Der Mensch müsse sich dem anderen zuwenden, nur der andere Mensch, das Gegenüber, könne Halt versprechen.

"Beobachten, was das Angstmonster dann tut"

Der Therapeut Georg Eifert arbeitete lange als Professor an der Chapman University in Kalifornien und ist einer der Mitbegründer der akzeptanzorientierten Verhaltenstherapie. Er verwendet gerne das Bild des Seilziehens: Auf der eine Seite zieht der Mensch, auf der anderen Seite die Angst. Je mehr der eine zieht, desto mehr hält der andere entgegen. "Angstpatienten reagieren in der Regel anfangs immer so: Sie wollen die Angst besiegen. Und früher wurden sie darin von vielen Therapeuten unterstützt." Doch er selbst hält davon wenig, er möchte seine Patienten dazu bewegen, aus dem Seilkampf auszusteigen, einfach das Seil auf den Boden zu legen und zu beobachten, was das Angstmonster dann tut. Eifert hält nichts davon, die Angst als Feind oder Gegner zu beschreiben, "das bringt nichts. Viel hilfreicher ist es, die eigene Ängste zu akzeptieren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen." Dazu gehöre natürlich auch, zu lernen, wie man die Ängste aushält.

Die Ängste zu bekämpfen hat nach Ansicht von Eifert noch einen anderen Nachteil: Man nimmt sie zu wichtig. Am Ende besteht das ganze Leben nur noch aus diesen Ängsten. Er versucht eine andere Richtung: Er bittet die Patienten, ihre Angstgeschichte auf zwei Weisen zu erzählen oder aufzuschreiben, zunächst als Tragödie und dann als Komödie. Als Nächstes sollen sie von ihrem Leben erzählen, von allem, nur nicht von ihren Ängsten. Um deutlich zu machen, dass jeder so viel mehr ist als seine Ängste. Dass diese Ängste aber oft eine Botschaft haben an das Leben. Therapeut Etifert fragt seine Patienten auch gerne, was irgendwann mal auf ihrem Grabstein stehen soll. Da habe noch keiner geantwortet: Hier ruht Frau Marianne Müller, die ihre Angstneurosen gut im Griff hatte.

STEPHAN LEBERT
hat einen ziemlich guten Satz in dem Text nicht untergebracht, er stammt vom Soziologen Heinz Bude: "Das Einzige, was wirklich hilft gegen die Angst, ist das Lachen."

Zu mir hat einmal eine Therapeutin gesagt, ich solle mir die Angst als ein Wesen vorstellen: Wie sieht dieses Wesen aus? Vor allem aber: Was will dieses Wesen von mir? Mir einfach nur Angst machen? Oder will es mir vielleicht etwas sagen? Will es eine Warnung loswerden? Oder einen Ratschlag? Ist es ganz ausgeschlossen, dass es mir helfen will? Warnsystem Angst. So muss dieses Gefühl verstanden werden. Das hat Sigmund Freud gemeint, als er vom Knotenpunkt der Seele sprach.

Wenn sich der Alltag in der Berliner Therapeutenpraxis verändert, wenn immer mehr Ängste bei den Menschen hochkommen, dann ist das auch ein gesellschaftlicher Warnruf. Die Angst als Knotenpunkt der Gesellschaft. Die Menschen werden verunsichert durch die politische Situation, etwa durch die Gefahren des Terrors – und reagieren darauf mit eigener Verunsicherung. Die Lösung kann nicht Verdrängen oder Vermeiden sein. Der Soziologe Heinz Bude spricht bereits von der Angstrepublik Deutschland und hat als Hauptursache die Angst vor dem sozialen Abstieg ausgemacht. Die Gesellschaft muss dringend Wege finden, die Menschen mit diesen Gefühlen nicht alleinzulassen.

Der Schweizer Schriftsteller Martin Suter hat einmal einen hübschen Wunsch formuliert. Er möchte sein ganzes Leben wiederholen, Liebesgeschichten, Reisen, Alltagsmomente, alles genau so, wie es gewesen ist, nur mit einem Unterschied: dieses Mal ohne Angst, ohne jede Angst. Wie herrlich wäre das denn. Vielleicht klingt dieser Wunsch auch deshalb so sympathisch, weil er leider gar nichts mit dem Leben zu tun hat.
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Kommentar der Leserin: "greta7"

Schade, dass die, bereits auch wissenschaftlich nachgewiesene, transgenerationale Weitergabe von Traumata in solchen Artikeln nur selten erwähnt wird.

Auch wenn die Zeit des großen Nachkriegs-Schweigens lange vorbei ist, gibt es in fast allen Familien emotional immer noch viel aufzuarbeiten. Die mentale Beschäftigung mit den Kriegsfolgen reicht nicht, um alte Gefühle aufzulösen und Familiensysteme zu heilen.

Und da in der konsumorientierten Ego-Gesellschaft nur Leistung und Ablenkung zählten, müssen Depression und Angst jetzt als Kanal herhalten.

In Zukunft wird das vermutlich noch heftiger werden. Wer verweigert, die alten Gefühle wie Wut und Angst einfach zuzulassen und zu empfinden, der wird von seinem Körper und Geschehnisse im Umfeld nachdrücklich darauf hingewiesen werden.

Das ist keine Panikmache sondern eine Entwicklung, die der Zeitqualität einfach entspricht.

Angst & Familiengeheimnisse: click here


Panikattacken, PEGIDA, AfD, Erna Kronshage - und die Spiegelneuronen - eine Rechtfertigung

„Die Vergangenheit ist vorbei, 
und doch tragen wir im Jetzt unseres Seins 
vieles aus der Vergangenheit mit uns, 
doch nur soweit wir 
unerledigte Situationen haben. 
Was in der Vergangenheit geschah, 
wurde entweder assimiliert 
und zu einem Teil von uns, 
oder wir tragen es als unerledigte Situation, 
als unvollendete Gestalt 
mit uns herum.“
"Veränderungen finden von alleine statt. 
Wenn wir tiefer in das eindringen, 
was wir sind, 
wenn wir akzeptieren, was da ist, 
kommen die Veränderungen von alleine." 
Fritz Perls *1893-1971 Mitbegründer der  Gestalttherapie

Neulich war ich wieder einmal in einer Einrichtung in einer Nachbarstadt und habe dort einem interessierten Kreis von Mitarbeitern von der NS-Opferbiographie meiner Tante Erna Kronshage berichtet ... Mit Powerpoint-Präsentation saßen wir dazu fast 2 Stunden zusammen.

Infos zu Infos in Wort & Bild - hier clicken - Foto: Antje Strohdeicher 
Oft werde ich gefragt, warum ich die NS-Opferbiographie meiner Tante Erna Kronshage, die ich ja persönlich gar nicht kennenlernen konnte, so intensiv bemühe - und sie so intensiv beforsche ...

Ich habe natürlich versucht, mir das auch selbst zu beantworten - und da das Thema Erna Kronshage in der Familie fast vollständig tabuisiert war, hat es sicherlich etwas mit meiner persönlichen und beruflichen Sozialisation zu tun...               

Ich bin Jahrgang 1947 - verweigerte bei der Bundeswehr den Kriegsdienst mit der Waffe 1969 [!] - machte meinen Zivildienst in Bethel und war ab dann in meiner dem folgenden Berufstätigkeit 40 Jahre sozial- bzw. heilpädagogisch tätig - u.a. fast 20 Jahre in der Heimleitung bei geistig behinderten Menschen - und habe Fortbildungen u.a. in Kreativer Gestaltarbeit (Fritz Perls) abgeschlossen.

Hierbei sind latent auch immer Techniken von Biographiearbeit, Selbsterfahrung, Familientherapie und Familienaufstellung zugegen, von deren individuellen und allgemeinen Nutzen ich gelernt habe, fest überzeugt zu sein.

Insofern gibt es aus meiner Sicht individuell-familiäre und persönliche sowie allgemein-öffentliche - sicherlich letztlich auch prophylaktische - Aspekte, dem tragischen Lebensweg meiner Tante Erna nachzugehen. Ich habe dieses ungeheuerliche Opferschicksal weniger gezielt "gesucht" - als vielmehr allmählich Stück für Stück "gefunden" und so immer offensichtlicher freigelegt - und ich gehe ihm nun seit 1986 - also seit über 30 Jahren - in unterschiedlichen Intensitätsphasen nach ...

Dieses Ausgrenzen und Verschweigen ist nämlich nicht nur ein individuelles und familiäres Verweigerungsverhalten: es ist und bleibt auch ein gesellschaftlich-nationales Phänomen - das bis heute nachwirkt: Alexander und Margarete Mitscherlich haben das zu Genüge belegt in ihrem Werk "Die Unfähigkeit zu trauern" (1967) - nämlich am Beispiel der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands und der unzulänglichen Auseinandersetzung und Bewältigung dieser beschämenden und mörderischen Epoche sowie in der Abwehrhaltung des Einzelnen und der Masse gegenüber Schuld und Mitschuld an politisch bzw. weltanschaulich motivierten Verbrechen und Verstrickungen.

Sozusagen trifft eine "Posttraumatische Belastungsstörung" (Abkürzung: PTBS; englisch: posttraumatic stress disorder, Abkürzung: PTSD) nicht nur Einzelne - sondern kann ganze Gesellschaftsteile erfassen, wenn sie es versäumen, solche traumatischen Geschehnisse wie in der NS-Zeit genügend aufzuarbeiten und zu bewältigen ...

Für mich ist das aktuell auch an solch gesellschaftlichen Phänomenen wie AfD, PEGIDA und die NSU und alle weiteren Schattierungen rechtsradikaler Verirrungen festzumachen ...

Der Zweite Weltkrieg liegt über 70 Jahre zurück. Doch er ist nicht verschwunden. Wie die Forschung heute weiß, lebt er weiter. In den Seelen derer, die ihn miterlebt haben, aber auch noch in vielen Seelen der Nachgeborenen.

Bei Vielen zeigt sich das als 
  • fehlende Verankerung im Leben, 
  • mangelnde Geborgenheit,
  • Burn-out-Syndrom 
  • Gefühlsstörungen oder 
  • verdeckte Schuldgefühle oder
  • "unerklärlichen" Panikattacken 
Aber auch in unerklärlichen körperlichen Schmerzen oder ernsthaften psychischen Krankheiten. Sind wir für immer seelisch verflucht, obwohl die heutigen Generationen doch unschuldig sind?

Natürlich sagt der gesunde Menschenverstand klar: 

Kein Deutscher, der den Krieg als Kind erlebt hat oder erst nach dem Krieg geboren wurde, ist an den deutschen Verbrechen schuld. Und doch sind sie noch da, die subtilen Schuldgefühle. 

Es zeigt sich an vielen Stellen: Zum Beispiel -
  • Wenn auch bei harmlosen politischen Diskussionen verlässlich noch immer zumindest latent die rassistischen oder nationalsozialistischen Argumente aus der Tasche gezogen werden.
  • Wenn verächtlich über die vermeintlich charakteristischen deutschen Eigenschaften wie
  • Gefühlsarmut,
  • Kontrolliertheit,
  • einem Hang zum Negativen oder
  • übersteigerte Angst gespottet wird.
  • Wenn über Migrationsfragen noch immer kaum sachliche Diskussionen geführt werden können.
  • Und der NSU 10 Jahre mitten in Deutschland unerkannt mordet und morden kann ...
  • Und wenn plötzlich viele Tausende "Bürger" in den PEGIDA („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“)-Montagsspaziergängen und die Wahlbereitschaft für die populistisch-rechts daherkommende AfD ihrer vermeintlichen oder tatsächlichen "Angst" Ausdruck verleihen ...
In Wahrheit sind das alles für mich typische Anzeichen von nicht bewältigten Traumata.

Denn: Nach dem Krieg bekamen die allerwenigsten eine Hilfe, das Grauen zu verarbeiten. Die Traumata unserer Eltern haben uns auf verschiedenen Wegen erreicht. Direkte rigide Erziehungsprinzipien etwa, wie übertriebene äußere Ordnung oder unbewusste Botschaften, zwischen den Zeilen: "Bloß nicht auffallen" oder "Ein zufriedenes erfülltes Leben steht uns (noch) nicht zu"...
Typische 68-er Bildikone - die mich zumindest prägte ...
Gesellschaftlich hat dann im Westen nach meinem Erleben die 68-er "Revolution" zu einer gewissen Entlastung geführt - mit dem teilweise kollektiven Aufstand und dem "Abrechnen" gegen die Eltern- und Tätergenerationen und gegen die alten NS-Seilschaften. Diese Entlastung in diesem Sinne blieb dem Osten Deutschlands verwehrt - ohne dass ich damit die Ex-DDR sozial diskreditieren will - aber vor lauter "Solidarität" wurden vielleicht die notwendigen psychohygienischen Grenzziehungen im zwischenmenschlichen Bereich vermieden. 
Fataler und "immer weitreichender" sind aber individuelle innerpsychische Abläufe: die Wirkung der Spiegelneuronen im Gehirn. Ob die Eltern traumatisiert wurden oder das Kind selbst – für dieses betreffende Kind ist es das gleiche Gefühl. Denn das kindliche Gehirn erlebt ja Bilder und Gefühle der Eltern und gerade auch verdrängte Erlebnisse wie seine eigene Erfahrung. Oder die Reinszierungstendenzen etwa einer Mutter, die als Säugling allein gelassen wurde: sie tut dies nicht selten unbewusst bei ihrem eigenen Kind genauso. Mittlerweile weiß man, dass sich bei traumatisierten Menschen häufig sogar die Schaltstellen der DNA verändern, Traumata können also tatsächlich buchstäblich vererbt werden.

Ein weiteres Phänomen greift deshalb immer mehr Platz: Ein Phänomen, das die Psychoanalyse "Transgenerationale Weitergabe" von unverarbeiteten oder ungenügend verarbeiteten Kriegserlebnissen nennt. Auch die Kinder und die Enkel und Urenkel - also ganz biblisch ausgedrückt: tatsächlich "bis ins 3. und 4. Glied" - "leiden" oft genug noch unbewusst an den oft furchtbaren Traumata-Gefühlen, die der Bombenkrieg, die Vertreibung, der Nazi-Holocaust oder eben auch die von Nazis und der NS-Psychiatrie zu verantwortende Vernichtung "unwerten Lebens" mit all ihren Gräueltaten mit sich bringen ...: 

Oft sind das Nuancen, 
  • ein unbewusstes Schaudern oder 
  • eine Unfähigkeit - 
  • Ängste, die bei besonderen Situationen plötzlich "wie aus dem Nichts" kommen, 
  • eigenartige Traumsequenzen usw. -

Das vererbte Leiden, die Traumata-Weitergabe zwischen den Generationen durch (üb)erlebte Kriege, Terroranschläge, Gewalterfahrungen, Flucht und Vertreibung, Katastrophen - sie lösen über Generationen hinweg oftmals traumatische Erfahrungen aus, die die Betroffenen ein Lebenlang belasten können.

Und deshalb ist für mich eine Auseinandersetzung mit dem Opferschicksal meiner Tante Erna Kronshage und ein Aufdecken all der Fakten, die von Familie und Elterngeneration in oft vergeblichen Abspaltungs-Versuchen unbearbeitet verschüttet werden soll(t)en, eine wichtige - und in gewisser Weise sicher auch "selbst-therapeutische", psychohygienische Aufgabe, die mich immer wieder umtreibt ...

Und insofern ist das "Verraten" und Aufarbeiten traumatischer Familiengeheimnisse eine der Möglichkeiten, sich vor dem biblisch-alttestamentlichen "Fluch" einer Schuld "bis in die dritte und vierte Generation" (Exodus - Kap. 20) vielleicht erfolgreich zu schützen ...


Und da Du - verehrte Leserin - verehrter Leser - ja sowieso das hier Gelesene mit Deinem persönlichen Kontext abgleichst - mögen Dich diese Zeilen anregen, Deinen Familien-Annalen nachzuspüren ... - vergelt's Gott - denn Du weißt ja: "Denn alle Gesetze werden in einem Wort erfüllt, in dem: "Liebe deinen Nächsten ... [und - jetzt kommt's:...] ... wie Dich selbst!" Galater 5.14 [also wie Du Dich selbst zu lieben vermagst ... - und das wiederum hat mit Deiner Familiengeschichte zu tun ... - ganz bestimmt ...]


von solchen dingen singen ... raoul schrott und die geschichte der welt


Vincent van Gogh: Sternennacht, 1889, 74 cm x 92 cm, Museum of Modern Art (MoMA), Öl auf Leinwand

Vor etwa 13,82 Jahrmilliarden entstand aus reiner Energie das Universum. In einem unfassbaren Moment stellten sich die Bedingungen für Materie ein. Nach 380.000 Jahren bildeten sich stabile Atome. Dann vergingen noch einmal einige Millionen Jahre, bis Sterne erstrahlten. Irgendwann war pflanzliches, tierisches und sehr viel später auch menschliches Leben da, das, gemessen an kosmischen Dimensionen, nicht einmal einen Wimpernschlag lang dauert. Raoul Schrott hat das unmögliche Unterfangen gewagt, in seinem Epos "Erste Erde" diese Geschichte der Welt "vom Urknall bis zum Menschen" ohne Metaphysik und Religion poetisch zu entfalten. Seine Erde wird von chemischen Elementen und Prozessen regiert, von physikalischen Gesetzen und biologischen Bedingungen, nicht von unserem eingebildeten Willen oder unserer beschränkten Vorstellungskraft. Wie aber soll man "von solchen dingen singen"? - 

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tja - bei der lektüre dieser buchbesprechung werde ich den verdacht nicht los, als sei das reine verlags-pr: um auf ein ziemlich aufwendig gestaltetes epos aufmerksam zu machen, das mit 848 seiten und dem verkaufspreis von 68,00 uro vielleicht etwas zu üppig gestaltet wurde, nur um das "nichts" oder zumindest die bedeutungslosigkeit unseres soseins zu beschreiben - und wie es dazu gekommen ist ...: alles schön sogar in verse geschmiedet und mit großartiger graphic und typography versehen ...

aber um der aussage einigermaßen gerecht zu werden, hätte es einer auch preislich barrierefreieren und einfacheren aufarbeitung bedurft, um "diese geschichte der welt "vom urknall bis zum menschen ohne metaphysik und religion poetisch zu entfalten". 

bibeln sind ja gemeinhin mit goldschnitt und ledereinband und gemälde-reproduktionen ausgestattet - die erde des raoul schrott aber "wird von chemischen elementen und prozessen regiert, von physikalischen gesetzen und biologischen bedingungen, nicht von unserem eingebildeten willen oder unserer beschränkten vorstellungskraft". 

aber wenn dem so ist - wie kommen dann von einem autor 848 seiten zustande, aus seinen recherchierten einbildungen und seiner poetischen vorstellungskraft ???

und natürlich ist in dem epos gott tot - sogar mausetot - ... - und selbst unser ehrfürchtiges staunen vor all der sternenpracht und unsere lust am leben - und unsere dankbarkeit dafür, dass es uns und den herrn autor raoul schrott gedanklich erfassbar überhaupt gibt ...

denn "sonnenstaub also sind wir – aus stoff der in sternen entstand" - das wird ja inzwischen schon in schlagern besungen und ist unstrittig - das dergestalt pulverisierte "ich" mag sich als seele auffassen, mag mit stolz auf seine zivilisatorischen leistungen oder seine arbeit blicken, eigentlich aber lässt es sich auf einen rohstoffwert von etwa 40 cent reduzieren: "mein körper die zwei kilo asche die von mir übrigbleiben: vom kohlenstoff über spuren von blei und gold bis zum radium".

wer - um gottes willen - zahlt dafür diese von schrott errechneten 40 cent schrottwert ... eines tages ...??? - und was ist das für ein inflationärer tausch: 68 uro hinzublättern, um vorgerechnet zu bekommen,das unsere materiellen überbleibsel gerade mal 40 cent wert sind ...

ach ja: gott ist ja mausetot - und alle theologie sowieso - und alle fragen: woher kommen wir? wer sind wir? wohin gehen wir? usw. sind mit raoul schrott's buch nun endlich beantwortet: 68 uro für 848 seiten - immerhin ... - und wir erfahren unsere randständigkeit, unser nichts, unsere zufallsentstehung - einmal und nie wieder ... is klar ...

aber der mensch fragt ja immer weiter, lieber herr schrott: wer oder was hat diesen urknall provoziert, woher kommt diese ursprungsenergie - und warum schöpfte es mich aus all dem chaos nach abermilliarden jahren so heraus, dass ich in der lage bin, über das buch von einem gewissen raoul schrott nachzudenken ... ???
schwimmen zwei junge fische des weges und treffen zufällig einen älteren fisch, der in die gegenrichtung unterwegs ist. er nickt ihnen zu und sagt: »morgen jungs. wie ist das wasser?« die zwei jungen fische schwimmen eine weile weiter und schließlich wirft der eine dem anderen einen blick zu und sagt: »was zum teufel ist wasser?« (parabel von david foster wallace)
wer mitten im paradies ist, wird es nicht vermissen - und wer sich im reich gottes längst seit milliarden jahren befindet, wird es auch nach langem suchen kaum finden: "das reich gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren zeichen erkennen könnte. man kann auch nicht sagen: seht, hier ist es!, oder: dort ist es! denn: das reich gottes ist schon mitten unter euch ... (lukas 17, 20-21): mit urknall und sternenstaub und allem drum und dran ... S!

"Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?", Paul Gauguin, 1897–98, Museum of Fine Arts, Boston, 139,1 × 374,6 cm, Öl auf Leinwand


ns.:"woher kommen wir? wer sind wir? wohin gehen wir?", zählt heute zu den bekanntesten gemälden paul gauguins und ist eines der wichtigsten werke des symbolismus

Montag, 20. Februar 2017

#lastnightinsweden: frosch in der ktu

S!|art: #lastnightinsweden: frosch in der ktu ... - XXL = click here

Sonntag, 19. Februar 2017

eingehüllter sündenfall ...

eingehüllter sündenfall | S!NED!|art - XXL = click here

Samstag, 18. Februar 2017

Fußball-Weisheiten


Fußball-Weisheiten
  • Der Ball ist rund. 
  • Das Spiel dauert 90 Minuten. 
  • Das nächste Spiel ist immer das schwerste. 
  • Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
  • Das Spiel ist erst dann aus - wenn der Schiedsrichter abpfeift - [Zusatzregel für Schiedsrichter in Deutschland: erst dann abpfeifen - wenn Bayern mindestens den Ausgleich geschossen hat*)] ...

*) = diese Sonderregel wird außerhalb des Tarif-, Honorar- und Vergütungsplans (THV-Schiri) direkt mit dem allen Schiris bekannten "Sonderkonto" der Bayern auf den Cayman-Islands nach dem altbekannten Modus [= cash & unversteuert] wie all die Jahre abgerechnet 😈!!!

Freitag, 17. Februar 2017

Beten im Motorentakt ...




THOMAS BAYRLE
Gebete und Motoren

Von PETER IDEN | FR


Im Kunstbau des Lenbachhauses in München setzt Thomas Bayrle Maschinen in Bezug zu Formen des frommen Gebets. Wie geht das?

Man geht nicht fehl, Thomas Bayrle, dessen Anfänge als Maler und beachtlicher Zeichner zurückreichen in die Zeit um 1960, den erfolgreichsten Frankfurter Künstler seiner Generation zu nennen. Über die Jahre sind ihm, der seiner Bodenhaftung wegen auch ein hochgeschätzter Lehrer der Städel-Akademie war, viele Ehrungen zuerkannt worden. Seine in der Frankfurter Rundschau zwischen 1980 und 1982 veröffentlichten „Lebenszeichen“, verfasst während eines längeren Aufenthalts in Kalifornien, lesen sich heute als Beiträge zur Dokumentation einer Epoche.

Bildwerke von Thomas Bayrle finden sich momentan an mehreren Orten, als Ankunftsüberraschung in der Eingangshalle des Flughafens von Turin ebenso wie im Institute of Contemporary Art in Miami, es ist seine erste Einzelausstellung in den USA, und auf näherliegendem Terrain auch im sogenannten Kunstbau in München, einem langgestreckten, ursprünglich als U-Bahn-Station geplanten Trakt, der von der Städtischen Galerie im Lenbachhaus zu einer Halle für Wechselausstellungen umfunktioniert wurde und bespielt wird. Hier sind in einer aufgelockerten Präsentation Arbeiten des Künstlers zu sehen, von denen einige bereits im unübersichtlichen Kontext der Kasseler documenta von 2012 gezeigt wurden.

In München wird nun klarer als damals in Kassel, welch enormen Spannungsbogen Bayrle riskiert, indem er nämlich Maschinen in Bezug setzt zu Formen des frommen Gebets. Wie geht das? Die Ausstellung ist bestückt mit Automotoren, die aufgeschnittenen sind, so dass die in ständiger Bewegung gehaltenen Kolben und Zahnräder in ihrem Zusammenspiel sichtbar werden, eine Erfahrung, die für manchen lehrreich sein mag, der über die Funktion des Antriebs in seinem Wagen Genaueres nicht weiß oder womöglich auch lieber nicht wissen will. Die Motoren verschiedener Hersteller, für die Demonstration ihrer (ähnlichen) Arbeitsweisen geöffnet, werden gleichsam ummantelt von Ton-Collagen, die ihre Herkunft in Gesängen der kirchlichen Liturgie haben.

„Rosenkranz“, 2009.  Foto: Thomas Bayrle, VG Bild-Kunst, Bonn 201

Auf diese zweifellos seltsam eigenwillige Verbindung ist Bayrle nach eigener Darstellung durch Kirchgänge gebracht worden, bei denen er Gelegenheit fand, den Rosenkranz betende Katholiken zu beobachten. Die monotone Repetition der immergleichen Gebetstexte und Fürbitten, gerichtet an und unterwegs in die Ewigkeit, versteht der so gelenkig wie waghalsig sich zwischen den Welten spiritueller und technischer Bemühungen tummelnde Artist, als Parallelfall zu der allerdings leider, da Motoren bekanntlich endlich sind, nicht auf Ewigkeit hin ausgelegten Wiederholung maschineller Abläufe.

Wobei hinsichtlich mindestens der Funktionen von Gebet und Motor einige Differenzen zu bedenken sind: Von dem einen werden Leistungen als Gnade des unbekannten Adressaten mit ungewissem Ausgang erhofft, während die von der Maschine erwartete Leistung von dieser im Regelfall relativ zuverlässig auch erbracht wird. So zuverlässig, dass sie – was einst Jean Tinguely im Garten des New Yorker MoMA vorgeführt hat – sogar dazu veranlasst werden kann, sich selbst zu zerstören.

Noch ein anderer Unterschied von Gebet und Maschine liegt darin, dass das Beten schon selber, als Akt des Gläubigen, auf Rettung zielt – während Maschinen zwar notwendige Produktionsprozesse und damit das praktische Leben erleichtern können, ihr Einsatz aber zugleich Gefahren impliziert, die den Benutzer sich als Täter und Opfer erleben lässt. Was das Beispiel gerade des Automotors belegt.

Das ironisch Kritische hat sich gehalten

Diese kritische Dimension von Phänomenen, die für die Massen- und Konsumgesellschaft prägend sind, hat Bayrle schon früh beschäftigt. Gegen Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts realisierte er Objekte, manchmal in sich beweglich, in denen aus Hunderten von seriell gereihten Gesichtern ein großes gebildet wurde, das „Great Face“, etwa die Physiognomie Marilyn Monroes, zusammengesetzt aus den entindividualisierten Gesichter ihrer Bewunderer. Nach Art verstellbarer Jalousien konnten die Oberflächen dieser Bildkästen, mit Hilfe von dahinter montierten Elektromotoren, so verändert werden, dass dann die Züge der Monroe sich fließend in die Maos verwandelten. Aus gleichartigen Einzelteilen entstand, durch deren serielle Wiederholung, eine übergreifende Form, zu der die Reihung der Einzelelemente sich kommentierend verhält: Die Masse schafft die Idole, die Monroe wie Mao.

Das Spielerische, ironisch Kritische an Bayrles Kunst hat sich bis heute gehalten. In München sind unter den ausgestellten Motoren auch solche, die wie in Autos jeweils zwei Scheibenwischer antreiben: Für einen heiteren Augenblick mag man in den gleichmäßig ins Leere sich wiederholenden Bewegungen der Wischer etwas von dem bedeutet sehen, was am Kulturbetrieb dessen routinierter Selbstbezug ist.

Lenbachhaus München, Kunstbau: bis 5. März. Zu der Ausstellung liegt ein Künstlerbuch vor, hrsg. von Matthias Mühling und Eva Huttenlauch. www.lenbachhaus.de

Thomas Bayrle - S!|montage nach einem foto von "franklandau"

ArtVideo & Cantata




Cantata 

Singet, Lobsinget mit Hertzen und Zungen

Sinfonia
Tutti 
Aria Soprano e Alto. Ritorrnelo. Tenore e Basso
Tutti

Goldberg Baroque Ensemble
Marie Smolka - soprano
Franziska Gottwald - alto
Hermann Oswald - tenore
Markus Flaig - basso

Andrzej Szadejko - conductor